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Geschäftsleuten und Passanten äußern sichVideoumfrage: Soll der Markt- ein Parkplatz bleiben?

ALSFELD (jal). Eine einfache Frage ohne eine leicht zu fällende Antwort: Sollen Autos vom Alsfelder Marktplatz verbannt werden? In Arbeitsgruppen, der Verwaltung und der Presse wird fleißig darüber diskutiert. Wir haben uns eine Kamera geschnappt und haben die Leute vor Ort und lokale Politiker gefragt, was sie davon halten.

Die Idee, die Parkplätze am Marktplatz abzuschaffen gab es immer wieder mal. Doch im Zuge einer Neuausrichtung der Innenstadt ist der alte Gedanke wieder neu entflammt und wird konkret diskutiert. In einem Workshop stellte die Stadt kürzlich erste, grobe Skizzen vor. Zu dem Bericht dazu geht es hier.

Wie denkt die lokale Politik darüber?

Michael Riese, ALA

„Meine Fraktion ist schon seit ganz vielen Jahren dafür, den Marktplatz für das Publikum attraktiver zu machen und alle Autos dafür vom Marktplatz zu verbannen. Über den Bus über den Marktplatz (mit Elektroantrieb) könnte man gesondert nachdenken. Bereits 2012 gab es zur Marktplatzgestaltung einen Arbeitskreis, dessen Ergebnisse im Juni 2012 in der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt worden sind.

Die Studie zur Altstadtsanierung (ISEK) kommt auch zu dem Schluss: Nach Ansicht der Gutachter schmälert darüber hinaus der Park-Suchverkehr die Aufenthaltsqualität der Altstadt. Aus ihrer Sicht sollten deutlich mehr Parkplätze außerhalb des historischen Stadtkerns angeboten werden und die PKW weitestgehend von den innerstädtischen Plätzen verbannt werden. Alle unsere Initiativen zu einem autofreien Marktplatz sind bisher in der Stadtpolitik gescheitert.“


Alexander Heinz, CDU

„Beim Thema Marktplatz und Autos schlagen in meiner Brust zwei Herzen. Auf der einen Seite sehe ich die Bedeutung von zentral gelegenen Parkplätzen in der Innenstadt für Handel, Gastronomie oder Dienstleister, auf der anderen Seite ärgere ich mich über Touristenfotos mit Autos vor historischer Kulisse. Um den Marktplatz dauerhaft autofrei zu machen, bedarf es aus meiner Sicht eines guten Konzepts, dass die gesamte Innenstadt einbezieht.

Gute Ideen dazu hat bereits das ISEK geliefert. Ausreichend zentrumsnaher Parkraum für Anwohner, Beschäftigte und Besucher der Innenstadt sind Grundvoraussetzung, um überhaupt über eine dauerhafte Sperrung nachdenken zu können. In all diese Überlegungen werden die Bürger vor Beginn der Sanierung von Markt- und Kirchplatz mit einbezogen werden. Momentan sehe ich aufgrund des fehlenden Parkraums in der Stadt keine realistische Möglichkeit für einen dauerhaft autofreien Marktplatz.“

Dieter Welker, UWA

„Als die SPD/ALA-Koalition in 2011 eine Initiative zur Schaffung eines autofreien Marktplatzes startete, hat die UWA eine breit angelegt Befragung bei den Betreibern der Innenstadtgeschäften, der Anwohner sowie der Kunden und Besucher durchgeführt. Die Resonanz seinerzeit war enorm. Das Ergebnis wurde damals ausführlich in der Presse dargestellt: 2/3 der Befragten wünschten keinen autofreien Marktplatz, 1/3 sprach sich dafür aus. Seinerzeit ein klares Votum denke ich.


