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Zusammenlegung der Vogelsberger Pflegeakademie und der Krankenpflegeschule am Kreiskrankenhaus in AlsfeldWas es mit der „Vogelsberger Akademie für Gesundheitsberufe“ auf sich hat

ALSFELD (akr). Aus der Vogelsberger Pflegeakademie mit Sitz am „Ringofen“ und der Krankenpflegeschule am Kreiskrankenhaus Alsfeld wird in Zukunft die „Vogelsberger Akademie für Gesundheitsberufe“. Die beiden Einrichtungen werden unter einem Dach zusammengelegt. Wie kam es zu dieser Entscheidung und welche Änderungen bringt diese Zusammenlegung mit sich? Oberhessen-live hat nachgefragt.

Zum 1. Januar 2020 ist bundesweit das Pflegeberufegesetz (PflBG) in Kraft getreten. Von jetzt an werden beide Pflegeschulen die gleiche Ausbildung zum Pflegefachmann/-frau anbieten. Diese Ausbildung beinhaltet die Vermittlung von Inhalten aus der Altenpflege sowie der Krankenpflege. „Das gemeinsam aufgebaute „Know-how“ in den unterschiedlichen Disziplinen der allgemeinen Akutpflege in stationären Einrichtungen, der allgemeinen ambulanten Akut- und Langzeitpflege sowie der allgemeinen Langzeitpflege in stationären Einrichtungen soll synergetisch genutzt werden“, erklärt Thomas Müller, Leiter der Vogelsberger Pflegeakademie.

Die Lehrkräfte beider Schulen können ihr unterschiedliches Fachwissen und ihre Erfahrungen einbringen. Das komme den Auszubildenden zugute, denn sie können auf einen ausgesprochen breiten Wissens- und Erfahrungsschatz zurückgreifen. Dadurch sei eine höhere Ausbildungsqualität zu erwarten. Eine starke Pflegeschule im Vogelsbergkreis könne der überregionalen Konkurrenz auf dieser Ebene positiv begegnen.

Durch das neue Gesetz und die Einführung der generalistischen Ausbildung solle die längst fällige Aufwertung des Berufsbildes in der Pflege unterstützt werden. Die neue Schule trage diesem Umbruch in der Pflegeausbildung Rechnung. Bereits im Juni 2019 stimmte der Kreistag für die Zusammenlegung der beiden Vogelsberger Krankenpflegeschulen. Vor dem Hintergrund des bundesweit in Kraft getretenen Pflegeberufegesetz werde damit der Vogelsbergkreis als Ausbildungsstandort für die ausgesprochen wichtigen Pflegefachberufe gestärkt.

Erweiterungsbau geplant

Da sowohl die Räumlichkeiten der bestehenden Altenpflegeschule noch die der Krankenpflegeschule am Kreiskrankenhaus nicht ausreichen, eine solch große Schule mit rund 200 Plätzen unterzubringen, muss eine bauliche Erweiterung her – und genau diese sei am Standort Ringofen aufgrund der räumlichen Situation besser machbar. Zudem könne dann auch das Kreiskrankenhaus die dann freiwerdenden Räumlichkeiten anderweitig nutzen. Bis Ende 2022 sollen die neuen Räume der künftigen „Vogelsberger Akademie für Gesundheitsberufe“ bezugsfertig sein.

Der Standort „Am Ringofen“ soll erweitert werden. Foto: akr

Bis es dann schließlich an den Umzug geht, werden die laufenden Kurse in der Übergangszeit an beiden bekannten Standorten unverändert fortgeführt. „Die Ausbildung zum Pflegefachmann/-frau wird an beiden Standorten von dem jeweils dort beschäftigten Lehrpersonal, nach einem gemeinsam erstellten Lehrplan/Curriculum, umgesetzt“, so Müller, der übrigens künftig dann auch die Leitung der gemeinsamen Schule übernehmen wird. Carsten Reitz, der bislang die stellvertretende Leitung der Krankenpflegeschule inne hat und seit der Verabschiedung von Christiane Schwind derzeit kommissarischer Leiter ist, wird die Stellvertretung der Gesamtschule übernehmen. „Damit haben wir ein starkes Leitungsteam, das hohe Kompetenz aus beiden Bereichen einbringt“, findet der Vogelsbergkreis.

Finanziert werde die Erweiterung am Ringofen durch einen externen Investor, und nicht durch die Schule oder deren Gesellschafter. „Durch das Krankenhausfinanzierungsgesetz beziehungsweise Pflegeschulenfinanzierungsgesetz (PflSchulFinanzG) werden die der Schule entstehenden Miet- und Investitionskosten refinanziert. Im Gesamten wird sich die neu gegründete Pflegeschule finanziell als auch qualitativ verbessert darstellen“, erklärt Müller. Arbeitsplätze würden durch die Zusammenlegung keine gestrichen – im Gegenteil. Die in Kraft getretene Pflegeschulenverordnung regele den Personalbedarf, dadurch entstehe der Bedarf einer Aufstockung des Personals ab dem 1. Januar 2021 für die neue Pflegeschule.

