
AfD-Informationsveranstaltung mit Gauland auf der einen Seite, Anti-Rassismus-Demo auf der anderen„Wir stehen zu Deutschland, wir sind und bleiben Deutsche“
FLENSUNGEN (ls). Es waren zwei Seiten, die am Donnerstag im Mücker Ortsteil Flensungen aufeinander trafen: Die Vogelsberger AfD nebst Gastredner Alexander Gauland auf der einen – und Demonstranten, die gegen Rassismus und eben jene Partei demonstrierten, auf der anderen. Eindrücke von einem Abend der zeigt, wie gespalten die Republik gerade ist.
Im Saal ist es ruhig, aber nicht still. Während aus verschiedenen Ecken gemäßigte Gespräche durch die Luft ziehen, erinnert die gedämpfte Musik, die durch die offenen Türen in den Saal schallt an das, was sich vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Flensungen an diesem Donnerstagabend abspielt.
Schon von Weitem sind die auffällig vielen Autos an den Straßenseiten zu sehen, je näher es in Richtung Dorfgemeinschaftshaus geht, desto mehr werden es. Die letzten Meter zum Ort des Geschehens werden durch Polizisten abgesperrt. Es ist einiges zu hören im Hintergrund: Trillerpfeifen, Musik, laute Rufe. Um den Eingang zu erreichen, muss man einen Umweg in Kauf nehmen, vorbei an der Demonstration für ein buntes Mücke, ein Mücke ohne Fremdenhass.
Kurzfristig haben sie sich zu einer friedlichen Kundgebung formiert, um den lokalen Widerstand gegen die AfD sichtbar – und hörbar – zu machen. 263 Teilnehmer sind es eigenen Angaben nach über den Abend verteilt. Anwohner, Bürger und Gemeindemitglieder, die gemeinsam ein Zeichen gegen Rechts setzen möchten. Erst zwei Wochen vor der Veranstaltung der AfD mit der parteiprominenten Besetzung sei das Treffen der Partei in der Gemeinde bekannt geworden, innerhalb von drei Tagen ist die Idee der Bürgerinitiative „Mücke bleibt bunt“ entstanden. Innerhalb von zwei Tagen sind eine Webseite, Mailadressen und Pressemitteilung entstanden, nur einen Tag vor der Veranstaltung im DGH wurde die Demo organisiert und angemeldet.

Der Weg zum Dorfgemeinschaftshaus: Unter dem Namen „Mücke ist bunt“ haben sich einige Anwohner versammelt, um gegen die AfD-Veranstaltung im DGH in Flensungen zu demonstrieren. Fotos: ls
„Ich bin begeistert, was alles möglich ist, wenn alle zusammen anpacken. „Mücke bleibt bunt“ ist eine überparteiliche Initiative, die gerade erst entstanden ist“, erklärt der Initiator, der zwar ehemals aus Mücke kommt, mittlerweile allerdings in der Schweiz lebt. Seinen Namen möchte er nicht öffentlich lesen. Man wolle sich von rechter Hetze und pragmatischen Lösungen distanzieren, erklärt er, wolle allerdings auch kein Gegeneinander, sondern sei bereit für den Diskurs.
Bei all dem habe er viel Hilfe durch die Mücker selbst bekommen, die sich auch um die Organisation vor Ort kümmerten. „In Zeiten eines erstarkenden Rechtspopulismus ist es demokratische Pflicht, der AfD entgegenzutreten. Wir stehen für ein weltoffenes und buntes Mücke, in dem braunes Gedankengut, ob blau oder sonst wie angemalt, nichts verloren hat. Eine wehrhafte Demokratie darf nicht unkommentiert hinnehmen, wenn die Menschenfeinde von der AfD ihre Hetze verbreiten“, heißt es von dem Bündnis.

Später am Abend: Die Demonstranten stehen noch immer auf der Straße vor dem DGH.
Durchmischtes Publikum im Saal
Die Gäste im Saal erheben sich von ihren Stühlen, die im entsprechenden Abstand voneinander entfernt überall im Saal verteilt stehen. Kein Stuhl ist in den hinteren Reihen noch frei, das Publikum durchmischt: alt und jung. Ein Kleinkind brabbelt vor sich her. Einzig die ersten beiden Reihen, direkt vor den Rednern, sind spärlich besetzt. „Presse“ oder „Reserviert“ steht auf weißen Zetteln darauf. Sie sollen den Abend auch weiterhin überwiegend frei bleiben. Plötzlich erheben sich die Gäste von den Stühlen und stimmen in einen lauten Applaus ein, die drei Redner betreten den Saal und schreiten vor das Publikum in Richtung ihrer Plätze.
