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Wer bleibt nach Corona-Pause geschlossen, wer öffnet? Ein Blick auf die Vogelsberger FreibäderHoffnung auf den Sprung in das kühle Nass

ALSFELD (ls). Eigentlich hätte die Freibad-Saison bereits begonnen, doch durch die Corona-Krise bleibt das Wassererlebnis erst einmal aus und die Türen vieler Schwimmbäder geschlossen – so wie die Tür zum Alsfelder Erlenbad. Wann genau die Alsfelder wieder zum Baden und Sonnenbaden kommen dürfen, steht noch nicht fest, aber trotzdem laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Wenn wieder geöffnet werden darf, ist das Alsfelder Erlenbad bereit – und hat außerdem ein passendes Hygienekonzept. Was haben andere Freibäder im Vogelsberg geplant? Ein Blick in die Region.

Die Türen des Alsfelder Erlenbads sind seit dem Beginn der Corona-Krise geschlossen. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Freibad noch nicht geöffnet, hat also in diesem Jahr noch keinen Besucher gesehen. Trotzdem ist einiges los im Freibad. An vielen Ecken und Enden des großen Außenbereichs wird gearbeitet. Da werden Hecken geschnitten, die Becken gereinigt und anschließend langsam aber stetig mit Wasser gefüllt und kleinere Reparaturarbeiten werden gemacht. Fast so, als würde der Start in die Freibad-Saison kurz bevor stehen.

Mit diesem Eindruck liegt man nicht gänzlich falsch, denn die Badesaison in Hessen ist wieder los gegangen – wenn auch nur für Schwimmkurse und den Vereinssport. Seit dem 1. Juni dürfen Frei- und Hallenbäder nach der Corona-Pause endlich wieder öffnen, unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregelungen und auch dabei nicht für jeden, sondern lediglich für Schwimmkurse und Vereine. Und die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren.

„Wir bereiten hier gerade alles vor, sodass wir idealerweise, sobald Schwimmbäder mit entsprechendem Hygienekonzept wieder öffnen dürfen, auch öffnen können“, erklärte Erlenbad-Geschäftsführer Ralf Kaufmann. Während im Hintergrund das große Schwimmer-Becken mit Wasser befüllt wird – insgesamt bis zu zehn Tagen kann das dauern – ist das Nicht-Schwimmer-Becken bereits voll und mit einer Plane abgedeckt. Die Türen zum Freibad sind also geschlossen, doch innen wird bereits der Saisonstart vorbereitet über den das Land bis Mitte Juni entschieden haben möchte.

Kiosk geöffnet, große Luftkissen zum Hüpfen geschlossen

Durch die Vorbereitungen würde es nur noch knapp ein bis zwei Tage dauern, bis das Erlenbad nach einer offiziellen Erlaubnis des Landes auch für Bürger öffnen dürfte. Auf Grundlage des Pandemieplans der Gesellschaft für das Deutsche Badewesen hat das Erlenbad bereits ein Hygienekonzept erstellt – und das auch bereits mit dem Vogelsberger Gesundheitsamt besprochen. „Wir haben hier eine sehr große Liegewiese, die uns besonders bei den Abstandsregelungen zu Gute kommt“, sagt Kaufmann. Etwa 800 Personen könnten darauf mit gebotenem Abstand Platz finden, doch so viele habe man in Alsfeld selbst an guten Tagen im normalen Saisonbetrieb nicht gleichzeitig im Freibad.

Im Nicht-Schwimmer-Becken könnten sich gleichzeitig 190 Personen aufhalten, im Schwimmer-Becken 175. Dazu würde eine zusätzliche Aufsichtsperson eingesetzt werden, die die Wiese immer wieder kontrolliere. „Das bedeutet für uns natürlich einen Mehraufwand, aber auch hier im Schwimmbad gilt das, was im Alltag auch gilt: Abstand halten“, ergänzt Bürgermeister Stephan Paule, Aufsichtsratsvorsitzender des Bades. Auch Reinigungskräfte seien dann dauerhaft vor Ort. Der Kiosk und auch die Sonnenterrasse haben geöffnet, allerdings auch hier unter den nötigen Abständen. „Es wird alles ein bisschen anders als sonst. Es wird Warteschlangen und Absperrungen geben und viele Hinweisschilder“, erklärt Kaufmann.

Das Schwimmer-Becken wird mit Wasser gefüllt. Foto: ls

Bei den Umkleidekabinen werden die Sammelumkleiden geschlossen und nur die Einzelumkleiden würden zur Verfügung stehen. Die Duschen im Innenbereich bleiben ebenfalls geschlossen, auf die Toiletten dürfen maximal zwei Menschen gleichzeitig. Das Babybecken werde zwar geöffnet, der Spielplatz voraussichtlich nur zum Teil und die großen Hüpfkissen bleiben gesperrt.

