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Gemeindebrandinspektor Franz Josef Kreuter offiziell in den Ruhestand verabschiedet„Mit dir ehren wir einen unserer engagiertesten Feuerwehrleute und Mitbürger Antrifttals“

RUHLKIRCHEN (akr). In Antrifttal geht eine Ära zu ende, zumindest was die Freiwillige Feuerwehr betrifft. Nach 28 Jahren wurde Gemeindebrandinspektor Franz Josef Kreuter am Samstagabend nämlich offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Neben vieler lobender Worten durfte sich der engagierte Feuerwehrmann auch über zwei Ehrungen freuen – und eine davon ist Hessens höchste Auszeichnung.

Franz Josef Kreuter ist ein Mann, den man in Antrifttal einfach kennt. Und nicht nur in der Gemeinde, sondern auch im Kreis und über die Kreisgrenzen hinaus ist der leidenschaftliche und engagierte Feuerwehrmann sehr bekannt. Kein Wunder also, dass an seiner Verabschiedung im Gemeindezentrum in Ruhlkirchen nicht nur die Antrifttaler Feuerwehr teilnahm. Alle waren sie gekommen – Familie, Freunde, Wegbegleiter, Kameraden und Politiker – um Kreuter für sein jahrzehntelanges Engagement zu ehren.

Gemeindebrandinspektor war nur eines von vielen Ämtern, die er bei der Feuerwehr inne hatte. So war er beispielsweise Gemeindejugendwart, Jugendleiter, Jugendfeuerwehrwart und Wehrführer, bevor er am 31. März 1991 zunächst zum Ortsbrandmeister der Antrifttaler Feuerwehr gewählt wurde und seit dem 1. Juli 1999 Antrifttals Gemeindebrandinspektor war.

Franz Josef Kreuter mit seiner Frau Renate. Auch ihr wurde an diesem Abend sehr oft gedankt.

„Du bist ein Feuerwehrmann mit Leib und Seele und mit dir ehren wir heute einen unserer engagiertesten Feuerwehrleute und Mitbürger unserer Gemeinde Antrifttal“, hob Bürgermeister Dietmar Krist hervor. Die Gemeinde hätte laut Krist keinen besseren als Kreuter finden können, der in seiner Amtszeit so vieles auf den Weg gebracht hat, seien es neue Fahrzeuge, die Modernisierung der Schutzkleidung oder die Einführung des Digitalfunks – um nur einiges zu nennen.


Ernennung zum Ehrengemeindebrandinspektor

Als Franz Josef Kreuter vor wenigen Tagen seinen aktiven Dienst beendet hat, habe sein Nachfolger Sören Beyer eine gut ausgestattete und schlagkräftige Wehr vorfinden können, die das nicht nur bei den Übungen, sondern auch bei den Einsätzen unter Beweis gestellt hat. „Mit seinem Dienst für die Feuerwehr, auch über Antrifttal hinaus, hat er sich nicht nur im Kreis verdient gemacht, sondern ist auch über die Region hinaus bekannt und geschätzt. Ich danke dir im Namen all der Antrifttaler für all die Jahre des großen ehrenamtlichen Engagements, das seines gleichen sucht. In Anbetracht dieses jahrzehntelangen unermüdlichen Einsatzes für die Antrifttaler Wehr, hat die Gemeindevertretung an diesem Abend noch beschlossen, dich zum Ehrengemeindebrandinspektor zu ernennen“, beendete Krist seine lobenden Worte und übergab Kreuter die Auszeichnung.

Dietmar Krist ernannte Franz Josef Kreuter zum Ehrengemeindebrandinspektor.

Die nächste Ehrung ließ an diesem Abend nicht lange auf sich warten. Regierungsvizepräsident Martin Rößler hatte nämlich noch eine ganz besondere Auszeichnung im Gepäck: den Hessischen Verdienstorden am Bande, die höchste Auszeichnung des Landes Hessen, den hessenweit derzeit maximal 200 Menschen tragen dürfen. Mit ihm wurde Kreuter noch einmal mehr für seine Dienste gewürdigt.

Damit nahmen die guten Worte über Kreuter aber noch lange kein Ende. So lobte sein Nachfolger Sören Beyer seinen leidenschaftlichen Einsatz für den Feuerwehrnachwuchs, der bis heute anhält. „Statt viele Worte hast du Taten sprechen lassen und früh Verantwortung übernommen“, betonte Beyer. „Dir lag schon immer die Jugend am Herzen, da du wusstest, dass ohne eine gut funktionierende Jugendfeuerwehr die Feuerwehr Antrifttal in Zukunft Probleme haben wird“. Kreuter habe sich immer weitergebildet, alle Lehrgänge absolviert, die für die Laufbahn bei der Feuerwehr nötig waren.