Deutlich wurde damals auch, dass man das vorhandene Parkplatzangebot außerhalb des Marktplatzes als zu gering bezifferte und die Mehrheit auf die Parkmöglichkeiten auf dem Marktplatz nicht verzichten wollte. Unsere Erfahrungen aus dem Meinungsaustausch münden in dem (vorläufigen) Ergebnis: Ein autofreier Marktplatz ohne Schaffung eines ausreichenden Parkplatzangebot in der unmittelbaren Peripherie des Marktplatzes findet keine Unterstützung. Der Umbau muss so gestaltet werden, dass man zukünftigen Entwicklungen unkompliziert Rechnung tragen kann. Mit dieser Zielsetzung nimmt die Stadt die Neugestaltung in Angriff. Und das ist richtig so.“

Christoph Stüber, SPD

„Der Marktplatz in Alsfeld ohne Autos ist eine reizvolle Vorstellung, ob sie sich realisieren lässt, ist im Laufe der Planungen zur Neugestaltung des Markt- und Kirchplatz zu prüfen.
Als wichtiger Bestandteil zur Aufstellung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts ISEK wurde die Parkplatzsituation analysiert: Es gibt zu wenig Parkplätze und durch den hohen Suchverkehr leidet die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt. Wenn Parkplätze auf dem Marktplatz weggenommen werden, müssen an anderer Stelle neue entstehen.

Wenn Geschäftsleute klagen, dass sich bei einer Nutzung des Marktplatzes durch Dreharbeiten oder Veranstaltungen die Umsätze zurückgehen, mag das auf die Parksituation zurückzuführen sein. Allerdings darf man nicht die Chance vertun, die Aufenthaltsqualität des Marktplatzes zu steigern, wenn Parkplätze vermindert werden. Die Parksituation am Marktplatz kann also nicht isoliert gesehen werden, sondern nur als Bestandteil der ganzen Innenstadt. Für Liefer- und Versorgungsfahrzeuge muss der Marktplatz weiter offen ein.“

Nicht nur die Alsfelder Geschäftsleute und Bürger diskutieren, sondern auch die OL-Redaktion. Zu einem Pro und Contra „Autofreier Marktplatz“ geht es hier entlang.


Was denken Sie? Sollte der Marktplatz autofrei werden?

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5 Gedanken zu “Videoumfrage: Soll der Markt- ein Parkplatz bleiben?

  1. Auf der Zeil florieren die Geschäfte? Außer den Flagship-Stores der bekannten Marken, die nur Produkte ausstellen sollen und keinen Gewinn machen müssen, geht da in größter Regelmäßigkeit jeder Laden pleite. Sämtliche Unternehmer, die da ihren eigenen kleinen Laden auf eigene Rechnung betreiben kommen gegen den Online-Handel nicht mehr an. Lieber mal informieren, Ludwig, bevor man steile Thesen raushaut weil man in den 90er Jahren mal auf der Zeil war. Ganz nebenbei ist dieser Vergleich kompletter Humbug, weil 8 S-Bahn-Linien plus U-Bahn auf der Zeil halten.

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  2. Es geht hier nur um 20 Parkplätze, was soll das Ganze. In der Zeil in Frankfurt gibt es auch keine Parkplätze und die Geschäfte florieren. Dem die 100m. Laufen zu weit sind der soll mit dem Stadtbuss fahren. Es gibt genug Parkplätze in Alsfeld, also ohne wenn und aber , mit der Zeit gehen und die Innenstadt Autofrei machen.

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  3. Wenn der Wochenmarkt an die Stadthalle verlegt wird, kann der Marktplatz meinetwegen autofrei bleiben.

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  4. Eine Idee wäre ….Es für die Geschäfte im Marktplatz um eine bessere Umsatz Möglichkeit zu bieten .Ihre Waren etwa nach außen zu verlagern damit gerade für die Menschen mit geh Behinderung (Gehilfen, Rollstuhlfahrer usw …)die eben jetzt nicht…in die Läden können aber dieses ihnen das zu ermöglichen. So würde der freie Marktplatz zu gunsten aller, nur zum vor teil werden… nur mal etwas zum Nachdenken!

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