„Wir appellieren außerdem auf die Vernunft der Badebesucher, denen wir das kühle Nass trotz allem ermöglichen wollen“, ergänzt Kaufmann und erklärt außerdem, dass man durch die Reinigung des Wassers mittels Chlor keine Angst vor einer Ansteckung durch das Badewasser haben müsse. „Eine Ansteckung durch das Badewasser ist sehr unwahrscheinlich. Das Wasser wird gereinigt und desinfiziert. Das sorgt dafür, dass sich keine Viren darin befinden“.

Der Versuch, den Badegästen die Verunsicherung zu nehmen

Durch all die neuen Vorkehrungen wolle man vor allem versuchen, den Menschen die Ängste zu nehmen, denn die Verunsicherung über einen bedenkenlosen Freibad-Besuch seien weiterhin groß. „Deshalb haben wir uns schon früh hingesetzt und ein Hygienekonzept erstellt, damit die Gäste trotz allem ein besseres Gefühl bekommen, auch wenn der Badebesuch in diesem Jahr nicht ganz so wird, wie gewohnt“, ergänzt Paule.

Das Erlenbad in Alsfeld ist jedenfalls auf eine hoffentlich baldige Öffnung nach der Corona-Pause vorbereitet: Sobald es möglich ist, möchte man öffnen. „Wir haben natürlich im Vorfeld alle möglichen Szenarien durchgerechnet. Ob es günstiger wäre es geschlossen zu halten oder es zu öffnen. Wir haben uns also entschieden es zu öffnen, wenn wir können. Der Hauptgrund lag für uns nicht in der Wirtschaftlichkeit, sondern in der Daseinsvorsorge“, sagt Paule. Die Bewegung sei auch in Zeiten von Corona ein wichtiges Thema und die Sommerferien stünden bevor, in denen viele Menschen nicht in den Urlaub fahren würden.

Auch in einer normalen Saison ist das Erlenbad ein Zuschussbetrieb, erklärt Paule – das würde sich auch unter Corona nicht ändern. Allerdings, gibt er zu bedenken, würden auch Kosten entstehen, wenn man das Bad in diesem Jahr geschlossen hält. “ Aber auch in normalen Jahren wäre es günstiger das Bad geschlossen zu halten, darüber wurde ja nicht das erste mal diskutiert“, sagt Paule. Immer wieder komme man in der Lokalpolitik trotzdem darauf, dass das Schwimmbad dennoch unverzichtbar sei.

So planen die Vogelsberger Freibäder für diesen Sommer

Das Alsfelder Erlenbad wird also, sobald es offiziell wieder erlaubt ist, für den privaten Besuch öffnen. Wie aber sieht es im restlichen Vogelsberg aus? Oberhessen-live hat nachgefragt.

Freibad in Homberg Ohm
Noch ist das Homberger Freibad geschlossen, doch auch hier laufen im Hintergrund die Vorbereitungen auf eine mögliche Öffnung für den privaten Betrieb. Theoretisch wäre das Freibad ab dem 15. Juni betriebsbereit und sobald die Erlaubnis vom Land da ist, hat man hier vor ebenfalls zu öffnen. Entsprechend würde der Pandemieplan stetig angepasst werden und man stehe in engen Abstimmungen mit dem Gesundheitsamt. Geplant ist, dass Schwimmzeiten vergeben werden, das Beachvolleyballfeld und auch der Kiosk würden allerdings geschlossen bleiben.

Freibad in Heimertshausen (Kirtorf)
Das Freibad in Heimertshausen würde geschlossen bleiben, selbst wenn man öffnen dürfte. Das teilte Kirtorfs Bürgermeister Andreas Fey auf Anfrage mit. Die Hygieneauflagen seien hier schlecht zu realisieren, da dazu schlichtweg Platz fehlt – sowohl im Becken, als auch auf der Liegewiese. Auch aus finanzieller Sicht ergebe eine Öffnung keinen Sinn. „Wenn man in einem Spaßbad ist, dann sollte man auch Spaß haben können“, erklärt Fey.

