
Angehörigengruppe für psychisch Erkrankte langfristig gesichertDie Last nicht alleine tragen
LAUTERBACH (ol). Die Angehörigengruppe für psychisch erkrankte Menschen am Krankenhaus Eichhof in Lauterbach ist langfristig gesichert. Seit Januar unterstützen Sozialpädagoginnen der Vogelsberger Lebensräume die monatlichen Treffen gemeinsam mit Marcel Terwiel von der Psychiatrischen Institutsambulanz. Die Gruppe bietet Angehörigen Raum für Austausch, Unterstützung und fachliche Begleitung. Die Treffen finden jeden zweiten Dienstag im Monat in der Tagesklinik der Psychiatrie statt.
Die Angehörigengruppe für nahestehende Personen psychisch erkrankter Menschen ist langfristig gesichert: Marcel Terwiel vom Sozialdienst der Psychiatrischen Institutsambulanz und verantwortlich für das Qualitätsmanagement der Psychiatrie am Krankenhaus Eichhof erhält seit Januar dieses Jahres Unterstützung von erfahrenen Sozialpädagoginnen der Vogelsberger Lebensräume, heißt es in der Pressemitteilung der Eichhof Stiftung.
Im Wechsel begleiten Ira Steigel, Elisa Wichert und Demi Ramovic von der Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle mit Standorten in Alsfeld, Homberg, Mücke Nieder-Ohmen, Lauterbach, Schlitz, Schotten und Grebenhain-Crainfeld gemeinsam mit Marcel Terwiel die monatlich stattfindenden Treffen und übernehmen die Leitung der Angehörigengruppe, die offen gestaltet ist und keine Anmeldung benötigt. Die Treffen finden jeden zweiten Dienstag eines Monats von 18.30 bis 20 Uhr in der Tagesklinik der Psychiatrie am Krankenhaus Eichhof statt.
Die monatliche Zusammenkunft ist dabei weit mehr als nur eine Gesprächsrunde von Gleichgesinnten. „In unserer Angehörigengruppe bieten wir Unterstützung und Verständnis, schaffen die Möglichkeit, Kontakte mit anderen Betroffenen zu knüpfen, Erfahrungen und Informationen auszutauschen“, erklärt Ira Steigel. Angehörige erhielten die Möglichkeit, anonym oder offen über ihre Sorgen, Belastungen und Erfahrungen miteinander zu sprechen. Gleichzeitig bieten die Leitungen der Gruppe fachliche Unterstützung und Orientierung im Umgang mit psychischen Erkrankungen.
„Selbsthilfe und Austausch benötigen Moderation“, weiß Marcel Terwiel aus seiner langjährigen Tätigkeit im Umgang mit Erkrankten und deren Angehörigen. Alle Mentoren hätten ein offenes Ohr für die Nöte der Teilnehmenden, informieren aber auch über unterschiedliche Krankheitsbilder, geben praktische Hinweise für den Alltag und unterstützten mit persönlichen Ratschlägen.
Wie wichtig die Hilfe zur Selbsthilfe ist und welche Bedeutung ein solches Angebot für Familienmitglieder haben kann, beschreibt Manfred Desch, der selbst erst kürzlich eine persönliche Erfahrung in seinem Umfeld erlebt hat. Als langjähriger Vorsitzender des Landesverbands der Angehörigen von psychisch Erkrankten in Hessen kennt er die Situation vieler Familien sehr genau. Angehörige litten oft mit, wenn Partner, Eltern oder Kinder von psychischen Erkrankungen betroffen seien. Umso wichtiger seien Orte des Austauschs, der Information und der gegenseitigen Unterstützung. „Die Erfahrung, dass man mit Ausnahmeproblemen nicht alleine ist und man sich als Angehöriger in einer anderen Lebenssituation befindet, in der Partys, Kinobesuch oder andere Vergnügungen keine Rolle spielen, ist wichtig. Die Einbindung in die Gruppe ist tröstlich und stärkend, zumal der Rest der Gesellschaft dafür kaum ein Ohr hat“, ermutigt Desch Betroffene, Hilfsangebote, wie vom Krankenhaus Eichhof, anzunehmen.
Kontakt
Angehörigengruppe psychisch erkrankter Menschen
Tagesklinik am Krankenhaus Eichhof
Psychiatrie und Psychotherapie
Eichhofstraße 1
36341 Lauterbach
Telefon 06641 / 82-730
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