
Internetversorgung in Homberg Ohm schon lange ThemaNächste Zielmarke: Glasfaser in jedes Haus in Homberg Ohm
HOMBERG OHM (ol). „Im Jahr 2020 konnte für alle Stadtteile in Homberg eine gute Internetversorgung erreicht werden“, erklärt Bürgermeisterin Claudia Blum und ergänzt „Aktuell stehen wir mit verschiedenen Unternehmen in Verhandlung, damit alle Haushalte Glasfaseranschlüsse bekommen.“
In der Pressemitteilung der Stadt Homberg Ohm heißt es, durch den Anschluss der vorhandenen Kabelverzweiger ans Glasfasernetz von Telekom und Goetel konnte im Jahr 2020 für alle Stadtteile eine ansprechende Versorgung sichergestellt werden. Mit der Vectoring-Technologie stehe zumeist eine Leistung von mindestens 50 Mbit zur Verfügung.
„Mit 50 Mbit kommt der Normalnutzer gut zurecht, Homeoffice und E-Learning sind damit möglich. Bei mehreren Nutzern, Gamern und Gewerbebetrieben sind höhere Geschwindigkeiten erforderlich, so dass Glasfaser dringend nötig ist“, erklärt die Bürgermeisterin. „Gerade im ländlichen Raum sei dies kein Selbstläufer, sondern müsse hart erkämpft werden, wie der Blick zurück und auch nach vorne zeige.“
Seit vielen Jahren kämpfe man in Homberg um eine Verbesserung der Breitbandanschlüsse im Stadtgebiet. Immerhin zehn Jahre habe es gedauert, seitdem die Stadt dem damaligen Kabelnetzbetreiber Unitymedia einen Zuschuss in Höhe von 34.000 Euro für die Ertüchtigung des Netzes in Homberg und den Stadtteilen Bleidenrod, Büßfeld, Deckenbach, Gontershausen, Haarhausen, Maulbach, Ober-Ofleiden und Schadenbach gewährte.
Ländlicher Raum jahrelang links liegen gelassen
Dort startete man deshalb im Jahr 2011 bereits mit 32 Mbit, heute werden durch den neuen Eigentümer Vodafone sogar bis zu 1.000 Mbit angeboten, heißt es weiter. „Die Telekom ließ jahrelang den ländlichen Raum links liegen, erst Förderprogramme des Bundes und des Landes und der intensive Einsatz des Vogelsbergkreises haben dazu geführt, dass die Telekom nun auch auf dem Land investiert“, erinnert die Bürgermeisterin.
In zehn Stadtteilen habe die Telekom in 2020 die schon lange bestehenden Kabelverzweiger ans Glasfasernetz angeschlossen. Dadurch sei über die bestehende Kupferleitung zu den Haushalten mittels Vectoring-Technologie eine deutliche Steigerung des Angebots erfolgt, welches abhängig von der Entfernung zum Kabelverzweiger in der Regel bei mindestens 50 Mbit liege, im Nahbereich könnten es durchaus 250 Mbit sein.
„Die Stadtteile Appenrod, Dannenrod, Erbenhausen, Höingen mussten sich jahrelang mit Richtfunklösungen behelfen. Mit Richtfunk wurden oftmals nur Bandbreiten von wenigen Mbit erreicht, was für die Bürgerinnen und Bürger absolut unbefriedigend war“, so Bürgermeisterin Blum. Appenrod, Dannenrod und Erbenhausen wurden in 2020 durch das Unternehmen Goetel angeschlossen. Goetel verlegte Glasfaser und schloss zunächst die bestehenden Kabelverzweiger ans Glasfasernetz an. Für die sogenannte letzte Meile werde das bestehende Kupferkabel genutzt.
„Was sich einfach anhört, war jedoch das Ergebnis langwieriger, harter aber letztendlich erfolgreicher Verhandlungen mit Goetel“, berichtet die Bürgermeisterin. Durch die Reservierung der Kabelverzweiger für Goetel seien diese für andere Unternehmen einschließlich der Telekom faktisch blockiert gewesen. In den Verhandlungen seien verbindliche Vereinbarungen über den Ausbau und vor allem die zügige Umsetzung festgeschrieben worden. Somit sei die Gefahr einer weiteren eventuell jahrelangen Hängepartie für die Bürger der betroffenen Stadtteile abgewendet worden.
