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Auf einen Drink mit SPD-Landtagskandidat Swen Bastian im Hotel KlingelhöfferBastian, Bier und Beiträge

ALSFELD (akr). Es war eine gemütliche Runde, die sich am Mittwochabend im Hotel Klingelhöffer in Alsfeld zu einem gemeinsamen Austausch mit Landtags-Direktkandidat Swen Bastian zusammenfand. Bei Bier, Weizen, Cola und Co. wurden alltägliche Dinge besprochen, die in Hessen und natürlich auch im Vogelsbergkreis angegriffen werden müssen.

Zunächst ging Bastian auf die Notwendigkeit der Abschaffung der Straßenbeiträge in Hessen ein. „Straßenbeiträge können die Existenz bedrohen, mehrere tausend Euro können fällig werden“, machte der Landtags-Direktkandidat deutlich. Das kommunale Abgabengesetz müsse so geändert werden, dass keine Straßenbeiträge mehr fällig sind. Dieser Einnahmeausfall solle durch das Land ausgeglichen werden. In den letzten drei Jahren seien in den hessischen Kommunen zwischen 37 und 39 Millionen Euro zustande gekommen. „Solange es Straßenbeiträge gibt, ist das Risiko da, dass man zahlen muss“, sagte Bastian. Es sei ein Thema, das alle etwas angehe und das jeden treffen könne, denn der Sanierungsbedarf an Vogelsberger Straßen steige an. Das Thema sei Bastian zufolge eine Frage des politischen Willens und nicht der Finanzierbarkeit.

Beitragsfreiheit muss für alle gelten

Ein weiteres Thema, wo dringend Handlungsbedarf bestehe seien die Gebühren und die Qualität von Kindertagesstätten. „Das Thema wurde zwar von der CDU angepackt, allerdings nur halbherzig“, betonte Bastian. Die Beitragsfreiheit müsse für alle gelten und nicht nur für Kinder über drei Jahren und auch nicht nur für eine bestimmte Stundenanzahl. „Die Freistellung betrifft nur den „normalen“ Betreuungsplatz von sechs Stunden pro Tag. Die durchschnittliche Betreuung in Hessen beträgt allerdings 7,5 Stunden“, sagte der Landtags-Direktkandidat. Bastian kritisierte zudem das sogenannte Kinderförderungsgesetz (KiFöG) der CDU-geführten Landesregierung. Das habe nicht die versprochenen Qualitätsverbesserungen gebracht, sondern zu mehr Bürokratie geführt.


Anschließend ging Bastian auf das Thema Mobilität im ländlichen Raum ein: „Der ÖPVN muss viel besser werden“. Er begrüßte jedoch die Kooperationsvereinbarung zwischen dem RMV und dem ZOV, eine Machbarkeitsstudie in Angriff zu nehmen, die Vogelsbergbahn schneller fahren zu lassen, ohne dass Haltestellen wegfallen müssen. Auch barrierefreies, modernes Wohnen ist Bastian zufolge ein wichtiger Punkt, den es anzupacken gilt. Leerstehende Gebäude sollen in einen modernen und barrierefreien Wohnraum umgebaut werden, denn gerade Zwei-und Dreizimmerwohnungen seien besonders gefragt.

Darüber hinaus müsse beim Denkmalschutz ein Umdenken stattfinden, er müsse flexibler werden, denn nicht jedes alte Gebäude müsse gepflegt werden. Es müsse verhindert werden, dass sich die Dörfer im ländlichen Raum weiterhin zu einem Freilandmuseum entwickeln. „Bis zum 28. Oktober werde ich noch richtig Gas geben, die Probleme anzupacken die in 19 Jahren nicht angepackt wurden, sonst werden die Probleme auch in den nächsten fünf Jahren noch nicht gelöst werden“, sagte Bastian abschließend, erhob sein Glas und eröffnete die Diskussionsrunde.

Gespräche zwischen kühlen Getränken

In angenehmer Atmosphäre sprach man dann zwischen Bier, Weizen, Cola und Co. weiter über Themen wie dem Fachkräftemangel und Fragen der beruflichen Orientierung. Immer mehr Menschen entscheiden sich nämlich nach dem Abschluss, studieren zu gehen. Immer weniger wählen handwerkliche Berufe. Das hat zur Folge, dass ein Fachkräftemangel herrscht. „Manche Handwerker sind einfach bis zum Ende des Jahres ausgebucht. Wenn man Stammkunde ist, dann hat man eventuell noch Glück, aber als Neukunde wird das schwierig“, sagte ein älterer Herr. Man kritisierte zudem die vorgegebene Klassengröße von Berufsschulen, denn um eine Berufsschulklasse zu eröffnen sind mindestens 15 Schüler nötig. Bastian hob hervor, dass man für den Erhalt jede einzelnen Fachklasse im Vogelsbergkreis kämpfen müsse, um jungen Menschen sowie heimischen Betrieben eine Perspektive vor Ort zu geben.

