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Asklepios-Herzspezialist Dr. med. Matthias Schulze gibt Tipps für ein sicheres LaufenBei der Marathonvorbereitung auch ans Herz denken

SCHWALM (ol). Auch dieses Jahr werden wieder tausende Läufer bei Marathon-Läufen antreten. Wer die mehr als 42 Kilometer antrete, sollte bestens vorbereitet sein. Denn der Marathon sei nicht nur eine mentale Herausforderung, sondern auch eine extreme Belastung fürs Herz. Der Kardiologe und Halbmarathonläufer Doktor Matthias Schulze der Asklepios Klinik Schwalmstadt gebe Tipps, worauf Läufer achten sollten und wie sie sich am besten vorbereiten.

„Bei körperlicher Belastung schlägt das Herz häufiger und pumpt mehr Blut in den Köper, um ihn ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Bei extremen Belastungen wie einem Marathon muss das Herz wahre Höchstleistungen bringen“, erklärte Schulze, Chefarzt der Kardiologie an der Asklepios Klinik Schwalmstadt. „Vor der Teilnahme an einem Marathon ist es wichtig, dass die Läufer ihre Herzgesundheit überprüfen lassen.

Denn wenn das Herz geschädigt ist, kann es der Extrem-Belastung eines Marathons nicht Stand halten und es kann zu gefährlichen Herzrythmusstörungen, Vorhofflimmern oder schlimmstenfalls zum Herzstillstand kommen“, warnt der Kardiologe. Während Herzerkrankungen wie zum Beispiel die Herzinsuffizienz, oder auch Herzschwäche genannt, laut Pressemitteilung, meist schnell erkannt würden, da sie mit einer geringeren körperlichen Leistungsfähigkeit verbunden seien, könnten andere Vorschäden, etwa eine Verengung der Herzkranzgefäße, ohne eine entsprechende Untersuchung lange Zeit unerkannt bleiben.

Regelmäßige Medizin-Checks für sicheres Laufen

Zwar sei die Vorbereitung auf einen Marathon ein optimales Training für das Herz-Kreislaufsystem, der Lauf an sich schwäche jedoch das Immunsystem, so der Kardiologe: „Die Dosis ist entscheidend – ein moderates Ausdauertraining stärkt das Herz und lässt es ökonomischer schlagen. Eine extreme Belastung wie ein Marathon hingegen belastet das Herz, es schlägt über die gesamte Laufzeit schneller und der Körper schüttet vermehrt Stresshormone aus. Eine gefährliche Kombination, die das Risiko für Rhythmusstörungen oder gar Herzstillstand erhöhen kann.“

Um das Herz mit diesem Extremlauf nicht zu überfordern, sollten Läufer daher nur sehr gut vorbereitet an den Start gehen. „Insbesondere Freizeitsportler sollten sich gut informieren und zunächst über ein oder zwei Jahre Grundlagen in Form von Kondition aufbauen, bevor sie einen Marathon laufen. Auch erfahrene Läufer sollten sich gezielt vorbereiten und mindestens zwölf Wochen ein Ausdauertraining mit geringer und mittlerer Belastungsintensität absolvieren“, sagte Schulze.

Ein absolutes Muss sei zudem eine sportmedizinische Untersuchung – und zwar bevor man das Marathontraining aufnehme. „Regelmäßige medizinische Untersuchungen sind unerlässlich, um sicher ans Ziel zu kommen. Das gilt grundsätzlich für jeden Sportler – egal ob jung oder alt, trainiert oder untrainiert“, riet Schulze. Menschen mit Vorerkrankungen sollten sich zudem nur nach Absprache und unter Aufsicht ihres Arztes extremen sportlichen Belastungen aussetzen. Trotzdem sei auch für sie körperliche Bewegung wichtig.

Wie sie in Bewegung blieben und gesund trainieren könnten, könnten Herzkranke in speziellen Herzsportgruppen erfahren. Die Teilnahme an einer Herzsportgruppe werde vom niedergelassenen Arzt verordnet, in der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten dafür.