Vertreter von CDU und UWA zu Besuch im Rambachhaus: Pflegedienstleitung Beate Röhrig, Stadtrat Heinrich Muhl (UWA), Einrichtungsleitung Isabel Domicke, Heinz Pötz, Bürgermeister Stephan Paule (CDU), Landtagskandidat Michael Ruhl (CDU) und CDU-Vorsitzender Alexander Heinz (von links). Foto: CDU Alsfeld

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CDU/UWA-Besuch im RambachhausGute Pflege mit Respekt und positiver Einstellung

ALSFELD (ol). Über das Angebot des Alsfelder Alten- und Pflegeheims Rambachhaus informierten sich bei einem gemeinsamen Besuch Vertreter der CDU/UWA-Koalition sowie der CDU-Landtagskandidat Michael Ruhl.

Für die Geschäftsführung empfingen die Einrichtungsleiterin Isabel Domicke und Pflegedienstleiterin Beate Röhrig die Gäste und informierten über das seit 1984 im Herzen von Alsfeld ansässige Pflegeheim, das in den Räumen des ehemaligen Kreiskrankenhauses 122 stationäre Pflegeplätze und 14 Tagespflegeplätze anbiete. Laut Pressemitteilung werde auch am Wochenende die gerade für Angehörige zur kurzfristigen Entlastung so wichtige Tagespflege angeboten und künftig – auch baulich – weiter ausgebaut werden, sagte Domicke. Außerdem biete man mit den Ambulanten Diensten Rambachhaus Leistungen der Häuslichen Pflege an.

Von den insgesamt gut 200 Beschäftigten seien alleine 120 Pflegekräfte auf 59 Vollzeitstellen für die stationäre Pflege im Rambachhaus zuständig. Sieben Auszubildende, die alle die in Alsfeld beheimatete Vogelsberger Pflegeakademie besuchen, lernen zurzeit den Beruf der Altenpflege. „Respekt und Anerkennung für den Pflegeberuf und eine positive Einstellung zu dieser fordernden Aufgabe werden im Rambachhaus großgeschrieben“, erläuterte Domicke eines der Rezepte, das dazu beitrage, dass von der viel zitierten Pflegekrise im Rambachhaus kaum etwas zu spüren sei. Übertarifliche Bezahlung und flexible Arbeitszeiten seien weitere Bausteine für die positive Atmosphäre im Haus, das vom Vogelsbergkreis 2017 im Wettbewerb „Zukunft Familie“ als familienfreundliches Unternehmen ausgezeichnet worden sein soll.

Mit Blick auf Bürgermeister Stephan Paule erwähnte Isabel Domicke, dass für Eltern, die in der Pflege arbeiten, insbesondere Kinderbetreuungsplätze wichtig seien und dass die Suche nach kleinen, bezahlbaren Wohnungen gerade für die jüngeren Beschäftigten schwierig sei. Gemeinsam, so soll der Bürgermeister versprochen haben, werden sich hier sicherlich Lösungen finden lassen. Freudige Gesichter soll es gegeben haben, als man beim Aufstellen zum obligatorischen Foto dem mit 97 Jahren ältesten Alsfelder CDU-Mitglied Heinz Pötz begegnete, der gerade vom kurzen Spaziergang zurückkam. Spontan in die Mitte genommen kam er natürlich mit aufs Bild.

