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Antrag auf Rücknahme des Planfeststellungsbeschlusses gestelltBUND schließt sich dem Widerstand gegen Bau der A49 an

VOGELSBERG (ol). Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten – unter diesem Motto ist der Bund für Umwelt und Naturschutz im Vogelsberg seit etwa 1995 im Widerstand gegen den Bau der A49 aktiv. jetzt hat sich der Naturschutzbund den Forderungen der Schutzgemeinschaft Gleental angeschlossen, nach der ein sofortiger Rodungsstop im Danneröder Forst und Herrenwald angeschlossen und einen Antrag auf Rücknahme des Planfeststellungsbeschlusses beim Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen gestellt.

In der Pressemitteilung heißt es, war es in den letzten Jahren still geworden um den Widerstand – der BUND war mit einer Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig nicht erfolgreich gewesen – so regt sich jetzt erneuter Widerstand gegen den Ausbau der letzten Trasse von Bischhausen bis zur A5. Von lokalen Naturschutzgruppen wurde bekanntgemacht, dass die Umsetzung der Ausgleichsmaßnahmen unzureichend seien.

Weitere Biotope zu zerstören – eine Kontrolle über Sinn und Durchführung von Ausgleichsmaßnahmen scheine es nur in den wenigsten Fällen zu geben. Weiterhin wurde bekannt, dass wasserrechtliche Belange der Wasserrahmenrichtlinie bei der Planfeststellung nicht beachtet worden sind. Der BUND hat, so aus der Pressemitteilung, daher beim Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen die Rücknahme des Planfeststellungsbeschlusses für die A 49 beantragt. Eine Alternativroute dürfe es nicht geben.

Wenn man sich dazu die regenarmen Sommer der letzten Jahre, die Absenkung des Grundwassers im Vogelsberg und umgebenden Gebieten und den traurigen Zustand der Waldbäume vor Augen führe, erscheine die Abholzung eines noch intakten Waldgebietes widersinnig.

Der Klimaforscher Michael Kopatz vom Wuppertal Institut forderte kürzlich in Rundfunk und Fernsehen, dass keinerlei neue Straßen mehr gebaut werden sollten. Bereits heute sei der Flächenbedarf des Straßennetzes in Deutschland riesig. Vor dem Hintergrund des rasant voranschreitenden Klimawandels sei der Weiterbau der Autobahn 49 unter der hessischen Regierung schwer vorstellbar. Neben der Flächenversiegelung, der Zunahme von Schall- und Abgasemissionen gefährde der Weiterbau der A49 etliche Brunnen. „Der Weiterbau ist nicht zu verantworten und muss gestoppt werden“, so seitens des Naturschutzbundes. Deshalb wurde nun auch vom BUND die Rücknahme des fehlerhaften Planfeststellungsbeschlusses beantragt.


Weitere Demo durch die Schutzgemeinschaft organisiert

Darüber freut sich auch die Schutzgemeinschaft Gleental in einer weiteren Pressemitteilung. „In der Schutzgemeinschaft Gleental freuen wir uns sehr, dass wir einen in Hessen, aber auch bundesweit so anerkannten Naturschutzverband wie den BUND als Mitstreiter für unser Anliegen gewinnen konnten“, sagte der Vorsitzende Christoph Schulze-Gockel. „Für ein Verkehrskonzept von vorgestern soll im Danneröder Forst und Herrenwald ein 250 Jahre alter gesunder naturnaher Mischwald, der Trinkwasser-, Artenschutz-, Forst- und Erholungsgebiet zugleich ist, gerodet werden. Wir können nicht verstehen, wie ein grüner Verkehrsminister, dessen Partei auf Bundesebene für die Mobilitätswende eintritt, diesen Autobahnausbau verantworten kann.“