Drei bekannte Parteikollegen sind der Einladung der AfD Vogelsberg an diesem Abend gefolgt, um auf der Informationsveranstaltung und sicherlich auch zum Auftakt vor den Kommunalwahlen im nächsten Jahr zu sprechen: Die beiden Bundestagsmitglieder Mariana Harder-Kühnel und Martin Hohmann sowie der Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion und Ehrenvorsitzende Alexander Gauland. Nacheinander werden sie an diesem Abend das kleine, aber höher gesetzte Podium betreten in dessen Hintergrund ein Beamer ein Bild einer Landschaft an die Wand wirft. „Unser Land, unsere Heimat, mein Vogelsberg“ steht auf dem charakteristischen Blau der Partei. Während das tosende Klatschen des Publikums allmählich zu verstummen beginnt, werden die Türen geschlossen. Der Blick fällt auf Plakate, die an den Wänden im Saal hängen. „Geld für Rente statt für illegale Migranten“ ist darauf beispielsweise zu lesen.

Einige Interessierte waren zur Infoveranstaltung gekommen.
Die Musik und das Pfeifen von draußen dringen nur noch unverständlich und dumpf ins Innere des Dorfgemeinschaftshauses. Manchmal sind es Lieder, deren einzelne Strophen noch deutlicher hörbar sind und die daran erinnern, dass die Demonstranten für ein buntes Mücke noch immer auf der Straße vor dem Dorfgemeinschaftshaus stehen. Dann ergreift Gerhard Bärsch das Wort, die Gespräche verstummen.
Gerhard Bärsch, Kreissprecher der AfD Vogelsberg
„2016 befand sich die von der Bundesregierung herbeigeführte Flüchtlingskrise auf dem Höhepunkt. ‚Wir schaffen das‘, lautete das Versprechen von Kanzlerin Merkel. 2020 stelle ich fest: wir haben es nicht geschafft“, positioniert sich Bärsch. Das Gegenteil sei der Fall. Noch immer würden jährlich Migranten in der Größenordnung einer Großstadt nach Deutschland kommen, fährt er fort und bezieht sich dabei auf Zahlen von Hans-Eckhard Sommer, dem Präsidenten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf), ohne eine konkrete Größenordnung zu nennen.
Das sei das schon vor den Bränden in den Flüchtlingslagern in Moria und auf Samos so gewesen, die, so erklärt es Bärsch „nach Aussagen der griechischen Regierung von Migranten selbst gelegt wurden, um ihre Weiterreise zu ihrem Wunschziel insbesondere nach Deutschland zu erpressen“. Statt der Bitte des griechischen Premierministers Kyriakos Mitsotakis nachzukommen und keine Migranten aufzunehmen, würden sich die Altparteien beinah täglich mit neuen Aufnahmezahlen überschlagen. Das stimmt so nur zum Teil. Die griechische Regierung hat unterstrichen, sich nicht erpressen lassen zu wollen, jedoch gab es sehr wohl die Bitte, minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen. „Was ist das für ein fatales Signal, was die Politiker aussenden: ‚Zündet eure Unterkünfte an, dann bekommt ihr etwas Besseres‘. Ganz offensichtlich hat man aus 2015 nichts gelernt“, so Bärsch.

Gerhard Bärsch, Kreissprecher der AfD Vogelsberg stellt die Wahlkampfziele zur Kommunalwahl im kommenden Jahr vor.
Im Wahlprogramm der Vogelsberger AfD zur Kommunalwahl, so erzählt er, würden alle kommunalrelevanten Themenkomplexe abgebildet werden: Von der Verkehrsinfrastruktur, der flächendeckenden Abschaffung von Straßenbeiträgen, dem Natur- und Umweltschutz – allem voran die Verhinderung des Baus von neuen Windkraftanlagen, der Wasserschutz, die Sicherheit im Kreis, Demographieprobleme und der Erhalt und die Stärkung der Krankenhäuser und der medizinischen Versorgung auf dem Land sowie eine bessere Ausstattung der Feuerwehren.
„Auch 2020 tut alternative, bürgernahe Politik und eine starke AfD weiterhin Not“, sagt er. Wie schon jetzt verschreibe sich der Kreisverband auch im nächsten Kreistag der Sachpolitik „ohne ideologische Schere im Kopf“. Man wolle eigene Anträge einbringen, sich begründeten Anträgen der anderen Partei aber nicht verweigern, so habe man es – im Gegensatz zu den anderen Parteien – auch in der Vergangenheit getan.
