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Jahreshauptversammlung Feuerwehr LanzenhainErfolgreiche Einsätze, hoher Ausbildungsstand und bevorstehender Wechsel in der Führungsebene

LANDESHAIN (ol). Die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Lanzenhain zeigte einen erfolgreichen Einsatzbericht für das Jahr 2023, mit zahlreichen Brand- und Hilfeleistungseinsätzen. Wehrführer Steffen Jöckel kündigte seinen Rücktritt aus beruflichen Gründen für das Jahr 2025 an, betonte aber weiterhin seine Unterstützung für die Feuerwehr. Ein besonderer Dank ging an die engagierten Mitglieder und Unterstützer der Feuerwehr.

In der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Lanzenhain e.V. verkündete Wehrführer und Erster Vorsitzender Steffen Jöckel laut einer Pressemitteilung der Vogelsberger Zeitung, dass das Jahr 2023 für die Feuerwehren der Stadt Herbstein ein Jahr mit mehr Einsätzen als im Jahr zuvor war. Die Feuerwehr Lanzenhain wurde hierbei
zu zehn Brand- und Hilfeleistungseinsätzen gerufen, die sich in sieben Brand- und drei Hilfeleistungseinsätzen aufgliedern, auf die Steffen Jöckel im Einzelnen einging.

Beispielsweise kam es zu einem größeren Einsatz im Januar, bei dem die Lanzenhainer Brandschützer mit den Wehren der Großgemeinde Herbstein zu einem Brand in einem Gewerbebetrieb gerufen wurden. Nach Erkundung stellten die ersten Einsatzkräfte einen Kleinbrand in einer Förderanlage fest. Die Feuerwehr Lanzenhain unterstützte bei der Wasserversorgung und stellten Atemschutzgeräteträger zur Verfügung, wie es hieß.

Die Strohballenbrände des letzten Jahres im Vogelsbergkreis waren auch für die Lanzenhainer Feuerwehr ein Thema. So wurden sie in der Nacht zum 29. April zusammen
mit der Freiwilligen Feuerwehr Herbstein zu einem gemeldeten Brand mehrerer Strohballen alarmiert. Bereits auf der Anfahrt sah man den Brand schon von weitem. Die Lanzenhainer bauten eine lange Wegstrecke auf und errichteten eine Saugstelle. Im weiteren Einsatzverlauf unterstützte man mit Atemschutzgeräteträgern.

Ein glückliches Ende nahm die Personensuche im Juli im Bereich Herbstein. Hier suchte man mit mehreren Trupps die Gegend ab, in der man die vermisste Person vermutete. In enger Absprache mit der Polizei unterstütze man die Personensuche. Nach zwei Stunden wurde die Person wohlauf gefunden.

Beim letzten Einsatz des Jahres 2023 beschäftigte die Lanzenhainer Brandschützer ein Garagenbrand in der Ortsmitte von Lanzenhain. Hier war ein Carport mit einem Pkw in Brand geraten. Bereits auf der Anfahrt war eine starke Rauchentwicklung zu sehen, berichtet Steffen Jöckel. Bei Eintreffen der ersten Kräfte stand der Carport bereits in Vollbrand und die Einsatzkräfte begannen unter Atemschutz mit der Brandbekämpfung.
Glücklicherweise konnte ein Übergreifen auf das Wohnhaus verhindert werden.

Zwischendurch gab es im Jahr 2023 kleinere Einsätze wie beispielsweise „angemeldetes Nutzfeuer“, einen Wassereintritt in ein Kellergeschoss oder eine brennende Waldfläche, die von aufmerksamen Bürgern gemeldet wurden.

Die Brandschützer unterstützten auch den Rettungsdienst, wie beispielsweise am Kirmesfreitag. Eine junge Person zog sich im Bereich des Sportplatzes eine Knochenverletzung zu. Hier musste man mit Einsatzkräften den Verletzen zum Rettungswagen transportieren. Steffen Jöckel sprach hier einen Dank der Kameraden aus Herbstein aus, welche sie unterstützen. Insgesamt leisteten die Lanzenhainer freiwilligen Einsatzkräfte 16,3 Einsatzstunden welche mit 171,2 Personalstunden abgearbeitet worden sind, wi es hieß.