6 Gedanken zu “Was es mit der „Vogelsberger Akademie für Gesundheitsberufe“ auf sich hat

  1. Hier hat sich durch unklare Formulierung ein Missverständnis eingeschlichen:
    „wird die Stellvertretung der Gesamtschule übernehmen“ konnte so missverstanden werden, dass damit die örtliche öffentliche Gesamtschule und nicht die gesamte (zusammen gelegte) Kranken- und Altenpflegeschule gemeint sei. Wenn man’s weiß, weiß man’s. Und natürlich ist dann die Passage zum Thema A15 völliger Unsinn. Aber Krankenpflegeschule + Altenpflegeschule sind eben auch keine „Gesamtschule“ (das ist ein besetzter Begriff!!), sondern eben nur „die gesamte Schule“! Sorry!

  2. Gefährliches Halbwissen führt offensichtlich zu solch einem inkompetenten Kommentar. Der Vergleich mit Scheuer gleicht dem Vergleich von Äpfel mit Birnen. Eine Gegenüberstellung von eigener Finanzierung mit einer Anmietung wird jeder kaufmännisch orientierte Verantwortliche vornehmen. Im öffentlich-rechtlichen Bereich sind zudem besondere Aspekte zu berücksichtigen. Genau aus diesem Grund ist das jetzige Modell gewählt worden. Ein solches Investment auf eigenes Risiko zu finanzieren – hierzu gehört unternehmerischer Mut. Dem externen Investor ist hierfür Respekt zu zollen, um auch künftig eine soziale und wichtige Ausbildung zu ermöglichen. Weiterhin vor Ort in Alsfeld und zur Sicherung und Ausweitung von Arbeitsplätzen.
    Also anonymer Kommentator: Wenn Kritik geübt wird, ist das in unserem demokratischen und sozialen Rechtsstaat legitim. So steht es im Grundgesetz [Art. 28 (1)]. Dann aber bitte fundiert, plausibel begründet, um so die Leser zu überzeugen. Und unter Angabe des Namens als Verfasser. Inkompetenz und Hetze haben wir in anderen Bereichen bereits genügend zu beklagen.

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    1. Ja wenn gleich der Vergleich, dann gleicht er nur vielleicht… Warum wird hier eigentlich unter dem Vorwand der Kompetenz eine inhaltsleere Behauptung nach der anderen abgeleiert? „Eine Gegenüberstellung von eigener Finanzierung mit einer Anmietung wird jeder kaufmännisch orientierte Verantwortliche vornehmen.“ Ja, wird er hoffentlich. Aber man fragt sich dann doch, zu welchem Ergebnis der Verantwortliche hierbei kommt und ob er bei der Endabrechnung noch für sich in Anspruch nehmen kann, die kaufmännische Orientierung nicht verloren zu haben. Und ob er die Verantwortung für seine Schlussfolgerungen dann auch zu tragen bereit ist. Das Scheuer’sche Prinzip – egal ob man’s mit Äpfeln oder Birnen vergleicht – ist da doch erfahrungsgemäß: Maximalen Schaden anrichten und die Verantwortung dann sonst wem zuschieben. Am Ende zahlt in aller Regel der Staat/Steuerzahler die Zeche. Zum Beispiel hier nachzulesen: https://www.zeit.de/wirtschaft/film/2017-08/autobahnen-privatisierung-einsparungen-staat/komplettansicht
      Nun sollte man niemals versuchen, zwei Herren zu dienen. Der öffentliche Auftraggeber muss für größtmögliche Wirtschaftlichkeit eines Bauprojekts sorgen. Wer glaubt, im öffentlich-rechtlichen Bereich sei ein anderer Aspekte zu berücksichtigen als dieser, sollte vom öffentlichen Dienst möglichst fern gehalten werden. Die Interessen eines privatwirtschaftlichen Partners, der seine Leistungen zu teuer anbietet, haben den öffentlichen Auftraggeber jedenfalls nicht zu interessieren. Und dann kommt dieser Satz, den Herr Holger Feick allen Ernstes als Argument gegen gefährliches Halbwissen inkompetenter Kritiker ins Feld führt: „Ein solches Investment auf eigenes Risiko zu finanzieren – hierzu gehört unternehmerischer Mut. Dem externen Investor ist hierfür Respekt zu zollen, um auch künftig eine soziale und wichtige Ausbildung zu ermöglichen.“ Was ist das denn? Man nimmt Unwirtschaftlichkeit zu Lasten der öffentliche Hand in Kauf aus Respekt vor der Risikobereitschaft des Privatinvestors und weil durch die Nutzung der von ihm erstellten und mit Gewinn an die öffentliche Hand vermieteten Immobilie eine wichtige Ausbildung in einem Sozialberuf ermöglicht und Arbeitsplätze in der Region geschaffen werden? Da fehlt doch die Prämisse, dass die Realisierung der Schulerweiterung ohne das PPP-Projekt nicht möglich gewesen wäre. Aber das ist Quatsch. Natürlich hätte der Landkreis selbst bauen können. Und zwar, darum geht es hier doch, billiger!!!

