Gerhard Brink (Landesverkehrswacht Hessen e.V.), Martin Fischer (Verkehrswacht Vogelsberg e.V.) Bürgermeister Stephan Paule, Claudia Blum (Bürgermeisterin Homberg Ohm) und Lothar Krauß (Ordnungsamt) am neuen Dialog Display in der Landgraf-Hermann-Straße. Foto: akr

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Die Städte haben jeweils ein Dialog Display von der Aktion "Ein Smiley für die Verkehrssicherheit" gewonnenAlsfeld und Homberg Ohm als Gewinner aus dem Vogelsbergkreis

ALSFELD (akr). Fährt man an ihnen vorbei, blinkt je nach Geschwindigkeit entweder ein lächelnder oder ein trauriger Smiley auf. Sogenannte Dialog Displays messen die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit und setzen diese in Bezug zur zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Am Dienstag durften sich die Städte Alsfeld und Homberg Ohm über den Gewinn eines solchen Displays freuen.

In Deutschland ereignen sich fast 70 Prozent der Verkehrsunfälle mit verletzten Personen innerhalb geschlossener Ortschaften. Die Hauptunfallursachen sind zu schnelles fahren und mangelnde Aufmerksamkeit der Fahrer. „Wenn ich 20 km/h fahre und eine Sekunde zum Bremsen brauche, dann habe ich einen Bremsweg von sechs Metern“, erklärte Gerhard Brink von der Landesverkehrswacht Hessen e.V. Für viele Menschen klingen 20 km/h nicht viel, „doch es macht eben einen Unterschied, ob ich selber Fahre oder als Fußgänger daneben stehe“, sagte Brink.

Claudia Blum und Gerhard Brink. Foto: akr

Oft handelt es sich bei den Unfallopfern um „schwächere“ Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Radfahrer, ältere Menschen und Kinder. Daher sollte in sensiblen Verkehrsbereichen, sprich bei Kindertagesstätten, Schulen oder Seniorenheimen, besonders auf die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer geachtet werden – und Dialog Displays sollen dabei helfen.


Gleich zwei Gewinner aus dem Vogelsbergkreis

Diese Displays konnte man im Rahmen der Aktion „Ein Smiley für die Verkehrssicherheit“ des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, des ADAC Hessen-Thüringen sowie der Landesverkehrswacht Hessen e.V. gewinnen. 287 Städte und Gemeinde haben sich beworben, rund 50 Displays wurden verlost. Aus dem Vogelsbergkreis durften sich gleich zwei Städte zu den glücklichen Gewinnern zählen, Alsfeld und Homberg Ohm. „Wir sind eben eine starke Region“, lachte Paule, der sich sehr über den Gewinn freute: „Uns ist die Verkehrssicherheit sehr wichtig“.

Auch Claudia Blum, die Bürgermeisterin der anderen Gewinner-Stadt, freute sich: Letztes Jahr hat es ja nicht geklappt, aber ich freue mich, dass es dieses Jahr soweit ist“. Die Städte haben aber nicht nur die Displays erhalten, sondern auch Plakate und ein Spannband, die jetzt zum Schulanfang im Bereich der Schulen aufgehangen werden sollen. Das Display hat die Stadt übrigens schon angebracht, an einem sensiblem Verkehrsbereich, indem Schulen und ein Seniorenzentrum zu finden sind: In der Landgraf-Hermann-Straße.

Die Funktion solcher Displays ist leicht zu erklären: Das Gerät misst einfach die tatsächliche Gefahrene Geschwindigkeit und setzt diese in Bezug zu der Höchstgeschwindigkeit, die erlaubt ist. Hält sich der Fahrer an die Höchstgeschwindigkeit, dann leuchtet ein lächelnder Smiley auf, überschreitet er sie, leuchtet eine Ermahnung in Form eines traurigen Smileys auf. Das Gerät bedient sich dem „Lob- und Tadel-Prinzip“. „Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass über Lob und Tadel nicht nur Kinder, sondern auch viele Erwachsene zu erreichen sind“, erklärte Brink. Die Fahrer werden zwar nicht bestraft, aber auf ihr eigenes Verhalten aufmerksam gemacht. In einer Studie der Unfallforscher der Versicherer wurde belegt, dass solche Displays definitiv wirksam sind: Es seien rund 50 Prozent weniger Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt worden.

Studierte Germanistische Linguistik und Deutsch als Fremdsprache an der JLU in Gießen und ist seit Juni 2018 Volontärin bei Oberhessen-Live

Ein Gedanke zu “Alsfeld und Homberg Ohm als Gewinner aus dem Vogelsbergkreis

  1. Ein sehr wirkungsvolles und sympathisches Instrument der Verkehrserziehung! „Lob- und Tadel-Prinzip“ funktioniert sehr gut, jedenfalls bei uns gutwilligen Bagatell-Verkehrssündern. Bei den Hardcore-Rasern und prinzipiell Rücksichtslosen könnte man ein Sturmgeschütz hinstellen. Man würde ihr Fahrverhalten kaum ändern.

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