Mariana Harder-Kühnel, AfD-Mitglied im Deutschen Bundestag
Einen Ausblick auf vier erst vor Kurzem eingebrachten Anträge der AfD im Bundestag gab Mariana Harder-Kühnel, Obfrau für Familie, Frauen, Senioren & Jugend und frauenpolitische Sprecherin der Partei, die nach den einführenden Worten von Bärsch als „Powerfrau“ vorgestellt wurde. Die Bekämpfung der Vielehe in Deutschland sei einer der Anträge, erklärt sie und führt aus: „Im Islam sind bis zu vier Ehefrauen erlaubt, zuzüglich einer belieben Anzahl an Konkubinen. Diese Art der Vielehe ist mittlerweile auch in Deutschland für viele muslimische Männer eine Selbstverständlichkeit geworden.“ Möglich sei das, weil im Ausland geschlossene Ehen in Deutschland anerkannt würden, man dort allerdings auch religiös heiraten könne, ohne vorher standesamtlich verheiratet zu sein. Das führe dazu, dass muslimische Männer unerkannt mehrere Frauen heiraten und die Zweit- oder Drittfrauen würden dann hier als Kindesmutter Sozialleistungen erhalten.
Die Forderung: Das Verbot der religiösen Voraustrauung wieder einführen, was es früher einmal gegeben habe. „Wir leben in Deutschland, wir leben nicht im Orient. Deshalb fordern wir: Zur Ehe gehören immer nur zwei: ein Mann und eine Frau. Die Ehe ist übrigens der einzige Bereich, in dem wir das fordern, was wir woanders ablehnen: Eine Frauenquote von 50 Prozent“, sagt sie. Auch Zwangs- und Kinderehen sowie ein Antrag zum Schutz vor Genitalverstümmelung seien Gegenstand der Anträge.
Was folgt, sind weitere, bekannte Argumente der Partei gegen mehr Einwanderung, die durch die „Grenzöffnung“ der Bundesregierung eine eigene Dynamik entwickelt habe. „Das führt dazu, dass immer mehr Menschen ihr eigenes Land nicht mehr erkennen, weil es immer wenige ihr Land ist. Das liegt an den Leuten, die mittlerweile in diesem Land leben“, sagt Harder-Kühnel. Immer weniger Deutsche würde es geben, mit denen man die selben Werte und Traditionen teile, dafür immer mehr Migranten, die oft aus Kulturen kommen, die mit der deutschen Kultur nicht vereinbar seien.

MdB Mariana Harder-Kühnel bei ihrer Rede: Zunächst wurden vier Anträge vorgestellt, danach folgten Informationen zur allgemeinen frauen- und familienpolitischen Ausrichtung der Partei.
Hinzu komme, dass die Deutschen selbst immer weniger Kinder bekommen würden – „während die Deutschen immer weniger werden, werden die Migranten immer mehr.“ Zu allem Überfluss hätten die Jusos eine Legalisierung von Abtreibungen bis in den neunten Monat gefordert. „Das ist unglaublich. Wie moralisch verkommen muss man eigentlich sein, eine Abtreibung bis Kurz vor der Geburt zu fordern“, so Harder-Kühnel. So steuere man geradewegs auf eine demographische Krise zu. Das, was Harder-Kühnel dort erzählt, ist jedoch eine verfälschende Überspitzung. Tatsächlich haben die Jusos zwar eine Fristverlängerung für Abtreibungen gefordert sowie den Vorschlag unterbreitet, diese Fragen nicht mehr im Strafgesetzbuch zu regeln sondern in anderen Gesetzen, eine Forderung Abtreibungen bis zum neunten Monat zu erlauben stand als solches aber nicht im Raum.
Es sei die Politik der „grenzenlosen Migration“, die dazu führe, dass Frauen und Kinder zu Menschen zweiter Klassen würden, die „begrapscht, geschlagen und vergewaltigt werden dürfen und zur Verteidigung der Familienehre sogar ermordet werden dürfen“. Man importiere Konflikte, man importiere Traditionen und man importiere Frauenbilder, die sich mit der deutschen Kultur nicht in Einklang bringen ließen. Durch ein multikulturelles Deutschland gebe man die eigene Kultur kampflos auf. „Früher hat uns die Welt für unsere Ingenieurskunst und Dichter und Denker beneidet. Heute lacht man uns aus, weil wir an der Entwicklung des 71. Geschlechts sitzen. Aus dem Land der Dichter und Denker ist leider das Land der nicht mehr ganz Dichten geworden“, sagt Harder-Kühnel.
