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Am Friedhof in Ehringshausen gibt es einen Memoriam -GartenEin liebevoll bepflanzter Garten als letzter Ort der Ruhe

GEMÜNDEN (akr). Im Gemündener Ortsteil Ehringshausen gibt es auf dem Friedhof nun einen ganz besonderen Ort, der in seiner anspruchsvollen Gestaltung an einen Garten erinnert. In diesem sogenannten Memoriam-Garten finden Verstorbene ihre letzte Ruhe – ohne, dass sich die Angehörigen um die Grabpflege kümmern müssen.

Die Bestattungskultur ist im ständigen Wandel. Wurden früher die Verstorbenen fast immer mit ihrem Sarg in der Erde bestattet, löste mehr und mehr die Feuerbestattung die traditionelle Erdbestattung ab. Und auch hierbei gibt es die unterschiedlichsten Varianten: Von der klassischen Urnenbeisetzung, über die Wald- oder Baumbestattung bis hin zur Seebestattung, bei der die Asche des Verstorbenen im Meer beigesetzt wird.

Seit einigen Jahren gibt es auch die Möglichkeit, in einem Memoriam-Garten seine letzte Ruhestätte zu finden – so nun auch im Gemündener Ortsteil Ehringshausen. Anfang dieser Woche wurde dort nämlich der erste Memoriam-Garten der Gemeinde eröffnet. Das Blumenhaus Schermer aus Groß-Felda, der Steinmetzbetrieb Marmor Schwing aus Lauterbach, die Treuhandstelle für Dauergrabpflege Hessen-Thüringen haben im Auftrag der Gemeinde Gemünden das bestehende Bestattungsangebot erweitert.

Der Memoriam-Garten am Friedhof in Ehringshausen.

Ein pflegefreies, aber bepflanztes Grab

Doch was ist ein sogenannter Memoriam-Garten eigentlich genau? Es handelt sich dabei um einen schön gestalteten Garten, der Teil des Friedhofes ist und nicht von den Angehörigen des Verstorbenen gepflegt werden muss. Um die Grabpflege inklusive Bepflanzung kümmert sich in diesem Fall das Blumenhaus Schermer, Inhaber Katja und Peter Habermehl, aus der Nachbargemeinde Feldatal. Der rund 20 Quadratmeter große Garten am Eingang des Ehringshäuser Friedhofes bietet Platz für drei Erdeinzel- und fünf Urnengräber.

„Wenn das Feld voll ist, dann kann es nach Bedarf auch erweitert werden“, erklärte Gemündens Bürgermeister Lothar Bott, der sich freute, dass dieses lang ersehnte Vorhaben nun endlich in die Tat umgesetzt werden konnte. Bereits 2014/2015 habe die Gemeinde über einen Memoriam-Garten gesprochen, der dann 2017 mit der ersten Änderung der Friedhofssatzung beschlossen wurde. „Ein Friedhof ist ein Projekt, das nicht von heute auf morgen umgesetzt werden kann“, betonte Bott. 15 bis 20 Jahre seien da keine Seltenheit.

Beispiele von naturbelassenen Grabsteinen, die aus der Region stammen.

Wer sich für eine Ruhestätte in einem Memoriam-Garten entscheidet, schließt ein Komplett-Paket ab, wie Michèle Hübinger von der Treuhandstelle für Dauergrabpflege erklärt. Es wird sich nämlich nicht nur für die ganze Zeit über um die Grabpflege gekümmert, sondern auch die Kosten für einen naturbelassenen, aus der Region stammenden Grabstein von Marmor Schwing aus Lauterbach inklusive Beschriftung seien im Preis mit inbegriffen, um eine anonyme Grabstätte handelt es sich nicht. Die Friedhofsgebühren werden separat von der Gemeinde laut aktueller Satzung erhoben.

Der Memoriam-Garten befindet sich direkt am Eingang des Friedhofes.

„Wir haben in dem Garten eine Dauer- und Wechselbepflanzung“, erklärt Peter Habermehl, der sich um die Bepflanzung und gräberübergreifende Gestaltung der Fläche gekümmert hat. Die Bepflanzung variiere natürlich je nach Jahreszeit. Jetzt im Sommer findet man hier beispielsweise Geranien, Verbenen, Steinkraut oder Aztekengold zwischen Immergrün und verschiedenen Gräsern – um nur einige Pflanzen zu nennen. Das Blumenhaus Schermer übernimmt aber nicht nur die Pflege der Ruhestätten, sondern kümmert sich auch um die Vertragsabschließung.

Weitere Informationen gibt es unter anderem unter diesem Link, bei der Friedhofsverwaltung Gemünden (06634/960612), dem Blumenhaus Schermer (06637/466), dem Steinmetzbetrieb Marmor Schwing (06641/3320) oder bei der Treuhandstelle für Dauergrabpflege Hessen-Thüringen unter der kostenlosen Nummer 0800/1516170.