
Veranstaltungsreihe der Katholische Erwachsenenbildung OberhessenAuf den Spuren der Händler
VOGELSBERG (ol). „Auf der Spuren der Händler“: So lautete der Titel eines Seminars mit dem die Katholischen Erwachsenenbildung Oberhessen ihre im Frühjahr diesen Jahres begonnene Veranstaltungsreihe ‚Auf alten Wegen durch die Zeiten‘ in der vergangenen Woche fortgesetzt hat.
‚Zeiten‘ und ‚Wege‘ sind die zentralen Themen dieser Reihe von Vorträgen und Tagesseminaren, bei denen jeweils die Geschichte alter Fußwege im Vogelsberg und die bewusste Wahrnehmung der Natur im Wechsel der Jahreszeiten im Mittelpunkt gestellt werden. So aus der Pressemitteilung.
Bei einem informativen und unter anderem durch die aktive Beteiligung der anwesenden Zuhörerschaft sehr lebhaften Vortrags- und Gesprächsabend im katholischen Pfarrzentrum in Grebenau thematisierte zunächst Lokalchronist Matthias Nicolai aus Alsfeld die Bedeutung alter Handelswege für die Region.
Er spannte den Bogen dabei von den Kelten über die Römer bis weit in die Moderne. Dabei lag sein Augenmerk letztlich auf dem die ‚Kurzen Hessen‘ genannten Weg, der vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht für die Entwicklung von Alsfeld, aber auch von Grebenau eine besondere Relevanz gehabt haben dürfte.

Foto: Katholische Erwachsenenbildung Oberhessen
Nicolai hob hervor, dass Grebenau wohl schon vor Alsfeld an der Strecke eines alten Handelsweges von Frankfurt nach Leipzig gelegen habe. Diese Vorgänger-Route der ‚Kurzen Hessen‘ führte wahrscheinlich südlich an Alsfeld vorbei. Auch Eifa habe als Verkehrsknotenpunkt eine große Bedeutung gehabt. Letztlich habe sich aber Alsfeld zu einer der wichtigsten Handelszentren in der Region entwickelt und es verstanden, die Händler auf dem Weg zwischen Ost und West zu sich in die Stadt zu ziehen.
Da die im zweiten Teil der Veranstaltung geplante Wander-Route von Alsfeld nach Grebenau zum großen Teil entlang der ehemaligen Bahnstrecke von Alsfeld nach Bad Hersfeld verlaufen sollte, ging Nicolai zum Schluss seines Vortrags auch auf die Geschichte der sogenannten ‚Gründchenbahn‘ ein. Diese Eisenbahnstrecke mit seinen spektakulären Brückenbauten bei der Hardtmühle sowie bei Eifa war lediglich 62 Jahre (1916 bis 1974) in Betrieb.
Das als Baudenkmal noch erhaltene Eisenbahn-Viadukt bei Eifa war dann auch ein Highlight des etwa 20 Kilometer langes Weges, auf den sich wanderbegeisterte Teilnehmer anderntags unter dem Motto ‚Auszeit – Zur Ruhe finden in herbstlicher Natur‘ unter Begleitung von Bildungsreferent Aegidius Kluth begeben haben.
Sicherlich anders als die Händler des Mittelalters konnte die Gruppe den Weg, der sie über Eifa, die Hardtmühle, die Haltestelle Auerberg und den Ort Schwarz nach Grebenau führte– mit viel Zeit für sich, für die bewusste Wahrnehmung der Natur und für das gemeinsame Gespräch nutzen und genießen.
Besonders wohltuend und stärkend war dabei auch die Einkehr im Gasthof Jöckel in Schwarz. Die Veranstaltungsreihe ‚Auf alten Wegen durch die Zeiten‘ soll auch im nächsten Jahr fortgesetzt werden. Dann wird voraussichtlich dem ‚Weg der Mönche‘ von Amöneburg nach Fulda besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.
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