Alexander Gauland, Vorsitzender der AfD-Bundestagsfraktion und Ehrenvorsitzende
„Ein chinesischer Fluch besagt: Mögest du in bewegten Zeiten leben – es sind offensichtliche bewegte Zeiten in denen wir leben“, leite Gauland seinen Beitrag unter lautem Applaus ein. Mit bewegten Zeiten meine er nicht die Corona-Krise, da niemand so richtig wisse, ob es sich tatsächlich um eine Pandemie handele oder um eine Grippewelle mit einem außergewöhnlichen Virus als Auslöser. „Dieser Virus oder die dagegen ergriffenen Maßnahmen lassen die Realität der Gesellschaft wie hinter einer Milchglasscheibe verschwimmen. Wir starren auf diese Milchglasscheibe und versuchen zu erkennen, was sich dahinter tut. So viel ist sicher: Es tut sich etwas dahinter“, sagt Gauland. Wäre er ein Verschwörungstheoretiker, würde er sagen, dort würden politische Tatsachen geschaffen, denn die Bedrohung durch das Virus gebe eine gute Sichtblende ab, hinter der die Regierung eine Menge anstellen könne, was nicht so auffällig sei, wie in normalen, klarsichtigen Zeiten.
Vier Dinge seien es, die nun drohen würde: Eine schleichende globalistische Auflösung der Nationalstaaten, eine moralische Zerstörung der politischen Atmosphäre, die Ausweitung der staatlichen Befugnisse, die an Spätzeiten der DDR erinnere und eine Zerstörung der Geschichte, Kultur und Identität. „Das sehe ich als schlimmste Gefahr.“ Mit Corona habe das nichts zu tun, aber Corona halte es auch nicht auf, erklärt er und nennt ebenfalls das Beispiel des brennenden Flüchtlingslagers in Moria.

Alexander Gauland über das Coronavirus und die Migrationspolitik in Deutschland.
„Als ob uns illegale Masseneinwanderung nicht genug Probleme beschert hat, als ob immer noch nicht genug Deutsche Opfer von importierter Gewalt geworden sind, will Deutschland weiterhin die meisten Migranten aufnimmt“, sagte er. Bei Moria habe man gesehen, wie die Sache läuft: die griechische Regierung gehe von gezielter Brandstiftung aus und „alles, was rotgrüne Finger hat“ twittere die Aufforderung Flüchtlinge aufzunehmen – “ wie immer ohne Angabe der eigenen Adresse, obwohl sie ja angeblich alle Platz haben.“ Es sei, als hätte ein Virus die deutsche Festplatte befallen, der Virus der Hypermoral. „Dieses Virus ist weit gefährlicher als das Coronavirus. Das Virus programmiert Teile der von ihm befallenen Bevölkerung so, dass man politische Vernunft für populistisches Gift hält.“
Um sich einer aus Amerika überschwappenden antirassistischen Bewegung anzuschließen, würden die Linken die abendländische Kultur beschimpfen und die Schöpfung „bedeutender toter weißer Männer mit sadistischer Gehässigkeit“ verleumden. „Rufen wir uns in Erinnerung: es waren weiße Männer und auch Frauen, die die Sklaverei abgeschafft haben, es waren weiße Männer, die die Demokratie und Gewaltenteilung geschaffen haben, es waren weiße Männer, die die Menschenrechte etabliert haben“, sagt er. „Ohne die Augen vor tatsächlichen Fällen von Ungerechtigkeit und Alltagsrassismus zu verschließen: Die Black-Lives-Matter-Bewegung ist das trojanisch Pferd der Linken beim Angriff auf die westliche Zivilisation.“ Wer Geschäfte plündere, Häuser anzünde und Andersdenkende attackiere, der artikuliere keinen Protest, sondern wolle zerstören.
Er und die AfD würden wollen, dass Deutschland eine Demokratie und ein Rechtsstaat bleibe, dass Deutschland eine Marktwirtschaft bleibe, statt einer sozialistischen Wüste. Daran solle sich auch eine Migrationspolitik orientieren. „Den Klimaalarmisten halten wir entgegen: Wenn der Mensch den Klimawandel verursacht, dann ist die Bevölkerungsexplosion das größte Problem des Planeten“, sagt Gauland und fragt, warum sich die Grünen nicht für eine Geburtenkontrolle in Afrika einsetzen ,wenn es wirklich so schlimm um die Erde stehe.
