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Die zweite Alsfelder Märchennacht mit der Premiere desMärchen "Der Froschkönig"Mit Märchen Groß und Klein begeistern

ALSFELD (akr). Nach und nach versammelten sich am Samstagabend immer mehr Menschen vor dem Alsfelder Märchenhaus. Ab und zu schaute eine kostümierte Person hinter dem goldenen Vorhang am Eingang des Märchenhauses hervor – und dann ging es endlich los: Die Premiere des Märchens „Der Froschkönig“ bildete den Startschuss für die zweite Alsfelder Märchennacht. Und auch der Wettergott meinte es trotz Gewitterwarnungen gut.



Der Himmel verdunkelte sich, lauter Donner war zu hören. Die Köpfe mit Blick nach oben in Richtung Himmel gehoben. Punkt 18 Uhr. Die Glocken im Kirchturm fingen an zu läuten und eine Stimme ertönte – es war der Hauslehrer Herr Heinrich, der sich vorstellte und damit die Premiere des Froschkönigs eröffnete.

Als erstes wurde gemeinsam nach einem der Hauptdarsteller gerufen, denn was ist das Märchen des Froschkönigs ohne einen Frosch? „Frederik, Frederik“ rief Heinrich gemeinsam mit den Zuschauern, „sei kein Frosch“, bis Frederik sich traute, vor die Menge zu treten. Herr Heinrich, der noch immer an die guten alte Wünsche glaubt, würde sich für seinen verwandelten Schüler am liebsten eine Königstochter herbeiwünschen, die den Frosch küsst und den Zauber bricht. Die Königstochter gab es natürlich. Mit einer goldenen Kugel tauchte sie am Brunnen auf und wie sollte es anders sein: Die Kugel fiel in den Brunnen. Den Kuss gab es in der Interpretation von Johanne Mildner nicht: Dafür aber eine Schläge mit der Fliegenklatsche und der Frosch wurde zu einem Prinzen.

Mit viel Wortwitz und modernem Touch gaben die Marktspielgruppe unter der Leitung von Johanna Mildner mit der Inszenierung des Froschkönigs ihr schauspielerisches Talent zum Besten und begeisterten Jung und Alt. Mit tosendem Applaus wurden sie dafür belohnt.

Plötzlich wurde aus dem Frosch ein Prinz. Alle Fotos: akr

„Alles hat super geklappt, genau so wie ich es mir vorgestellt habe, so muss eine Premiere laufen“, freute sich Mildner. Das freute natürlich auch die Schauspieler und vor allem, dass es die Aufführung über trocken blieb, denn nur wenige Minuten nach der Aufführung unter freiem Himmel fielen große Regentropfen vom Himmel. „Ich habe selbst einmal bei einer Inszenierung vom Froschkönig mitgespielt und die fand ich nicht so gut. Deshalb habe ich mich hier für das Märchen entschieden und wollte es besser machen. Ich habe fast ein kleines Träume und wollte das langsam mal überwinden“, erzählte Mildner lachend. Das ist der Regisseurin und Leiterin der Marktspielgruppe allemal gelungen.

Nach einem Sektempfang, musikalisch hinterlegt durch die sanften Klänge eines Hangs, einer Art Klangtrommel, ging es im urig eingerichteten Erzählraum des Märchenhauses mit der Märchenstunde weiter. Dieses Mal änderte sich aber das Publikum: Erwachsene nahmen auf den Stühlen Platz. Bevor es aber in die Welt der Erwachsenenmärchen ging, bedankte sich die Märchenerzählerin Michaele Scherenberg bei Stadtrat Udo Jürgen Pfeiffer, der für die Entstehung der Märchennacht verantwortlich ist.

Die Märchenerzählerin bedankte sich beim Stadtrat.

„Ich bin ein bisschen stolz auf mich, dass sie nach Alsfeld kommt, obwohl sie so viele Termine hat“, bedankte sich auch Pfeiffer bei der Märchenerzählerin. „Märchen sind eine schöne Sache. Man kann Kleine und Große damit beeindrucken“, ergänzte der Stadtrat. Und dann galt es, die Großen zu begeistern.

Im Wechsel erzählten die Märchenernzählerinnen Sieglinde Schröder, Michaele Scherenberg und Silvia Völker zunächst „Märchen von Mut“ und später – nach einer märchenhaften Gaumenfreude – das „Märchen von der Treue“. Frei gesprochen, mit viel Gestik, Mimik und Intonation. Dabei konnten die Augen geschlossen werden, denn „Märchen sieht man mit den Herzen“, wie Scherenberg einleitete. Doch das war noch nicht alles. Es würde ja nicht Märchennacht heißen, wenn sie um 20 Uhr schon enden würde. Die Besucher erwarteten noch die Alsfelder Schauermärchen, erzählt von Johanna Mildner sowie der abschließende Flüsterspaziergang durch die Altstadt.

Hier gibt es weitere Eindrücke der Märchennacht:

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0 Gedanken zu “Mit Märchen Groß und Klein begeistern

  1. „Den Kuss gab es in der Interpretation von Johanne Mildner nicht: Dafür aber eine Schläge mit der Fliegenklatsche und der Frosch wurde zu einem Prinzen.“
    Und das soll beim nächsten Mal wieder die Massen anlocken? Und dann diese schreiende Ungerechtigkeit: Für die Kinder „eine Schläge mit der Fliegenklatsche“, aber für die Großen „eine Gläser mit dem Sekt“ und „eine Märchen“ für Erwachsene. Mein Rat: Schickt die Märcheninterpretiererinnen in den Vorruhestand und erzählt den Kindern endlich die Wahrheit: Fliegenklatsche aus dem Sack und schon verwandeln sich vor den Augen des Alsfelder Kinder- und Jugendparlaments die anwesenden Politiker in Märchenerzähler. Dann wird eine Kröte geschluckt und die goldene Kugel rollt im tiefen Brunnen unter den Schutzschirm. Dort können alle sie noch liegen sehen, wenn sie nicht gestorben sind… vor Lachen.

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