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DRK nimmt neue Rettungswache in Kirtorf in BetriebTschüss Mietwohnung, Hallo moderne Rettungswache

KIRTORF (akr). Die provisorische Rettungswache in Kirtorf gehört nach vier Jahren endlich der Vergangenheit an: Am Donnerstag konnte der Rettungsdienst des DRK Mittelhessens nach weniger als einem Jahr Bauzeit die neue und moderne Heimat offiziell in Betrieb nehmen.

Jahrelang war der Vogelsbergkreis Schlusslicht in Sachen rettungsdienstlicher Versorgung. Nirgendwo wurde zeitweise die gesetzliche Frist von zehn Minuten, in denen Helfer vor Ort sein müssen, in Hessen häufiger nicht eingehalten, als im Vogelsberg. Das sollte und musste sich ändern. Also machte man sich im Landratsamt Gedanken. Unter anderen kam man dort zu dem Entschluss, in Kirtorf eine provisorische Wache auf den Weg zu bringen, um so zumindest die Versorgungslücke im westlichen Kreis des Vogelsberg annähernd zu schließen.

Im Mai vergangenen Jahres wurde bereits ein neuer Notarzt-Standort in Ilbeshausen eingerichtet. Neue Rettungswachen sollten in Kirtorf, Herbstein, Nieder-Ohmen und Homberg folgen. In Nieder-Ohmen konnte die Wache bereits vor rund zwei Monaten in Betrieb genommen werden, Kirtorf war an diesem Freitag an der Reihe. „Für Herbstein und Homberg Ohm liegen die Baugenehmigungen auch schon vor“, erklärt Landrat Manfred Görig. Auch die Vergabe sei bereits erfolgt. Das Bündel an Maßnahmen, das kreisweit ergriffen wurde, zeigte ganz offensichtlich Erfolg. Von einer Einhaltung der Hilfsfrist von 66 Prozent im Jahr 2009 gelang es sich laut Zahlen des Kreises auf 85 Prozent im Jahr 2018 zu verbessern. „Wir sind also schon viel besser geworden und werden auch weiterhin dran bleiben“, freut sich der Landrat.

Landrat Manfred Görig während seines Grußwortes.

Aber jetzt wieder zurück zur neuen Rettungswache in Kirtorf. Von Anfang an war klar, dass der Hof der Familie Korell in Kirtorf nur eine Übergangslösung sein kann. Knapp vier Jahre stand nun unter dem Carport der Familie Korell, wo früher einst ihr eigenes Auto oder Landmaschinen standen, rund um die Uhr ein Rettungswagen bereit. Die Mannschaft war in einer leerstehenden Wohnung im Untergeschoss des Wohnhauses untergebracht. Das gehört jetzt aber der Vergangenheit an: Marburger Straße 40, lautet die neue Adresse der modernen Rettungswache in Kirtorf, also nur wenige Schritte vom Hof der Familie Korell entfernt.

1,25 Millionen Euro für den Bau der Rettungswache

Log ging es mit dem Bau im September 2019 und nicht mal ein Jahr später konnte die Rettungswache mit einer Gesamtfläche von rund 277 Quadratmetern offiziell übergeben werden. Direkt  an der Straße ist eine Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen, mit Ruhe-, Lager-, und Umkleideräumen sowie einer Hygieneschleuse entstanden. Ein großer Gemeinschaftsraum mit Küche und Zugang zur Terrasse runden die lichtdurchfluteten Räumlichkeiten der neuen Heimat ab. Insgesamt hat der Bau der neuen Wache, die den Anforderungen an den modernen Rettungsdienst entspricht, rund 1,25 Millionen Euro gekostet.

Beherbergten bislang die Übergangs-Rettungswache in Kirtorf: Kurt und Siglinde Korell. Foto: Jal

„Danke, dass sie so lange mit uns ausgeharrt haben“, bedankte sich Markus Müller, Geschäftsführer des Rettungungsdienstes Mittelhessen, bei Kurt Korell und freute sich, dass nun endlich ein geeignetes Grundstück gefunden werden und das Projekt dann schnell umgesetzt werden konnte. „So etwas klappt nur, wenn man an einem Strang zieht“. Zwar habe Corona auch ihnen den ein oder anderen Streich hinsichtlich Lieferungen gespielt, aber am Ende habe es zeitlich doch alles funktioniert.

Markus Müller, Geschäftsführer des Rettungsdienst Mittelhessen.

„Das ist ein guter Tag für die Rettungsversorgung im Kreis“, freute sich auch der Landrat Manfred Görig. Um im westlichen Kreisgebiet die Versorgungslücke schließen zu können, brauchte man dringend diese Wache. „Für die Bevölkerung ist der Lückenschluss ein dickes Plus“, betont er und ergänzte, dass in nächster Zeit noch einige Wachen nach den neuen Standards auf den Weg gebracht werden sollen. Man sei dabei das aufzuholen, was noch aufgeholt werden müsse.

Auch Kirtorfs Bürgermeister Andreas Fey zeigte sich froh und dankbar. „Es ist schön, dass der Kreis den ländlichen Raum betrachtet und geschaut hat, wie es mit der Versorgung vor Ort aussieht“, sagte Fey. Im ländlichen Raum habe man schließlich die gleichen Bedürfnisse, wie die Menschen in der Stadt. Jede Minute bei einer Rettung sei entscheidend, das habe er schon selbst oft erlebt, „deshalb bin ich umso glücklicher, dass wir das hier erreicht haben“.

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