„Und wenn der westliche Lebensstandard das Problem ist, warum sollen immer mehr Menschen in den Westen siedeln und den Standard genießen, anstatt dass man einen gewissen Bevölkerungsrückgang hinnimmt? Wenn Co2 der größte Klimakiller ist, warum fordern die Greta-Jünger nicht die Rückkehr zur Atomenergie? Da hatten wir eine Energie, die nicht viel Co2 ausstößt.“

Die Redner des Abends.
Martin Hohmann, AfD-Mitglied im Deutschen Bundestag
Der letzte, dritte Gastredner, Martin Hohmann, startet ebenfalls mit der „Migrationslawine“, die seiner Meinung nach noch bis heute laufe, von der man allerdings weniger mitbekomme. Die Begründung: Die großen Medien und die linksgrüne Politik hätten sich ein Schweigegebot auferlegt, doch der Migrationsstrom gehe auch 2020 weiter. Es sollte der kürzeste Redebeitrag an diesem Abend werden.
Die Altparteien seien sich in Bezug auf die Aufnahme von 1.553 Migranten aus Moria einig, moralisch die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Politiker anderer Meinung könne man nicht nachvollziehen, sagt er und verweist auf den österreichischen Kanzler Sebastian Kurz, der sich dafür ausgesprochen habe, dem Druck der Migranten nicht nachzugeben. „Nie hätte ich gedacht, das kleine Österreich mal zu beneiden als stolzer Deutscher“, sagt er.

MdB Martin Hohmann.
Das Signal der Merkel-Politik laute – das sei zugespitzt wie er selbst erklärt – man müsse kriminell werden, Unterkünfte abbrennen und komme so dem Wunschland einen Schritt näher. „Dieses pyromanische Verhalten könnte auch hier in Deutschland passieren, wenn den Damen und Herren die Unterkünfte nicht passen“, so Hohmann. Nur bei der AfD zähle noch die Vernunft, Realität und ein Sinn für das, was langfristig durch das Land und das Volk tragbar sei. „Das lässt uns einsehen: Die Aufnahme von Millionen Migranten hat die Welt nicht besser gemacht, weder in den Zielländern noch in den Herkunftsländern.“ Man müsse nun die „merkelsche Alternativlosigkeit“ als das entlarven, was sie sei: eine Lüge unter dem Deckmantel der Humanität und der Nächstenliebe – und Machterhalt um jeden Preis.
Durch die vielleicht gut gemeinte Aufnahme von jährlich zwei Millionen Afrikanern in Deutschland würde sich die Situation in Afrika selbst nicht ändern, allerdings drohe Deutschland dadurch recht bald einen Kollaps des Sozialsystems und von Recht und Ordnung. „Wir, die AfD, wollen das nicht. Wir stehen für die Verteidigung des Eigenen, für die Kultur, für unser Vaterland und wir überhöhen und erniedrigen uns nicht. Wir stehen zu Deutschland, wir sind und bleiben Deutsche“, sagt Hohmann.

Standing-Ovations und lauten Applaus gab es vom Publikum nach den Redebeiträgen, ehe Erinnerungsfotos geschossen wurden.
Es folgt lauter Applaus, der selbst die immer wieder durchdringenden Pfeifen von draußen übertönt. Standing-Ovations für die Redner, während sich die ersten Besucher schon auf den Weg nach vorne begeben, die Handys in der Hand. Sie wollen Erinnerungsfotos mit Gauland machen, dem parteiinternen Promigasts des Abends. Und während drinnen noch fotografiert wird, warten draußen noch immer die Demonstranten und Anwohner.
„AfD raus“ rufen sie, als die ersten Gäste der Infoveranstaltung das Dorfgemeinschaftshaus verlassen. Sie sind noch immer da, waren es die ganzen eineinhalb Stunden über – und schon einige Zeit davor. Noch immer mit den gleichen Zielen wie zu Beginn des Abends: Für ein buntes Mücke, gegen Rassismus und gegen Hetze gegen Muslime.

Draußen warteten sie auch nach der Veranstaltung noch: Die Gegendemonstranten von „Mücke ist bunt“.