  3. Und natürlich findet er erstmal gut, was er da so macht. Und was macht er? Er macht erstmal aus zwei Schulstandorten einen. „Unter einem Dach“ heißt allerdings, dass zunächst ein größeres Dach her muss. Denn an keinem der bisherigen Standorte reicht die Raumkapazität aus. Das größere Dach errichtet ein privater Investor. Und der macht das nicht für umme, sondern vermietet die geschaffenen Räumlichkeiten anschließend an den öffentlichen Pflegeschul-Träger. Niete + Miete = Rendite. Will sagen: Die Miete dürfte höher liegen als der Finanzierungsaufwand der Baukosten für den Landkreis es gewesen wäre. Und wenn man höher sagt, meint man in der Regel „sehr viel höher“. Ob das wirtschaftlich ist, berechnet am besten der Scheuer-Andi in seiner neuen Funktion (Anschlussverwendung nach Verkehrsminister) als Private-Public-Parnership-Experte. Für höhere Personalkosten nach der Fusion ist auch bereits bestens gesorgt. Zitat: „Die in Kraft getretene Pflegeschulenverordnung regele den Personalbedarf, dadurch entstehe der Bedarf einer Aufstockung des Personals ab dem 1. Januar 2021 für die neue Pflegeschule.“ Andererseits braucht man nur noch einen Pflegeschulleiter. Den anderen hat man bereits als stellvertretenden Leiter der Gesamtschule verplant. Eine solche Stelle (A 15) müsste allerdings allgemein ausgeschrieben werden, und es bewerben sich erfahrungsgemäß auf die wenigen höher dotierten Posten im Schuldienst oft Kandidaten mit beeindruckender Qualifikation, die dann dem Pflegeschulen-Leiter a.D. eigentlich vorgezogen werden müssten. Da wird dann wohl kräftig gekungelt werden, damit trotzdem derjenige die schöne Stelle bekommt, der unbedingt untergebracht und abgefunden werden muss. Leistungsprinzip im öffentlichen Dienst nennt man das. Piep, piep, piep / Wir ham‘ uns alle lieb / Und erkennen ein Prinzip / Daran, dass es keines gibt.
    Wieso dabei dann „ein starkes Leitungsteam“ heraus kommt, „das hohe Kompetenz aus beiden Bereichen einbringt“, ist nicht unbedingt schlüssig. Aber das findet sich.

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    1. …dass die, die hier diesen Artikel so eifrig disliken, jemals hinter die Kulissen von Public-Private-Partnership-Projekten oder die der Stellenbesetzung im Öffentlichen Dienst geblickt haben. Den Steuerzahler kommt „PPP“ in aller Regel teuer zu stehen (siehe https://www.gemeingut.org/ppp-bilanz-nach-zwolf-jahren-katastrophal/). Letztes Kabinettsstückchen (in obigem Kommentar mit Recht erwähnt): Andi Scheuers katastrophal gescheiterte PKW-Maut. Bei dem Namen Andi Scheuer kann man direkt überleiten zum Leistungsprinzip im öffentlichen Dienst. So gut wie nie bekommt der am besten qualifizierte Bewerber die höher dotierte Stelle. Immer ist irgendein Parteibuch-Bewerber oder im Politik-Circus abgewähler Kandidat unterzubringen, für den gerade keine fette Pfründe bei Lotto-Toto-Rennquintett, einem Wohlfahrtsverband, Lobbyisten-Verein oder sonstigen Versorgungswerk für die „Elite“ frei ist. Der Kommentar oben ist von daher voll berechtigt, wird aber leider offensichtlich vor allem von Dummen gelesen.

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      1. Die Pflegeschule hat nichts mit einer staatliche Schule zu tun, A15 und öffentliche Ausschreibung sind völliger Unsinn in dem Zusammenhang. Gesamtschule bezieht sich in dem Artikel auf die Zusammenlegung der vorher eigenständigen Schulen zu einer Gesamtheit. Hier werden bei völliger Unwissenheit über Zusammenhänge in diesem Gebiet Behauptungen aufgestellt, die schlichtweg falsch sind.

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