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Infektionen, Impfdurchbrüche und Zahl der IntensivpatientenSo sieht die aktuelle Corona-Lage im Vogelsberg aus

VOGELSBERG (ls). Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen übersteigen täglich neue Rekordwerte, die Krankenhäuser füllen sich, die vierte Welle ist im vollen Gange. Auch im Vogelsberg ist sie längst angekommen. Wo stecken sich die Menschen an? Wie viele sind geimpft? Und wie schwer sind die Verläufe? Ein Überblick.

Fast 300 aktive Fälle gibt es derzeit im Kreis, um genau zu sein: 294 aktuelle Infektionen sind es. 28 neue Infektionen wurden an diesem Donnerstag gemeldet, zwei Todesfälle gab es in den letzten sieben Tagen.

Die meisten aktiven Infektionen gibt es derzeit in Schotten mit 54 Fällen, gefolgt von Alsfeld mit 42 Fällen und 27 in Freiensteinau und kirtorf. In erster Linie seien es Ausbruchsgeschehen im privaten, oft familiären Bereich, heißt es vom Kreis. Aber auch Ausbrüche in Kitas gab es zuletzt.

Einen Anstieg der Infektionen hat das Vogelsberger Gesundheitsamt schon Mitte Oktober beobachtet. Von Mitte Juli bis Anfang November gab es insgesamt 635 Corona-Infektionen im Vogelsberg – 354 Infektionen davon entfallen auf Ungeimpfte, prozentual gesehen sind das 55,7 Prozent. 29 dieser Infektionen in dem Zeitraum waren Menschen, die noch keinen vollständigen Impfschutz hatten, also lediglich einmal geimpft waren.

Aber auch vollständig geimpfte Vogelsberger blieben nicht verschont: 39,1 Prozent der Geimpften haben sich infiziert und haben Symptome, wenn auch nur leichte. In der Summe sind das 248 Menschen. „In der Regel haben unsere Fälle mindestens leichte Erkältungssymptome, die typischen Covid-Symptome wie Fieber und trockenen Husten, Geschmacks- oder Geruchslosigkeit werden nicht immer genannt“, heißt es seitens des Gesundheitsamts dazu auf Anfrage. Ungewöhnlich ist das nicht, wissenschaftlich waren diese sogenannten Impfdurchbrüche sogar zu erwarten.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person trotz vollständiger Impfung PCR-positiv wird, ist signifikant vermindert“, teilt das Gesundheitsamt mit. In der Summe sei das Risiko einer Virusübertragung ebenfalls deutlich vermindert. Es müsse jedoch davon ausgegangen werden, dass einige Menschen nach Kontakt mit dem Virus trotz Impfung PCR-positiv werden und dabei auch infektiöse Viren ausscheiden, also ansteckend sind. Die Impfung lasse allerdings die Verläufe allgemein milder und weniger schwer ablaufen, teilt das Gesundheitsamt mit und bezieht sich dabei auf Auswertungen des Robert-Koch-Instituts.

Booster-Impfung ist wichtig

Nach derzeitigem Kenntnisstand bieten die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna sowie der Vektor-Impfstoff von AstraZeneca eine hohe Wirksamkeit von etwa 90 Prozent gegen eine schwere Erkrankung, zum Beispiel mit einer Behandlung im Krankenhaus. Außerdem bieten die Impfstoffe eine Wirksamkeit von etwa 75 Prozent gegen eine symptomatische Corona-Infektion mit der Deltavariante. Mittlerweile ist auch aus unterschiedlichen Studien klar: der Impfschutz lässt mit der Zeit nach, eine Auffrischungsimpfung, auch Booster genannt, muss her.

Das bestätigt auch Tobias Plücker, Chefarzt für Innere Medizin und Kardiologie und Leiter des Corona-Krisenstabs des Krankenhauses Eichhof in Lauterbach. „Der Trend ist für mich relativ klar: Mit zunehmendem Abstand zur Impfung gibt es vermehrt Infektionen“, erklärt Plücker und prognostiziert in den kommenden Wochen vermehrt schwere Verläufe, weitere Todesfälle und schweren Begleiterkrankungen, die die Immunantwort möglicherweise beeinträchtigen.

In dem Krankenhaus wurden Anfang der Woche insgesamt acht Corona-Patienten behandelt. Ein Patient lag beatmet auf der Intensivstation mit einem schweren Verlauf, sieben Patienten lagen auf der Corona-Station und einen Verdachtsfalls gab es zu diesem Zeitpunkt. Etwa 50 Prozent der Patienten seien ungeimpft. Durch das dynamische Infektionsgeschehen kann sich die Situation dort wieder geändert haben.