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Schauen wir doch einfach einmal :
Deutsches Populationsdefizit, also FEHL an jungen Menschen ab dem Jahr 2014 allein bis zum Jahre 2034: insgesamt 9,960 Millionen
Polen Gesamt-Ist an jungen Menschen : 9,7 Millionen
Ungarn Gesamt-Ist an jungen Menschen : 2,3 Millionen
Und die anderen alteuropäischen Völkerschaften benötigen ihre eigenen Kinder zur Aufrechterhaltung ihrer eigenen Staaten SELBST ganz dringend!
Da müssen wohl notgedrungen die zumeist nichteuropäischen Ersatzenkel genannt Flüchtlinge dauerhaft auf den deutschen Arbeitsmarkt ran, die Tante Merkel halt woanders hergeholt hat!
Deren Tarnmame weiß ich bedauerlicherweise nicht!
Gestern Abend ProSieben Spezial. Wer hat es gesehen? Wenn man dem Glauben schenken darf, ist und bleibt die AfD eine rechte Partei die alles darauf setzt, dass es den Bürgern in Deutschland richtig schlecht geht. Um so mehr Migranten in Deutschland kommen um so mehr Stimmen bekommt die AfD. Die AfD ist Populismus pur. Muss in Deutschland verboten werden. Das ist schizophren. Gegen Anonymität bei Oberhessen Live habe ich nichts. Aber ABC-Schütze sagt schon alles.
Am späten Sonntagabend gibt’s noch mal einen richtig langen Artikel zu einem richtig wichtigen Thema aus der Redaktions-Backstube. OL-Redakteurin Luisa Stock erläutert dem von endlosen Corona-Beiträgen in allen Medien zermürbten OL-Nutzer, wie sich die aktuelle Spaltung der Republik im Vogelsberg-Dorf Mücke-Flensungen widerspiegelt. Malen nach Zahlen: Im Dorfgemeinschaftshaus der AfD-Anhänger vielköpfige, aber nicht exakt erhobene Schar. Draußen die 263 Teilnehmer (nach eigenen Angaben und über den Abend verteilt) einer Demonstration gegen AfD und für ein „buntes Mücke“. Langer Beitrag, kurzer Sinn: Die AfD-Blase im Saal macht sich mit ihren Standard-Argumenten froh, die „Bunten“ pfeifen und trillern zu dem, was sie selbst für das einzig Wahre halten. Fazit: In einer zunehmend von Unvernunft und Chaos zerzausten Welt erweisen sich die geschlossenen Weltbilder der einzelnen ideologischen Glaubensgemeinschaften als am allerwenigsten hilfreich. Man kennt die „Argumente“ längst zur Genüge und kann sie nicht mehr hören. Wenn jeder das Richtige täte, wäre ja alles längst richtig. Aber es macht/weiß/kann offensichtlich niemand immer beurteilen, was richtig sei. Und was gerade noch richtig erschien, kann sich wenig später als grundfalsch erweisen. Und deshalb läuft eben alles dauernd so richtig falsch. Und immer wird eine Hälfte der Wahrheit vergessen. Und zwar die Hälfte, die bei der monokausalen Erklärung der Unzulänglichkeiten dieser Welt gerade stört und einen unauflöslichen Widerspruch darstellt. Und jeder zeigt auf den Splitter im Auge des Andersdenkenden und siehet nicht den Balken im eigenen.
Ich habe am Donnerstag die „bunten“ Mückener gesehen und war über soviel Weltfremdheit schockiert.
Der ideologisch abgehobene Traum der Gegendemonstranten lautet: Alle Menschen sind genau wie ich. Alle sind lieb und nett wie ich. Alle wollen das Selbe wie ich. Wir halten uns rund um den Globus an den Händen, singen und tanzen und haben uns lieb. Wo ist das Problem? Wozu brauchen wir da noch Grenzen? Halleluja, hallo Allah, humba humba täterä!
Die Globalisten an der Spitze der Pyramide arbeiten an der Vereinzelung und Entfremdung der Menschen in der westlichen Kultur durch Immigration aus Drittwelt Ländern. Denn ohne eigenes Umfeld, ohne Identität sind die Menschen leichter zu lenken und zu versklaven.
In solch gestörten und gefährlichen Zeiten ist es wichtig und notwendig, sich auf die eigene Kultur, auf das eigene Land, auf die eigene Identität als Deutscher, Österreicher, etc. zu konzentrieren und daran festzuhalten. Auch auf unsere Identität als weiße Europäer. Wenn wir das jetzt nicht tun, stürzen wir gänzlich ins Chaos und begehen schlicht und ergreifend Selbstmord.