„Ein Meilenstein für Homberg“
Die Vereinbarungen würden eingehalten und ein Haushalt nach dem anderen werde in diesen Tagen von Goetel ans Netz genommen. „Der Anschluss der gesamten Stadt an ein Breitbandnetz, welches diesen Namen auch verdient, ist somit jetzt endlich erreicht“, zeigt sich Bürgermeisterin Blum zufrieden. „Dies ist ein Meilenstein für Homberg. Gerade in der derzeitigen Pandemie, die Themen wie Homeoffice und das Bedürfnis nach großen Bandbreiten aufwirft, kann es aber nur als Zwischenschritt gewertet werden. Die zukünftige Erforderlichkeit größerer Bandbreiten ist offensichtlich, und so liegt nun der Fokus darauf, auf die Übergangstechnologie Vectoring einen Glasfaserausbau bis in jedes Haus folgen zu lassen“, so Blum.
Die Verwaltung sei hier weiterhin aktiv und könne folgenden aktuellen Stand mitteilen. Die Deutsche Telekom habe zwar in zehn Stadtteilen die Kabelverzweiger und im Rahmen des geförderten Ausbaus Gewerbebetriebe direkt ans Glasfasernetz angeschlossen. Ein flächendeckender Ausbau für private Haushalte von diesen bestehenden Anschlusspunkten sei allerdings kurz- und mittelfristig nicht vorgesehen.
TNG zeige Interesse
Auf Nachfrage habe die Telekom erklärt, dass die Firmenphilosophie nicht nur in Homberg sondern auch im Vogelsberg und darüber hinaus einen flächendeckenden Ausbau ländlicher und damit weniger lukrativer Räume nicht vorsehe. „Wir sind daher mit anderen Unternehmen im Gespräch, die ländliche Räume ans Glasfasernetz anschließen wollen“, berichtet Bürgermeisterin Claudia Blum. In den vormals benachteiligten Stadtteilen Appenrod, Dannenrod und Erbenhausen sei dies die dort bereits aktive Firma Goetel. Goetel habe mitgeteilt, dass der FTTH-Ausbau, also der Anschluss jedes Hauses direkt mit Glasfaser, für das 2. und 3. Quartal 2021 vorgesehen sei. Für die Stadtteile Bleidenrod, Büßfeld, Deckenbach, Höingen und Schadenbach habe die Firma TNG Stadtnetz FTTH-Ausbauinteresse mitgeteilt.
Die TNG Stadtnetz baue auch in benachbarten Kommunen ein FTTH-Netz auf und beabsichtige, dieses über Mücke und Gemünden kommend nach Homberg auszudehnen. Zum 1. April 2021 solle die Vermarktung beginnen. Wie auch in den anderen Kommunen würde der Ausbau bei einer Vorvertrags-Quote von 40 Prozent der Haushalte realisiert werden. Die Hausanschlüsse sollen in der Vermarktungsphase kostenfrei angeboten werden. Der Ausbau solle im Jahr 2022 abgeschlossen werden. TNG Stadtnetz ist sicher, dass die Quote erreicht werde und strebt in einem zweiten Schritt den Ausbau der Kernstadt und weiterer Stadtteile mit einer Fertigstellung im Jahr 2023 an.
„Glasfaser ist die Zukunft“, erklärt Bürgermeisterin Claudia Blum. „Wir bleiben bei den Gesprächen mit verschiedenen Unternehmen am Ball, damit Glasfaser in alle Haushalte kommt und wir nicht nur eine gute sondern eine sehr gute Internetversorgung für Homberg erreichen.“
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Wir haben schon verloren bevor wir anfangen,bei diesem gewürge mit den anbiedern kann doch nichts gescheides rauskommen.Ich Sehe nur unsere Unfähigkeit in der ganzen Aktion.