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ZDF-Reportage "Die Erben-Ermittler" am 16. September um 18 UhrDer Sherlock Holmes in Sachen Nachlass

ALSFELD/BERLIN (akr). Wenn nach einem Todesfall Erben unbekannt sind, kein Testament vorliegt, kommen Erben-Ermittler zum Einsatz. Sie durchforsten Melderegister, alte Adressbücher, Briefe und vieles mehr auf der Suche nach Angehörigen der Toten. Einer von ihnen ist Holger Siebert, ein gebürtiger Alsfelder. Das ZDF hat ihn bei seiner Arbeit begleitet.



Holger Siebert ist von Haus aus Anwalt, seit 30 Jahren schon. Im Januar 1989 eröffnete er seine Kanzlei in Alsfeld. Spezialisiert hatte er sich zunächst auf Steuerrecht. „Mein Großvater und Vater sind beide Steuerberater“, erzählt er. Die beiden hatten ihm geraten, es ihnen gleich zu tun. Wer für andere die Steuern macht, der kommt auch leicht mit Erbsachen in Kontakt. „Das fand ich viel spannender“, sagt Siebert. Also machte er noch seinen Fachanwalt in Erbrecht. Bis vor zweieinhalb Jahren lebte Siebert in Alsfeld, genauer gesagt in Reibertenrod.

Doch im März 2016 verließ er den Vogelsberg und wurde einer der drei Geschäftsführer der GEN Gesellschaft für Erbenermittlung mbH in Berlin. „Auf einer Tagung habe ich damals eine der Gesellschafterinnen kennengelernt, so kam der Kontakt nach Berlin“, erzählt er. Für die Erbenermittlung hatte er von Alsfeld aus ab und an Mandate übernommen oder Rechtsgutachten angefertigt. „Dann kam auf einmal das Jobangebot“, sagt Siebert, das er annahm und sich in die Großstadt aufmachte.

Doch wie ist jetzt das Fernsehen auf ihn aufmerksam geworden? „Vor einigen Jahren habe ich einer Journalistin einen Erbfall übergeben, worüber dann im Fernsehen berichtet wurde“, erzählt der Ermittler. Diese Journalistin hat er dann in Berlin wieder getroffen und ihr von seinem neuen Job erzählt. „Sie fand das Thema Erben-Ermittlung spannend und war der Meinung, dass man da definitiv auch mal was zu machen sollte“, erzählt der Anwalt.

Zehn Drehtage und viel Filmmaterial

Zehn Drehtage und knapp drei Monate später waren die Aufnahmen dann im Kasten. „Das war eine völlig neue Erfahrung. Als Laie hat man ja keine Vorstellung, was für ein Aufwand das ist – auch für eine 30-minütige Reportage. Es wurden etliche Stunden Filmmaterial gesammelt“, erzählt der gebürtige Alsfelder. Gedreht haben sie aber nicht nur in Berlin, sondern unter anderem auch in Brandenburg, Konstanz und Zürich.“Das war schon eine sehr spannende Geschichte“, findet Siebert.

Dass Erben viel mit Streit zu tun hat, ist kein Klischee, sondern die Realität. Auch in dem Film wird es um eine Auseinandersetzung gehen, verrät der Anwalt. Gerade bei komplexen Familienverhältnissen, wenn die Eheleute beispielsweise geschieden, wieder verheiratet mit oder ohne Trauschein seien und dann auch noch Stiefkinder hätten, sei es eine echte Herausforderung, zu ermitteln, wem was dem Gesetz nach zusteht.

Wird er sich denn die Reportage mit ihm als Hauptakteur ansehen? „Ob ich es zeitlich schaffe, die Ausstrahlung im Fernsehen zu gucken, das weiß ich noch nicht. Aber anschauen werde ich es mir auf jeden Fall“, lacht der Anwalt.

„Die Erben-Ermittler“, läuft am 16. September um 18 Uhr im ZDF.