Schockiert über die Weltfremdheit der „bunten Mückener“, fliegt ihm glatt das Vollei aus der Panade, und es drängt ihn (es) zu den Worten: „Halleluja, hallo Allah, humba humba täterä!“ Aber irgendwas hat er da missverstanden (siehe der weiße Neger Humba-humba-Täterä; vgl. https://www.youtube.com/watch?v=iCWNBatp-kk).
Meine „Verhörungstheorie“: Nicht nur bei der Mehrheitsbevölkerung der Einwanderungsländer führt die Immigration zu Entfremdung von der eigenen Kultur, sondern auch bei den Migranten selbst. Wer vereinzelt und entfremdet in unseren westlichen Ländern ankommt (Flüchtlinge), reagiert genau so, wie „Schnitzel“ das uns „Ureinwohnern“ in „solch gestörten und gefährlichen Zeiten“ anrät: Sie besinnen sich (reflexhaft) auf die eigene Identität und Kultur. Aber wenn sich Leute aus anderen Kulturen und Religionen auf diese Weise gegen Entfremdung wehren, ist das natürlich falsch. Vielleicht sollte man angesichts von aktuell „30 Jahren Wiedervereinigung“ mal über den Kulturschock nachdenken, der die DDR-Bürger beim Anschluss ihres Landes – das AUCH Heimat war – an einen kapitalistischen Weststaat befallen hat. Warum hat denn die AfD die „Linke“ im Osten als Protestpartei fast flächendeckend abgelöst? Beobachten wir insofern nicht gerade einen Doppler-Effekt, der vieles erklären kann? Die ihrer Identität beraubten Ex-DDRler flüchten gleichzeitig zurück in die DDR-Nostalgie und sind zugleich mit einer Zuwanderung Fremder konfrontiert, die sich ebenfalls in die eigene Kultur und Religion zurück beamen, um in unserer Gesellschaft, deren Regeln sie nicht verstehen, nicht vollkommen entwurzelt zu werden. Doch damit stellen sie gleichzeitig das Therapiemodell DDR-Nostalgie (Autoritarismus) in Frage und auf den Prüfstand. Gerade im neuen System angekommen, wird dies den DDR-Bürgern von den Fremden streitig gemacht bzw. verliert durch diese noch einmal mehr an Ordnungsstrukturen und Verbindlichkeit. Hoch kompliziert!
Und deshalb sollten sich die, die sich mit unserem Staat, so wie er nun einmal ist, noch identifizieren können, gegenüber denjenigen, die das nicht können, nicht aufs hohe Ross setzen. Sehr gute ARD-Sendung (28.09.2020) zu diesem Thema: https://www.daserste.de/information/talk/hart-aber-fair/videosextern/wir-ostdeutsche-wir-westdeutsche-wie-gross-ist-die-kluft-wirklich-102.html). Siehe auch anschließend „hart aber fair“ (in der Überschrift verlinkt!).
Der Erfolg der AfD vor allem in Ostdeutschland, aber auch in den abgehängten Regionen der alten Bundesländer drückt aus, dass es bei jedem Strukturwandel Sieger und Verlierer gibt. Auch durch die ostdeutsche Bevölkerung geht ein Riss, der die Erfolgreichen von den Erfolglosen trennt. Und auch hier schreiben die Gewinner ihren Erfolg gern der eigenen Leistung zu, die allein aber in aller Regel nicht ausgereicht hätte, sondern von manchen glücklichen Umständen abhängig gewesen sein wird, und schauen auf die herab, die es bei gleichem Einsatz leider nicht geschafft haben. Das Leben bleibt ein Lotteriespiel. Der Staat kann bestenfalls den totalen Absturz in Armut und Elend verhindern. Aber ist das denn nichts? In einem AfD-Staat geht es den „kleinen Leuten“ ganz sicher nicht besser als unter der Herrschaft der „Altparteien“.
Vielen Dank für den sachlichen und unaufgeregten Bericht.
Eine tolle und mutige Partei, die die wahren Probleme des heutigen Deutschlands offen benennt. Meist zwar leider ohne konkrete und praxistaugliche Lösungen, aber sicherlich eine Bereicherung für den demokratischen Diskurs in Deutschland.
@ABC-Schütze
„Eine tolle und mutige Partei, die die wahren Probleme des heutigen Deutschlands offen benennt. Meist zwar leider ohne konkrete und praxistaugliche Lösungen, aber sicherlich eine Bereicherung für den demokratischen Diskurs in Deutschland.“
So, so, Ihre „tolle“ Partei, die angeblich eine „Bereicherung“ für den demokratischen Diskurs darstellt, musste heute mal wieder einen Spitzenfunktionär entlassen (den ehemaligen Pressesprecher Herrn Lüth), weil der davon schwadronierte, mehr Flüchtlinge ins Land zu lassen, damit die AfD davon profitiert. Danach könnte man ja die Flüchtlinge vergasen oder erschießen.
