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Freiluftsaison mit Hundeschwimmen endgültig beendet - Zwei- und Vierbeiner aus ganz Hessen angereistTierische Pool-Party im Erlenbad

ALSFELD (ol). Wenn man von einer feucht-fröhlichen Party redet, hat man wohl eher tanzende, gut gelaunte Menschen im Kopf, die dem Genuss des Alkohols zugeneigt sind, statt Hundewelpen, die im Pool plantschen. Doch so geschehen am Wochenende – am Welthundetag – im Alsfelder Erlenbad. Dort gehörte weit nach Ende der Freiluftsaison das Nichtschwimmerbecken den Vierbeinern. Aber nicht nur Welpen feierten dort ihre erste Poolparty, auch alte Hasen zeigten dem Jungvolk, wie man richtig springt, schwimmt, apportiert und sich sozialisiert.

Immer mehr Freibäder in Deutschland laden zum Ende der Freibadsaison Hunde zum Schwimmen in die Becken ein, bevor diese winterfest gemacht werden. Das Alsfelder Erlenbad beschließt die Freibadsaison bereits schon seit vier Jahren mit dem beliebten Hundeschwimmen und gehört damit zu einem der ersten Bäder der Region, die dieses tierfreundliche Angebot macht – sehr zu Freude vieler Hessen, die auch lange Anfahrtswege auf sich nehmen, um ihren Hunden noch mal eine Pool-Party zu gönnen.

So tobten am Sonntag rund um und im Nichtschwimmerbecken sowie auf der große Liegewiese Labradore mit Dackel, Schäferhunde mit Collies, Pudel mit Malteser und viele andere Rassen mehr. So teilt es das Erlenbad in einer Pressenotiz mit.

Sie übten sich im Apportieren von Spielsachen aus dem Becken, lernten schnell das sonst verbotene Reinspringen vom Beckenrand und den Weg über die Treppen raus und sorgten immer wieder für freudiges Quietschen bei den Besitzern und Zuschauern, wenn sie sich nach dem Wassergang ordentlich trocken schüttelten. Ja, auch viele Zuschauer waren gekommen, um sich das Treiben anzuschauen, den Spielgeist und die Freude der Tiere einfach zu genießen.

Weder Mensch noch Tier müssen Bedenken haben

Pro Fuß und Pfote war an dem Tag ein Euro Eintritt zu zahlen, ein kleiner Beitrag, der dem Förderverein des Erlenbades „Badefreu(n)de“ zu Gute kam. Der Verein finanziert mit solchen Einnahmen Anschaffungen für die Gäste des Erlenbades, die sonst nicht im Budget drin wären – beispielsweise weitere Sonnenschirme, Spielzeuge, Hilfsmittel für die Schwimmkurse, Wellenbrecherleinen und vieles mehr.

„Wir wissen, dass manche Gäste diese einmal jährlich stattfindende Aktion kritisch sehen“, erklärt Michael Weber, Mitarbeiter des Erlenbades, der bisher jedes Jahr ehrenamtlich die Badeaufsicht am Hundetag übernommen hat. „Aber man braucht wirklich keine Bedenken zu haben – weder Mensch noch Tier.“ Es sei alles mit dem Gesundheitsamt abgesprochen: Die Umwälzpumpen werden frühzeitig abgestellt, so dass keine Verunreinigungen ins System kommen, das Wasser werde nicht mehr gechlort, so dass die Tierhaut geschützt ist und überall stelle man Mülltonnen auf, so dass mögliche Häufchen gleich fachgerecht entsorgt werden können.

Foto: Anja Kierblewski

Bevor wieder Menschen das Nichtschwimmerbecken betreten vergehen über ein halbes Jahr, in dem das Wasser abgelassen, die Becken gründlich gereinigt und desinfiziert sowie die Technik gewartet und wieder in Betrieb genommen wird – wie vor jeder Freibadsaison üblich. Und Weber grinst: „Und ehrlich gesagt, ich habe noch keinen Hund ins Wasser machen sehen, Menschen schon.“

„Viele Hundebesitzer und Familien finden das Angebot des Erlenbades toll und wie gesagt, manche kommen auch aus Fulda, Marburg oder Kassel angereist, um hier noch mal ins Wasser zu können“, so Ralf Kaufmann, Geschäftsführer des Erlenbades. „Damit erreichen wir natürlich auch neue, potentielle Badegäste, die durch das Hundeschwimmen unser schönes Freibad hier in Alsfeld kennenlernen und im Winter oder Sommer dann auch mal so vorbeikommen – sprich, es ist auch eine Investition in neue Zielgruppen. Und wenn dabei dann noch beträchtliche Einnahmen für den Förderverein herauskommen, umso besser!“

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