3 Gedanken zu “Gute Pflege mit Respekt und positiver Einstellung

  1. Es ist erstaunlich, welche idyllischen Verhältnisse in einzelnen Einrichtungen zu herrschen scheinen, während rundherum die Pflegekrise grassiert. Ich behaupte, dass die Pflegekräfte durch die Bank unterbezahlt sind und nirgendwo solche Arbeitsbedingungen herrschen, dass von einem attraktiven Pflegeberuf gesprochen werden kann.
    Wenn sich Arbeitsbedingungen und Bezahlung nicht über Jahrzehnte ständig verschlechtert hätten und nicht so viele qualifizierte Kräfte aus der Pflege ausgestiegen oder die Arbeitszeit reduziert hätten, würde niemand über einen Pflegenotstand reden.
    Hören wir endlich auf, uns in die Tasche zu lügen oder die Vernebelungstaktik von Politik und Pflegeindustrie unwidersprochen hinzunehmen! Die heutigen Missstände wurden schon vor Jahrzehnten von SPD und Grünen durch die Deregulierungen des Arbeitsmarkts, durch die systematische Zerstörung des Tarifsystems, Leiharbeit, Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, atypische Beschäftigungen und die vielen anderen Arbeitgebergeschenke verursacht. Nach dem Zusammenbruch der DDR brauchte man auf Arbeitnehmerinteressen ja keine Rücksicht mehr zu nehmen, denn es gab keine Konkurrenz der Systeme mehr. Im alternativlos gewordenen Kapitalismus hieß es: „Friss oder stirb!“
    Nur durch Wiedereinführung der flächendeckenden Tarifverträge und Tarifbindung ohne Ausnahme in allen Branchen, einen Verhaltenskodex der Unternehmen für faire Bezahlung und Arbeitsbedingungen sowie die staatlich garantierte Allgemeingültigkeit von Tarifverträgen in Branchen mit besonders hoher Zahl von Kleinbetrieben wird es einen Ausweg aus der Pflegekrise geben. Denn die, die nach kurzer Zeit massenhaft aus der Pflege aussteigen, weil man von diesem Beruf weder leben noch sterben kann, richten sich nach der Realität und nicht nach irgendwelchen Programmen zur kurzfristigen Milderung der Situation. Gerade die Angehörigen der Pflegeberufe arbeiten unter den schlechtesten Bedingungen. Kaum ein öffentlicher oder privater Arbeitgeber in diesem Bereich hält sich an Tarife. Die jetzt ausgehandelten tariflichen Verbesserungen nützen überhaupt nichts, da die Fachkräfte vielfach schon 25% unter den geltenden Tariflöhnen liegen. Der erste Schritt muss sein, sämtliche Pflegeunternehmen dem Tarifrecht zu unterwerfen. Da die Politik versagt und die Arbeitgeber sich verweigern, um ihre Profite nicht zu gefährden, ist gewerkschaftlicher Kampf angesagt. Und natürlich muss die zunehmende Trittbrettfahrer-Mentalität der Arbeitnehmer aufhören: Von Tarifverträgen profitieren, aber selbst keine Gewerkschaftsbeiträge zahlen wollen, geht eben nicht!!!

    Ich empfehle allen Lesern den nachfolgenden Podcast aus „HR Info Job“ vom 03.06.2018:
    https://www.hr-inforadio.de/podcast/job/ein-teurer-spass-immer-weniger-unternehmen-sind-an-tarifvertraege-gebunden,podcast-episode-27684.html 

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  2. @ Schmunzeln 27.05.2018 um 16:27 Uhr
    Diese Gruppenbilder mit Politikern machen mich auch immer misstrauisch. Im Höchstfall kommt so ein Bürgermeister einmal im Jahr mit Blumenstrauß zum Geburtstag der über 75-Jährigen und zur Weihnachtsfeier in so ein Pflegeheim. Die übrigen Partei-Repräsentanten so gut wie gar nicht. Aber bald ist ja Landtagswahl. Da braucht man die Stimmen der Alten. Und jeder Fototermin bringt wieder Aufmerksamkeit für die betreffenden Kandidaten und seine Partei. Da würde man auch bei der sprichwörtlichen Eröffnung einer Thunfischdose zur Verfügung stehen. Aber hat man das vor die Kamera gezerrte „älteste CDU-Mitglied“ auch mal außer der Reihe besucht oder sich wenigstens mal für die Organisation eines Besuchsdienstes aus Partei-Ehrenamtlichen stark gemacht?

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  3. Wow eine nette Märchen-Geschichte…

    Am meisten gefiel mir der Satz „übertarifliche Bezahlung“… mir kamen die Tränen vor lachen.

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