Steffen Jöckel schilderte, dass man sich immer mehr im Bereich Unwettereinsätze und Waldbrände bewege, wovon die Lanzenhainer Freiwilligen glücklicherweise im vergangenen Jahr größtenteils verschont geblieben seien. Gerade auf Einsätzen aufgrund diverser Naturereignisse wie Trockenheit, Wasser oder Sturm müsse man sich in Zukunft immer mehr ein- und umstellen. Es sei dabei wichtig, dass die Feuerwehr gut und
anlassbezogen ausgerüstet und ausgestattet ist.

Die Einsätze waren im Großteil in Verbindung mit den Kameraden aus Herbstein abgearbeitet worden, mit denen die Lanzenhainer Feuerwehr den Löschzug 1 der Feuerwehr bilden. Durch den Verbund innerhalb des Löschzuges 1 werde die Sicherstellung der Tagesalarmsicherheit gewährleistet. Auch hier bedankte sich Steffen Jöckel bei den Kameraden aus Herbstein für die vorbildliche und erstklassige Zusammenarbeit.

Zudem wurden im Jahr 2023 zahlreiche Übungen durchgeführt. Am 27. Februar startete die Feuerwehr Lanzenhain wieder mit der jährlichen UVV Unterweisung, welche wie auch in den Jahren davor, online durchgeführt wurde. In den Monaten April bis Oktober wurden diverse Übungen durchgeführt, von Grundtätigkeiten über Brandangriff bis hin zur
Koordinatenfahrt, welche gerade bei Waldbränden ein wichtiges Hilfsmittel sei. Des Weiteren wurde eine Übung im Bereich des alten Hochbehälters durchgeführt. Es wurde geübt, wie man bei einem Einsatz Wasser aus dem Hochbehälter fördert, in einen Faltbehälter pumpt und das Löschwasser von dort an andere wasserführende Fahrzeuge übergibt.

Ebenfalls wurden drei Zugübungen in Herbstein und Lanzenhain durchgeführt. Eine Übung fand in der Grundschule in Herbstein statt. Des Weiteren gab es eine Übung zum Thema Gefahrgut und Erstmaßnahmen und als Abschlussübung wurde eine gemeinsame Stationsausbildung ausgearbeitet. Es wurde mit den Kameraden aus Eichelhain eine gemeinsame Übung durchgeführt. Der Stadtfeuerwehrtag der Wehren der Großgemeinde
Herbstein fand am 20. Oktober in Lanzenhain statt. Übungsobjekt war die unterste Mühle am Ortseingang. Hier setzte man alle Wehren ein. Ebenfalls nahm der Ortsverband des Roten Kreuzes aus Lauterbach mit zwei Rettungswagen teil. Zudem wurden wieder technische Dienste am und im Gerätehaus, sowie an den Fahrzeugen durchgeführt. Insgesamt wurden 405,5 Übungsstunden sowie 43,5 Stunden weitere Übungsstunden für die Teilnahme an den Katastrophenschutzübungen geleistet.

Auch die Ausbildung sei nicht zu kurz gekommen. Neben den vorgenannten Übungen
nahmen die Brandschützer an einer Reihe weiterer Veranstaltungen und Ausbildungen teil. Dazu gehörten die Absicherung des Rollskirennens, die Absicherung des Schützenumzugs, die Ausrichtung des Kreisentscheids der HFLÜ und die Teilnahme an den Katastrophenschutzübungen (insgesamt 43,5 Stunden).

„Die Freiwillige Feuerwehr Lanzenhain genießt einen hohen Ausbildungsstand“, berichtet die Vogelsberger Zeitung, „denn viele Einsatzkräfte nahmen an verschiedenen Lehrgängen teil.“

Die Wettkampfgruppe der Feuerwehr Lanzenhain war auch im Jahr 2023 wieder aktiv. Insgesamt waren acht Mitglieder der Einsatzabteilung eingebunden. Das Gesamtergebnis der praktischen und theoretischen Übungseinheiten beträgt 162,00 Stunden. Ziel sei eine optimale Vorbereitung auf die Feuerwehrleistungsübung auf Kreisebene gewesen. Der
Kreisentscheid fand am 03. Juni in Herbstein-Lanzenhain statt. Alle Mannschaften haben die Leistungsstufe GOLD erreicht, natürlich auch die Lanzenhainer, heißt es.

