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Erinnern gegen das VergessenGedenkstätte Speier Angenrod informiert über Erinnerungsarbeit der Initiative 19. Februar Hanau

ALSFELD (Ol). Am 2. Juli berichtet eine Mitarbeiterin der Initiative 19. Februar Hanau im Freiwilligenzentrum Alsfeld über die Erinnerungsarbeit nach dem rassistischen Anschlag von 2020. Die Veranstaltung der Gedenkstätte Speier Angenrod beginnt um 19 Uhr. Im Mittelpunkt stehen die Perspektiven der Betroffenen, die Forderungen nach Aufklärung und gesellschaftlicher Veränderung sowie die Bedeutung des Erinnerns. Die Initiative setzt sich dafür ein, die Namen der Opfer sichtbar zu halten und strukturelle Probleme aufzuzeigen.

Die Tat war ein Schock für viele Menschen in Hessen, die Aufarbeitung hat lange Debatten ausgelöst. Vor sechs Jahren tötete ein Rechtsextremist in Hanau neun Menschen mit Migrationshintergrund, anschließend seine Mutter und sich selbst. Ein Verletzter starb Jahre später. Neben den Familien der Ermordeten ist die „Initiative 19. Februar Hanau“ in der Erinnerungsarbeit aktiv, so heißt es in der Pressemitteilung der Gedenkstätte Speier Angenrod.

Am Donnerstag, den 2. Juli, berichtet eine Mitarbeiterin der Initiative 19. Februar über ihre Erinnerungsarbeit, die Ziele und Forderungen. Die Veranstaltung der Gedenkstätte Speier Angenrod findet um 19 Uhr im Freiwilligenzentrum Alsfeld, Volkmarstraße 3 am Klostergarten, statt.

Wichtig ist der Hanauer Initiative, an die Namen der Getöteten zu erinnern. In der Gründungserklärung der Initiative heißt es: „Nach den rassistischen Morden in Hanau am 19. Februar 2020 geben wir uns auf Mahnwachen, Kundgebungen und Beerdigungen ein Versprechen: Dass die Namen der Opfer nicht vergessen werden. Mercedes, Ferhat, Gökhan, Hamza, Vili, Sedat, Fatih, Nesar und Kaloyan.“

Beim Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020 erschoss der 43-jährige Deutsche Tobias Rathjen an zwei Tatorten neun Hanauer Bürger mit Migrationsgeschichte, danach seine Mutter und sich selbst. Er verletzte sechs weitere Personen, einige davon schwer. Einer der Schwerverletzten starb im Januar 2026 an den Folgen. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat laut Wikipedia die Morde des von paranoiden Wahnvorstellungen geprägten Täters als rechtsextrem und rassistisch motiviert eingestuft.

Die Initiative 19. Februar organisiert Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit, damit die Morde nicht in Vergessenheit geraten. Dabei geht es ihr auch darum, rassistische Zustände zu benennen, sie zu verändern und echte Konsequenzen einzufordern. Solche Konsequenzen aus dem Amoklauf würden aus ihrer Sicht nicht gezogen, „die Aufarbeitung legt viele Versäumnisse und strukturelle Probleme offen, während die dringend notwendigen Veränderungen oft ausbleiben.“

Gleichzeitig zeige die Erinnerungsarbeit in Hanau, wie viel Kraft in solidarischem Handeln liege, so die Initiative. Im Zuhören und Sichtbarmachen der Perspektive von Betroffenen entstünden neue Impulse für Veränderung.

In der Veranstaltung berichtet eine Mitarbeiterin der Initiative 19. Februar, wie Überlebende, Angehörige und Unterstützerinnen und Unterstützer für Aufklärung, Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Wandel kämpfen. Es geht auch darum, aufzuzeigen, „was wir alle daraus lernen können“.

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