Der Regierungsvizepräsident zeichnete Kreuter mit dem Hessischen Verdienstorden am Bande aus.


In seiner Amtszeit habe er drei Bürgermeister der Gemeinde erleben dürfen, da bleibe es nicht aus, dass auch einige politische Kämpfe geführt werden mussten, um beispielsweise das Wohl der Bürger mit der notwendigen Ausstattung schützen zu können. So erhielt die Gemeinde 1998 das erste wasserführende Fahrzeug. „Du hast dich immer dafür eingesetzt, dass alle Ortsteile eine gut funktionierende und ausgestattete Wehr haben. Zahlreiche Einsätze wurden unter deiner Regie gemeistert.

Feuerwehr nicht nur Hobby, sondern eine Leidenschaft

Das wichtigste sei für Kreuter gewesen, Menschenleben zu retten, Sachgüter zu schützen, aber vor allem auch, dass seine Mannschaft immer gesund aus den Einsätzen zurückkehrt. „Feuerwehr ist für dich nicht nur ein Hobby, sondern eine Leidenschaft. Du hast dein Ehrenamt wahrhaftig geliebt und gelebt. Wir alle müssen dir danke sagen. Danke, für deine Aufopferung, deine Zeit und deine Leidenschaft. Danke, dass du die Feuerwehr Antrifttal zu dem gemacht hast, was sie heute ist“, schloss Beyer seine Rede.

Wenn man betrachte, wie viel Einsatz und Arbeit von den Freiwilligen Feuerwehren erbracht wird, die ständige Alarmbereitschaft – das funktioniere nur mit Herzblut und nur dann, wenn Menschen immer wieder motiviert werden, sagte Michael Ruhl. „Und wenn man dann jemanden hat, der für eine solche Institution über einen langen Zeitraum eine große Verantwortung übernimmt, dann ist das sicherlich eine Sache, die man hervorheben muss“, sagte der CU-Landtagsabgeordnete weiter.

Über die kreisgrenzen hinaus bekannt

Immer verlässlich, immer kompetent und mit umsichtiger Einsatzbereitschaft, so beschrieb Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak den Ehrenamtlichen. Dass Kreuters Bekanntheitsgrad nicht Halt mach vor der Kreisgrenze macht, hob Kreisbrandinspektor Dr. Sven Holland hevor. Ob aus den Nachbarkommunen oder den benachbarten Landkreisen, alle waren sie gekommen, um gemeinsam von der Feuerwehr-Ikone Kreuter Abschied zu nehmen. „Dein Name ist ein Begriff, jeder kennt den Franz Josef, hat schon mal von ihm gehört oder ihn sogar erlebt. Er ist immer dabei, wenn es um die Feuerwehr geht. Er ist mit Herzblut dabei, voller Energie, nicht zu bremsen. Franz Josef ist einfach ein Original“, betonte Holland.  Zahlreiche Ehrungen habe Kreuter in der Feuerwehr erhalten, alles abgeräumt, was es nur gibt – und das zurecht. „Große Anerkennung und Respekt für das, was du hier geleistet und bewirkt hast“, beendete Holland seine Rede.

Lobende Worte gab es auch von Kreisbrandinspektor Dr. Sven Holland.


Nachdem noch Pfarrer Peter Hamel, der ehemaliger Gemeindebrandinspektor von Schrecksbach, Heinz Schultheis, und der Vorsitzende der Antrifttaler Gemeindevertretung Winfried Konle viele lobende Worte sprachen, war es auch an der Zeit, dass die Hauptperson des Abends ans Rednerpult trat. Großen Dank fand auch der Geehrte für alle, die an diesem Abend anwesend waren, die ihn auf seinem Weg begleitet, ihn immer unterstützt haben.

„Ich wünsche mir für die Zukunft, dass es mit meinen Nachfolgern, und da bin ich mir ganz sicher, stetig bergauf geht, mit unserer Feuerwehr in Antrifttal“, blickte der Feuerwehrmann in die Zukunft und holte seine Nachfolger auf die Bühne: Sören Beyer als Gemeindebrandinspektor, Andre Decher und Thomas Grein als seine Stellvertreter. „Ich wünsche euch eine gute Hand bei der neuen Aufgabe und vor allem immer mit eurer  Mannschaft eine gesunde Rückkehr aus den Einsätzen. Ich gehe jetzt von Bord, mit dem Wahlspruch unserer Feuerwehr: Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“, verabschiedete sich Kreuter unter tosendem Applaus.