Freibad in Lauterbach
Das Freizeitzentrum in Lauterbach war lange Zeit im Stand-By-Modus, doch eine zeitnahe Öffnung war nach den Osterferien nicht abzusehen. Das Freibad wurde dennoch für einen möglichen Start vorbereitet, die Becken wurden allerdings noch nicht gefüllt. Realistisch gehe man nicht davon aus, dass es zu einer unbeschwerten Badesaison kommen wird, auch wenn die Entscheidung noch aussteht. Die verbandsseitig und von großen Bädern vorgelegten Musterpläne für eine stufenweise Eröffnung unter Einhaltung von strengen Hygiene-Standards und Abstandsregelungen habe man auf das Freizeitzentrum Lauterbach umgelegt, allerdings sei man zu dem Entschluss gekommen, dass sie nur schwer oder fast gar nicht umzusetzen scheinen, weshalb man den Fokus nun eher auf einen unbeschwerten Start in die neue Hallenbad- und Sauna-Saison ab Herbst legt. Dennoch steht eine offizielle Entscheidung weiterhin noch aus.

Freibad in Landenhausen (Wartenberg)
Eine endgültige Entscheidung ist im Freibad der Gemeinde Wartenberg, also das in Landenhausen, noch nicht gefallen. Zwar werden die Becken nun erst einmal mit Wasser gefüllt, doch das müsse so oder so geschehen, da man neue Technik eingebaut habe und die gelte es zu testen. Ansonsten warte man erst einmal auf die Bestimmungen der Landesregierung ab und gleiche die dann mit empfohlenen Pandemieplänen für Schwimmbäder ab. Wenn mit allen Vorschriften eine realistische Öffnung für Wartenberg möglich sei, dann würde auch hier das Freibad eröffnen. „Wir wollen gerne öffnen, aber es muss praktikabel sein und auch für die Besucher soll es Spaß machen ins Bad zu kommen“, erklärt Michael Zier.

Freibad in Ilbeshausen-Hochwaldhausen (Grebenhain)
Das Freibad in Grebenhain, genauer: in Ilbeshausen-Hochwaldhausen, bleibt in dieser Saison geschlossen. Das allerdings hat nicht unbedingt etwas mit Corona zu tun, sondern vielmehr auch damit, dass das Freibad derzeit behindertengerecht umgebaut wird. Auch das Bad in Grebenhain hat eine Förderung des Landesprogrammes SWIM dafür bekommen und steckt bereits mitten in den Umbaumaßnahmen.

Freibad in Kestrich (Feldatal)
Eine abschließende Entscheidung ist zwar noch nicht gefallen, allerdings stehen die Zeichen eher dafür, dass das Freibad in Kestrich in dieser Saison geschlossen bleibt. Das teilte Feldatals Bürgermeister Leopold Bach auf Anfrage mit. Es sei ein sehr kleines Freibad, bei dem es kaum möglich ist die Bahnen entsprechend der Abstandsregelungen abzusperren. Auch habe die Badeaufsicht des Freibades, die man sich mit dem Bad in Stadtallendorf teile, für diese Saison abgesagt. Aus diesen Gründen sei es wirtschaftlich kaum möglich hier zu öffnen. „Es ist sehr schade, ich tendiere aber eher dazu das Freibad in diesem Jahr geschlossen zu lassen“, erklärt Bach. Dennoch warte man auf die Hygienevorgaben des Landes und wäge dann ab.

Freibad in Schotten
Das Freibad in Schotten ist derzeit im Stand-By-Modus. Abhängig davon, wie die Landesregierung entscheiden wird, wird man auch hier eine Entscheidung treffen. Ob Schließung oder Öffnung steht im Schottener Freibad also noch nicht fest. Weiter Abwarten ist hier angesagt.

Freibad in Schlitz
Gleiches gilt auch im Freibad in Schlitz. Auch hier wartet man ab, was letztendlich genau von der Landesregierung entschieden wird. Erst dann wird man im Freibad in Schlitz eine endgültige Entscheidung treffen.

18 Gedanken zu “Hoffnung auf den Sprung in das kühle Nass

  1. Es wäre doch schön, wenn die Eintrittspreise mal bekannt gegeben würden.
    Saisonkarten soll es dieses Jahr ja nicht geben.
    Hans Zimmer

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  2. Freibäder sind in den meisten Fällen kein Profit Center mit dem man Gewinne erwirtschaftet. Bei familienfreundlichen Eintrittspreisen ist dies schwierig. Entweder man will es sich leisten oder nicht. Das die Stadt ein so schönes Freibad zur Verfügung stellt sollte doch auch gewertschätzt werden.
    Ein Erhöung der Eintrittspreise für Erwachsene wäre zu überdenken auch wenn es vielen Bauchschmerzen bereiten wúrde.
    Für die Zukunft des schönen Freibades hoffe ich das es Überlebt und sich Weiterentwickelt. Es gilt die Attraktivität zu erhalten und zu verbessern.