Herr Kalbitz hat sich im wahrsten Sinne des Wortes als schlagkräftiger Neonazi entpuppt, der seinen unrühmlichen Abgang noch beschleunigt hat, indem er einem Parteikollegen per Faustschlag einen Milzriss verpasst hat.
Der „Völkische Flügel“ musste sich auflösen, da dieser zu offensichtlich verfassungsfeindlich agiert (die Leute bleiben aber in der Partei und produzieren weiterhin die „braune Kruste“ auf dem Braten).
In Baden-Württemberg wurde am Montag der Abgeordnete Räpple aus der AfD-Fraktion rausgeschmissen, weil er auf einer Demonstration zum gewalttätigen Umsturz gegen den Staat aufgefordert hat. Sein Parteikollege und gleichfalls Landtagsabgeordneter Gideon musste schon vor einiger Zeit mühsam herausbefördert werden, da er zu offen antisemitisch war
und, und, und … Ich erspare mir hier weitere Beispiele, weil ich noch zwei Tage sitzen müsste, um nur die allerschlimmsten Vorfälle aufzuschreiben, die diese „Partei“ schon produziert hat.
Wenigstens haben Sie zurecht selbst erkannt, wie wenig praxistaugliche Lösungen die AfD produziert.
Mich ekelt es immer mehr vor dieser „Partei“. Geschichte war früher mein Lieblingsfach in der Schule und ich sehe mit Erstaunen, wie sich manche Dinge doch wiederholen könn(t)en. In der AfD gibt’s schon wieder genug „Führer“, die von der Machtergreifung träumen. Vor einiger Zeit gab es Drohschreiben an Kommunalpolitiker, die mit „Heil Höcke“ unterzeichnet waren. Dazu muss man wohl nichts mehr sagen.
Irgendwann merken es selbst die Parteiführer wie Lucke, Petri und Meuthen, was sie da für ein Feuer angezündet haben, aber dann ist es zu spät. Meuthen wird der nächste sein, der von den Radikalen geschasst wird und in Zukunft ist die AfD dann ganz offen eine neue Art von NPD und versteckt ihre braune Gesinnung gar nicht mehr
Was aber am Schlimmsten ist: Es gibt wohl tatsächlich Menschen, die aus genau diesen Gründen ihr Kreuz bei der AfD machen.
„Es gibt wohl tatsächlich Menschen, die aus genau diesen Gründen ihr Kreuz bei der AfD machen.“
Feindbild identifizieren und den/die Betreffenden als schuldig an der jeweiligen Misere hinstellen… Das primitivste Denkmodell funktioniert immer noch am besten. Ganz schlimm: Selbst ein Teil der Intelligenz stellt sich in den Dienst von Lüge, Dummheit und Hetze. Und sei es nur um der eigenen Karriere willen. Bestes Beispiel USA, Trump und die „bürgerliche“ Gesellschaftsschicht. Kaum zu ertragen: https://www.daserste.de/information/talk/maischberger/videos/george-weinberg-ron-williams-video-100.html
…man wäre in Flensungen an der Laber gewesen. Kann man den politischen Diskurs bereichern, indem man einfach nur mit Sprechblasen herum labert, ohne konkrete und praxistaugliche Lösungen anbieten zu können? Der sehr ausführliche OL-Bericht zeigt, wie man aus einer Mücke einen Elefanten macht, aus deren Wiesen aber statt funktionierender Lösungen dann bestenfalls der „weiße Neger Wumbaba“ steiget. Und alle, die sich beim politischen Diskurs leicht verhören oder beim Volkslieder Singen leicht mal den falschen Ton treffen, sind anschließend begeistert. Welche „Lösungen“ da in der Hinterköpfen der AfDler herum schwirren, hat ja gerade erst der Fall Lüth gezeigt: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article216773954/AfD-Sprecher-Lueth-Dieser-Mund-tat-Wahrheit-kund.html! Zu viele weiße Neger! Klar liegen auch andere Parteisprecher, die das Sprechen vielleicht besser unterließen, mit ihren Äußerungen ziemlich daneben. Aber der Unterschied ist: Die vergaloppieren sich nur, die anderen verplappern sich.