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Alter Esel und Hohhausgarten in Lauterbach werden zum MittelaltermarktVerweilen bei Kerzengießerei und Rattenroulette

LAUTERBACH (tsz). Eine längst vergangene Zeitepoche so realitätsnahe wie möglich erleben, dazu braucht man keine Zeitmaschine, sondern einfach nur einen kleinen Spaziergang in die Lauterbacher Innenstadt.



Zuletzt hatte das Mittelalter vor rund 750 Jahren Einzug in die Stadt an der Lauter gehalten, damals in Form einer Markteröffnung in historischen Gewändern. Jetzt, viele Jahre später, geht es erneut zurück in die Zeit der Ritter. Am Wochenende des 27. und 28. Juli verwandelt sich der „Alte Esel“ in einen mittelalterlichen Markt mitsamt einem Zeltlager im Hohhausgarten in Lauterbach.

So echt wie möglich durch das dunkle Zeitalter

Mit einem Ensemble von ungefähr 100 Leuten und über 30 Ständen will der Veranstalter Lorraine Médiévale einen möglichst authentischen Einblick in die mittelalterliche Zeit und dessen Lebensverhältnisse bieten. „Uns ist es besonders wichtig, den Leuten etwas Tolles zu bieten“, sagte Karl-Heinz Carolan Lieb, der Inhaber von Lorraine Médiévale, in der Pressekonferenz anlässlich des Marktes. Deswegen setze Lieb auf Realitätsnähe: Kartoffelgerichte gab es zu dieser Zeit beispielsweise nur in Amerika und E-Gitarren, wie sie bei musikalischen Darbietungen größerer Veranstaltungen oft zu sehen sind, gibt es dort auch nicht. Stattdessen funktioniert der Markt so weit wie möglich ohne Hilfsobjekte, die nicht aus dem Mittelalter stammen. „Wir wollen transportieren wie es damals war, und das so authentisch wie möglich“, erklärt der 54-jährige Veranstalter.

Zwischen Rattenroulette, Kerzenziehen und englischem Langbogenschießen gebe es deswegen auch allerhand zum Mitmachen, statt nur zum Ansehen. Dabei zielt der Veranstalter besonders auf Familien mit Kindern als Marktbesucher ab. Die sollen beim Markt schließlich eine „schöne Gelegenheit haben zu verweilen und gleichzeitig noch etwas zu erleben“.

Damals, im Herzogtum Lothringen

Lieb betreibe die Organisation solcher Märkte bereits seit über 20 Jahren hauptberuflich, als Hobby sogar noch länger. Der Name Lorraine Médiévale, der soviel bedeutet wie lodrisches Mittelalter, stammt dabei von einem früheren Verein. Da man sich an der Historie des europäischen Mittelalters orientiert hat und des zur damaligen Zeit kein Saarland, in dem der Verein damals unterwegs war gab, hat man sich an der damaligen Terretorialbezeichnung orientiert: Dem Herzogtum Lothringen. Seit der Vereinsgründung und mit der Gründung der Agentur Lorraine Médiévale ist Lieb mit den Mittelaltermärkten bundesweit unterwegs.

Nun kommen Sie am 27. und 28. Juli nach Lauterbach und verwandeln den alten Esel und das Hohhausmuseum in ein mittelalterliches Spektakel zum Erleben, Erfahren und vor allem zu einem: Zum Verweilen.

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