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    1. Wenn die Erwachsenen nicht kommen, kommen auch die Kinder nicht. Denk auch Mal an Familien!

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      1. Warum sollten die Erwachsenen denn nicht kommen die lieben doch auch eine Bad im kühlen Nass oder schreibt hier wieder jemand von der „Geiz ist Geil“ Fraktion der nur billig will und Maximum
        erwartet?

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  3. Damit man als Bürger sinnvoll einschätzen kann, ob sinnvoll ist das Bad in diesem Sommer noch zu öffnen, müsste man von den Verantwortlichen im Schwimmbad und der Politik mal erfragen, mit welchen Zuschussbeträgen sie den bei Öffnung unter Corona-Bedingungen kalkulieren und was im Vergleich dazu eine Schließung über den Sommer hinweg kostet. Das wäre doch mal eine journalistisches Aufgabe.
    Dann könnten alle hier diskutieren, ob die Öffnung das Wert ist, wofür es bei den eingeschränkte Urlaubsbedingungen gute Gründe geben könnte.

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    1. @Hans:
      Vielleicht könnten Sie kurz erläutern, welcher Feuerlöschteich evtl. vergessen wurde?
      Gehen Sie da auch rein oder wollten Sie nur rumpöbeln?

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      1. Außer Gegenfragen auf geistig ziemlich einfachen Niveau machen Sie hier schon seit Jahren nicht viel.

        Warum stellen Sie ihre Gegenfrage, anstatt selbst mal Dr. Google zu bemühen? Dann haben Sie Ihre Antwort innerhalb dem Bruchteil einer Sekunde.

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  4. Bin mal auf den „Corona-Zuschlag“ gespannt :D

    Es ist schon erstaunlich, was man alles unter „Corona“ verkaufen kann.

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    1. Ich bin sicher, den wird es nicht geben, das wäre kontraproduktiv. Dem würden viel zu viele Einkommensausfälle in dieser Zeit gegenüberstehen.

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  5. Klasse,wir freuen uns,dass es in Alsfeld so schnell wie möglich losgehen kann. Wir hoffen auf warmes Wasser und eine echte Urlaubsalternative.

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  6. …wir haben Juni 2020. Im September schießt das Freibad wieder. Mit einem Defizit von annähernd 1 Mio Euro sollte das Freibad aus Kostengründen für 2020 geschlossen bleiben. CheckerTobi, es geht auch mal ohne das Alsfelder Freibad. Es gibt so viele Möglichkeiten den eigenen Kindern wasserspasstechnisch eine Freude zu bereiten. Wenn nicht, dann fehlt es Ihnen an dem nötigen Ideenreichtum. Die Becken für 3 Monate mit Wasser zu befüllen in unnötig und zu kostenspielig.

    Lieber Herr Paule, die Stadt kann sich das in dieser Situation nicht leisten.

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    1. Das Schwimmbad macht doch üblicherweise erst um den 20. Mai auf und hat bis Mitte Juni somit gerade mal einen Monat verloren.

      Noch dazu in einer Zeit, die eh viele zu kalte Tage beinhaltet. So schlimm, wie sie es darstellen, ist es objektiv betrachtet doch gar nicht.

      Übrigens schwimmen wir immer einige 100 m, die Kinder tauchen gerne Strecke und ich erziehe sie zu einem aktiven Lebensstil mit viel Bewegung. Ein Planschbecken im Garten hilft da nicht, der See ist bei Corona ungünstig, ich bin für konkrete Alternativen offen, aber sie nennen keine.

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    2. Hier geht es nicht nur um „Wasserspaß“ für Kinder! Miteinander, füreinander, sozialkompetent, gesundheitsbewusst – das ist wichtig. Da sind Gelder sehr gut eingesetzt!

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  7. Eine gute Entscheidung!

    Es freut mich, dass ich auch dieses Jahr wieder mit meinen Kindern regelmäßig unser wunderschönes Freibad besuchen kann, insbesondere da wir dieses Jahr nicht ans Meer fahren. Kinder brauchen Abwechslung und Bewegung, Väter auch ;-)

    Im übrigen ist das Alsfelder Freibad wirklich herausragend für eine so kleine Stadt. Ich kenne wohlhabendere Kommunen, die DEUTLICH schlechtere Anlagen haben. Die Hüpfkissen sind Klasse – aber wir kommen auch ohne gern.

    Vielleicht ist Corona ja für den ein oder anderen auch eine Chance, die Vorzüge vor der Haustür wieder neu zu entdecken.

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