Steffen Jöckel bedankte sich bei allen Aktiven, welche ehrenamtlich ihren Dienst am Nächsten leisten, um den Brandschutz sicherzustellen. „Mein Dank gilt auch den Arbeitgebern, welche Feuerwehrangehörige zu Einsätzen und Lehrgängen freigestellt haben, was in der heutigen Zeit nicht mehr überall selbstverständlich ist“, so Steffen Jöckel.

Zum Abschluss bedanke sich Steffen Jöckel beim Stadtbrandinspektor Bernhard Christen für die gute und unterstützende Zusammenarbeit, aber auch bei der Stadt Herbstein für die Bereitstellung der finanziellen Mittel im abgelaufenen Jahr.

Stadtbrandinspektor Bernhard Christen bedankte sich für die Einladung und hob die gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Lanzenhain. Christen bedankte sich für die Teilnahme an überdurchschnittlich vielen Einsätzen, sowie die gute Zusammenarbeit mit der Wehr Herbstein. Er lobte die hohe Lehrgangsbeteiligung auf Kreis- und Landesebene, mit über 1.200 geleisteten Lehrgangsstunden. Er lobte außerdem die hohe Anzahl an
Atemschutzgeräteträgern mit einer Tauglichkeitsrate von über 90 Prozent. Er appellierte an alle AGT die Streckendurchgänge wahrzunehmen, da ein Brandcontainer den Streckendurchgang nicht ersetze.

Bürgermeister Bernhard Ziegler bedankte sich für die Einladung, die Einsatzbereitschaft und geleistete Arbeit im Ehrenamt. Er erläuterte den vorbildlichen Lehrgangsstand der Freiwilligen Feuerwehr Lanzenhain. Außerdem lobte er die gute Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren. Er bedankte sich auch für das vorbildliche Engagement bei der Instandhaltung und Pflege des Gerätehauses sowie den Gerätschaften.

Dr. Sven Holland bedankte sich ebenfalls für die Einladung. Einige Kameraden aus Lanzenhain habe er am Morgen schon bei der Marschübung sehen können. Hier wurde geübt, wie die Katastrophenschutz-Züge in den Landkreisen verlegt werden. „Das Thema Katastrophenschutz ist für die Stadt Herbstein nichts Neues. Es wird schon seit vielen Jahren gepflegt“, so der Kreisbrandinspektor Dr. Sven Holland. So spiele Lanzenhain auch eine große Rolle und habe sich fleißig engagiert.

Ehrungen und Beförderungen

Stadtbrandinspektor Christen beförderte den anwesenden Rico Möller zum Hauptfeuerwehrmann. Für zehn Jahre Mitgliedschaft wurden Florian Jöckel und Volker Greb geehrt. Anne Greb wurde ebenfalls für zehn Jahre Mitgliedschaft geehrt, da sie aber entschuldigt war, bekomme sie die Urkunde entsprechend nachgereicht.

Den Titel Feuerwehrmann/-frau des Jahres 2023 ging an Janine Knoche, welche als Präsent ein 20 Liter Fass Lauterbacher Pils als Spende von Gastwirt Arnold Kimpel übergeben bekam. Hier sei besonders hervorzuheben, dass sie den Titel, welcher seit 1983 für
überdurchschnittliches Engagement vereinsintern vergeben wird, bereits das zweite Mal erringen konnte. Steffen Jöckel überreichte dem scheidenden Bürgermeister Bernhard Ziegler eine Flasche Wein zum Dank für gute Zusammenarbeit der vergangenen Jahre und wünschte ihm alles Gute für die Zukunft.

Zum nahenden Ende der Versammlung teilte Jöckel bedauerlicher Weise mit, dass er sein Amt als Erster Vorsitzender und Wehrführer nach 14 Jahren im Jahr 2025 aus persönlichen, vor allem aber aus beruflichen Gründen abgebe und zur Wahl stelle. Er bedankte sich für die tolle Unterstützung und die gute Zusammenarbeit der vergangenen Jahren. Natürlich stehe er der Wehr weiterhin mit seiner Kompetenz als Mitglied der
Einsatzabteilung zur Verfügung. Er betonte, diese Entscheidung habe er sich nicht leicht gemacht und es habe auch nichts mit dem Verein, den Mitgliedern und der Feuerwehr zu tun.

Fotos: Vogelsberger Zeitung

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