Planbare Operationen mussten an dem Krankenhaus noch nicht verschoben werden, wie es in vielen Teilen von Deutschland mittlerweile schon wieder der Fall ist. Auch im Kreiskrankenhaus in Alsfeld konnten bislang alle geplanten OPs stattfinden. Anfang der Woche wurden dort neun Corona-Patienten behandelt, sechs Patienten auf der Corona-Station, drei Verdachtsfälle. Auf der Intensivstation musste zu diesem Zeitpunkt kein Patient behandelt werden.

„Von den sechs Corona-Patienten, die aktuell im Hause behandelt werden, sind fünf Patienten Impfdurchbrüche und ein Patient ungeimpft“, heißt es auf Anfrage. Von den drei Verdachtsfällen sei ein Patient ungeimpft.

9 Gedanken zu “So sieht die aktuelle Corona-Lage im Vogelsberg aus

  1. Bleibt die Hoffnung auf einen guten Winter …

    Obwohl es nicht ganz einfach ist, Statistik korrekt aus zu texten, sollten doch manche Falsch Aussagen schon beim 2 Lesen zu erkenne sein: „ 39,1 Prozent der Geimpften haben sich infiziert und … “ stimmt nicht. Kann nicht stimmen, das wären bei Impfquote ca 75% von 110.000 Menschen nämlich fast 40.000. Korrekt zu sein scheint : „39,1% der Infizierten waren geimpft“.

    Das ist zwar traurig aber wirklich eine völlig andere Aussage, wie etwa „ 20% der Frauen waren schwanger“ was anderes sagt als „20% der Schwangeren waren Frauen“.

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  2. Wieviel Intensivbetten wurden in den letzten 12 Monaten in Hessen .it Hilfe von Herrn Spahn stillgelegt?
    Es waren 804 !!
    In den letzten Zeilen lese ich 6 Patienten mit Corona, 5 davon mit Impfdurchbruch und nur ein ungeimpfter.
    Ferner lese ich das keiner auf Intensiv liegt.
    Ich lasse das mal so wirken. Bin mir aber nicht sicher das es die Mehrheit der Michels begreift.

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    1. Lieber Michael,

      ja lass das mal wirken…Ich bin mir aber sehr sicher, dass die Mehrheit der Michels begreift, dass es sich hierbei bestimmt um ältere Menschen handelt die noch keine Booster Impfung erhalten hatten. Du weiß das auch – möchtest uns aber etwas anderes suggerieren:-)

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  3. krankenhäuser wollen wohl entschädigt werden für nicht durchgeführte ops; geht es hier eigentlich um die wiederherstelelung oder erhaltung von gesundheit oder eher um die kasse füllende und eigentlich gar nicht so notwendige eingriffe; die drei häuser in alsfeld, lauterbach und schotten legen auf stationen, die ordentlich gewinn abwerfen, aber oft den patienten mehr schädigen als nützen, sehr grossen wert. andere wiederum, die der bevölkerung nutzen bringen, werden abgebaut oder auf nachbarkliniken verwiesen. eigene erfahrungen verstärken leider diesen eindruck; das eigentliche durch pfusch verursachte problem wollte keiner wissen, aber mit unnützem sollte noch kasse gemacht werden, teilweise waren die behandlungen völlig unsinnig und in manchen fällen sogar schädlich. kränker aus dem krankenhaus raus als vorher rein, ist da nicht selten, dieser trend ist einfach krank. – dies trifft ausdrücklich nicht auf die behandlung der an corona erkrankten zu!

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    1. Hoffentlich werden Sie für diese Veröffentlichung zur Rechenschaft in die Pflicht genommen. So hart,daß Ihnen für alle Zeit das Kommentieren vergeht.

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    2. Geben Sie sich keinen Illusionen hin Dr.Dumm. Auch ein Krankenhaus ist ein Wirtschaftsunternehmen! Wenn Sie echter Doktor wären, wüssten Sie das.

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    3. Dr Dumm macht anhand seines Kommentares seinem Namen alle Ehre.
      Rechtschreibung ist leider nicht jedem gegeben. Der Inhalt ist mehr als zweifelhaft, aber solche Menschen wie Dr Dumm leiden eben mehr mental.

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