Studierte Germanistische Linguistik und Deutsch als Fremdsprache an der JLU in Gießen und ist seit Juni 2018 Volontärin bei Oberhessen-Live

5 Gedanken zu “Bastian, Bier und Beiträge

  1. @Heinz Geißel
    OK: Dann darf der Eigentümer aber auch von Autofahrern und Fußgängern die den Bürgersteig und die Straße nutzen eine Gebühr (Maut )eintreiben.
    Warum soll man als Eigentümer für was alleine bezahlen was Andere und Sie nutzen und Abnutzen?

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  2. Warum ist der Bastian den so oft bei Oberhessen-live zu sehen??? Ist das bezahlte Werbung???

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  3. Sehr schade, wie sich die SPD nach mehr als 125 Jahren wertvoller Politik von der politischen Bühne verabschiedet.

    AfD seit heute in allen Umfragen zweitstärkste Kraft. Wen wundert das? Bei aller berechtigten Kritik an der AfD, aber die spricht Themen an. Die SPD macht Brezeln essen mit Swen Bastian.

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  4. Wie gerecht ist es denn wenn der Arbeitnehmer in einer Mietwohnung an einer Durchgangsstraße mit seinem Steuergeld die Bürgersteige der Eigenheimbesitzer in verkehrsberuhigten Wohngebieten finanzieren muss und damit zur Wertsteigerung deren Anwesen beiträgt?
    Das ist reiner Populismus angeblich sozialer Parteien wie SPD, FW u.a.

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  5. >> … eine gemütliche Runde … Bier, Weizen, Cola und Co. … alltägliche Dinge, die in Hessen und natürlich auch im Vogelsbergkreis angegriffen werden müssen… <<
    Ach ja, hinter der Fichte, hinter die der Wähler auf speziellen Wanderungen mit diverser Parteiprominenz immer gern geführt wird, lebt nicht nur der alte Holzmichel noch, sondern auch ein Stück Vogelsberger Stammtisch-Kultur. Und gemütlich sammer. Politüt fürs Gemüt. Auf zum Schunkellieder-Potpourri mit dem Keybord-Swen!
    "Straßenbeiträge können die Existenz bedrohen" – Die kleine Kneipe in unserer Straße, da wo das Leben noch lebenswert ist… "Eine Frage des politischen Willens und nicht der Finanzierbarkeit" – Keinen Tropfen im Becher mehr, und der Beutel ist wieder leer… . "Kinderförderungsgesetz nur mehr Bürokratie" – Ja, nur vom Hula-Hula geht der Durscht nicht weg! "Der ÖPVN muss viel besser werden!" – Liebesleid dauert keine Ewigkeit… "Auch barrierefreies, modernes Wohnen ist ein wichtiger Punkt" – Meide den Kummer und meide den Schmerz, dann wird das Leben ein Scherz.
    Schneller, besser, weiter (so)… "Bis zum 28. Oktober werde ich noch richtig Gas geben, die Probleme anzupacken die in 19 Jahren nicht angepackt wurden, sonst werden die Probleme auch in den nächsten fünf Jahren noch nicht gelöst werden", sagt Schwerzkeks Bastian abschließend. So, so – sonst nicht. Und wenn nicht, wann denn sonst? Wenn Bastian das gesagt hat, war das auf jeden Fall nicht sehr klug (Uuuups), denn er hatte doch bis zum 28. Oktober schon alles "angepackt", was in 19 Jahren nicht angepackt wurde. Ach so, Probleme anpacken heißt gar nicht, sie zu lösen? Man packt sie nur einfach mal an oder packt sie eben nicht an. Vor der Wahl wollen immer alle anpacken. Und danach? Aufgepasst – Zugefasst. Angepackt – Zugek… Bezahlt wird später. Prost!
    Aber das Volk hatte ja auch noch was auf dem Herzen: Den Fachkräftemangel zum Beispiel, weil zu viele studieren wollen und das Handwerk keinen Nachwuchs bekommt. Hmh, mmh. Oder das Studium erfolgreich abbrechen und dann Politiker werden wollen. Eine Katze mit Handschuhen (https://encrypted-tbn0.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcQHa4WTxDR4Kqs5LOYyUKxdJb9BleoQCAjiIcTwwBxy0_a6qaE) fängt keine Mäuse. Trotz "Packen wir's an!"

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