Für den 28. September um 15 Uhr organisiert die Schutzgemeinschaft im Aktionsbündnis „Keine A49“ eine weitere Demonstration mit Sternfahrt zur geplanten Trasse. Sie führe von der Kirschbrücke bei Niederklein auf der Bundesstraße B62 entlang durch das Gleental. Die Veranstaltung habe bereits zahlreiche Unterstützer aus der klimapolitischen Szene. Schulze-Gockel: „Wir werden viele sein, der Widerstand gegen die sinnlose Naturzerstörung wächst – für Minister Al-Wazir ist das dann vielleicht die letzte Mahnung, sich von einem veralteten und klimaschädlichen Verkehrskonzept zu verabschieden.“


7 Gedanken zu “BUND schließt sich dem Widerstand gegen Bau der A49 an

  1. Was sehen wir auf den Bilder Rentner die ihren Ruhestand mit Demos bereichern. Bitte Baut die Autobahn damit im VB leben kann und Job Möglichkeiten Richtung Baunatal und Kassel. 30min Strecke !!! Ohne 1:30 ….

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  2. Alles Blödsinn.Ich fordere den sofortigen Weiterbau der A49 mit Anschluss an die A5 bei Gemünden. Die A5/A7 muss entlastet werden. Die Luft Verschmutzung und Lärmbelastung für die Anwohner der A5 durch LKWs ist nicht mehr zu ertragen. Auch wir wollen leben. Die immer wieder genanten alternativen sind ein Witz und belasten sogar die Bundesstraßen und damit direkt die Anlieger. Die A49 muss wie geplant sofort weitergebaut werden. „Dafür kämpfe ich“.

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  3. Wie jeder weiß, wird der Klimawandel sofort gestoppt, wenn wir endlich aufhören, eine Autobahn zu bauen, die dem ständigen und massiven Stauaufkommen auf der A5 entgegenwirkt.

    Und mehr regnen wird es auch direkt, so dass die Brunnen wieder voll sind.

    Also im Ernst, sind wir im medialen Deutschland denn schon in einer Dauermärchenstunde angekommen?

    Natürlich ist es schade um den Wald und die Biotope – also her mit einer Verpflichtung diese Flächen wo anders zurückzugewinnen und dann bitte weiterbauen. Für die Reduktion des CO2 Ausstoß ist die bessere, kürzere und stauärmere Verkehrsführung durch die geographische Mitte Deutschlands sogar gut.

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  4. Das ist wieder ein typischer deutscher planungsfehler. (Siehe Flughafen BER)
    Jahrzehnte lang geld rausgeworfen und nix tut sich.
    Nur jeder will in der Presse erscheinen.
    Jeder will Essen trinken aber keine will auf was verzichten.

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  5. Ich halte es auch für eine bessere Lösung über Stadtallendorf,Kirchhain und Marburg die Trasse zu legen.Da die A49 eine Entlastung für die A5 sein sollte,was soll sie dann auf der A5 Enden. Vor allem ist Kirchhain und Marburg schon 4 spurig ausgebaut.Ich fahre selber viel Auto und bin auf die A49 angewiesen also kein Autobahn Gegner.

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    1. Da stimme ich nicht zu – von Süden her erreicht man Marburg schon sehr gut.

      Auch von Norden her wird es durch den Weiterbau der A49 deutlich besser.

      Wenn man sich anschaut, wo sich sonntags und montags Richtung Frankfurt und donnerstags und freitags von Frankfurt weg die großen Staus bilden, ist die geplante Streckenführung genau richtig. Es geht verkehrsplanerisch ja vor allem darüber, den Verkehr nach Hamburg/Hannover und Berlin/Osten nicht komplett über das Kirchheimer Dreieck mit 25 km langen Staus laufen zu lassen. Manchmal fängt der Stau schon in Alsfeld an.

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  6. Das ist mal wieder typisch, Autofahren wollen sie alle,aber im Stau will auch keiner stehen.Sollen die Gegner doch auf das Fahrrad umsteigen,dann wären die Strassen wenigstens leer.

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