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Fachfirmen sollen die Beseitigung von Ölspuren übernehmenWeniger Ölspuren für die Freiwillige Feuerwehr?

LAUTERBACH (pw). Über 170 Mal rückten die Freiwilligen Feuerwehren im Vogelsbergkreis allein im vergangenen Jahr zur Beseitigung von Ölspuren aus. Damit könnte jetzt Schluss sein, denn ein Vertrag könnte die ehrenamtlichen Helfer entlasten und dabei Fachfirmen für die Beseitigung der Ölspuren in Anspruch nehmen.

Die Reinigung von Verkehrsflächen erfolgt in der Regel durch Einsatzkräfte der Straßenmeistereien von Hessen Mobil. Allerdings rückten im Jahr 2017 insgesamt 171 Mal die Freiwilligen Feuerwehren zur Beseitigung von Ölspuren im Vogelsbergkreis aus. Schätzungsweise mehr als 1.000 ehrenamtliche Feuerwehrleute waren dabei mit Besen und Bindemittel statt mit Strahlrohr und Löschwasser im Einsatz. Wieviele Einsatzstunden von den Ehrenamtlichen bei dieser eher feuerwehrfernen Arbeit geleistet wurden, konnte der Vogelsbergkreis auf Anfrage nicht mitteilen.

Eine Entlastung der Ehrenamtlichen könnte durch einen am 1. September geschlossenen Vertrag eintreten. Nach öffentlicher Ausschreibung durch Hessen Mobil können die Einsatzkräfte der Straßenmeistereien nun auf Fachfirmen zurückgreifen. „Es ist denkbar, dass dies eine Entlastung herbeiführen kann und ist somit zunächst positiv zu werten“, sagte dazu Kreisbrandinspektor Dr. Sven Holland. Wie gut diese Maßnahme greife, werde sich aus seiner Sicht dann in den kommenden Monaten zeigen.

Hessen Mobil informierte auf Anfrage über eine schon länger bestehende Notdienst-Rufbereitschaft, bei der es sich um eine über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehende freiwillige Leistung handele. Hierbei könne jeweils ein Mitarbeiter der Vogelsberger Straßenmeistereien nachts und an Wochenenden über ein dienstliches Mobiltelefon bei Schäden oder Ölspuren von Polizei und Rettungsleitstellen angefordert werden. Die Einsätze erfolgten im Rahmen der Leistungsfähigkeit, wobei Pflichtaufgaben wie der Winterdienst Vorrang hätten.

Die Feuerwehr mit Bindemittel und Besen bei der Beseitigung einer Ölspur. Foto: Philipp Weitzel

„Sobald eine Gefahr im Verzug ist, ist die Feuerwehr im Boot“

Auch der Alsfelder Stadtbrandinspektor Daniel Schäfer sieht Vorteile, aber auch Nachteile in dem Vertrag: „Grundsätzlich würde das schon eine Entlastung darstellen, doch Ölspuren stellen auch immer eine Gefahr auf den Straßen dar. Keine andere Institutionen können so schnell vor Ort handeln wie die Feuerwehr und sobald eine Gefahr im Verzug ist, ist die Feuerwehr im Boot“.

Dass es nach wie vor nicht ganz ohne die Hilfe der Ehrenamtlich geht, zeigte sich bereits am 27. September bei Alsfeld. Auf der Bundesstraße 62 zwischen Angenrod und Ober-Gleen zeigte sich eine Ölspur. Auch hier wurde zunächst die Rufbereitschaft der Vogelsberger Straßenmeistereien alarmiert. Als die Einsatzkraft jedoch vor Ort war, musste sie laut Hessen Mobil feststellen, dass aufgrund des Umfangs dieser Ölspur die Beseitigung ein sehr großes Zeitfenster in Anspruch genommen hätte.

Laut Hessen Mobil hätte die Reaktionszeit der Vertragsfirmen sowie weiterer Kräfte der Straßenmeistereien einen entsprechenden Zeitrahmen benötigt. Um die Gefahrenstelle schnellstmöglich zu beseitigen, wurde daraufhin die Unterstützung der Feuerwehr der Stadt Alsfeld angefordert.