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Romröder StadtverordnetenversammlungNeue Planungen für LuWiA vorgestellt

ROMROD (ol). Die Gestaltung der Außenanlage für das Projekt „Leben und Wohnen im Alter (LuWiA)“ stand am Dienstagabend im Mittelpunkt der Romröder Stadtverordnetenversammlung. Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg (CDU) stellte im Sitzungsaal des Rathauses die ersten Planungen mit einem Kostenvolumen von rund 280.000 Euro vor.

So sind unter anderem Pflanzkübel vor den großflächigen Fenstern im Erdgeschoss geplant. „Auch um die Blicke auf die Bewohner abzuschirmen“, sagte Richtberg. In Richtung der Bundesstraße ist ein Begegnungsplatz mit Gartenhaus und Baum in Aussicht, der zum Besuch einladen soll. Hier könnte sich die Bürgermeisterin eine Art Sommergaststätte vorstellen. „Die Außenanlage ist öffentlich zugänglich“, machte sie mehrfach deutlich. Der Hof soll für Lastwagen befahrbar sein, unter anderem um die Holzpellets der Heizanlage anzuliefern. Dort sollen aber auch zwei Parkplätze für dringende Fälle wie Arztbesuche entstehen.

In Richtung des Ocherbachs sei eine Terrasse für die Bewohner geplant, ebenso in Richtung der Landesstraße nach Zell. Für das Atrium im Inneren des Gebäudes plane man eine Begrünung, unter anderem mit einer Berankung der Brandwand in Richtung der Gewerbehalle. Generell sollen mit einer Fassadenbeleuchtung Akzente gesetzt werden. Auf der Brücke über dem Ocherbach sehen die derzeitigen Planungen zwei weitere Parkplätze vor, hier wurde jedoch aus den Reihen der Stadtverordneten Kritik geübt. „Der Bereich sollte offen gestaltet werden, geparkte Autos schotten den Bereich ab“, erklärte Hauke Schmehl von der CDU/FWG.

Von Turbulenzen sprach die Bürgermeisterin rund um eine in ihren Augen falsch verstandene Einladung des Magistrats gegenüber dem Lokaljournalisten Philipp Weitzel, der über das Bauprojekt berichtet hatte und daraufhin gebeten wurde, im Magistrat zu erscheinen. „Eine Einladung bleibt eine Einladung, auch wenn sie als Vorladung verstanden wird“, erklärte Richtberg. Laut ihren Schilderungen bestand seitens des Magistrats keine Absicht einer Pressezensur. Genau die hatte die SPD-Fraktion ihr vorgeworfen.

Das LuWiA-Projekt am Dienstagabend. Foto: privat


Ladesäule für Elektroautos und neue Fassadendämmung für das Jugendzentrum in Zell

Zu aktuellen Romröder Themen griff die Bürgermeisterin die Häinze Kirmes, zwei Bauvorhaben und eine Verwaltungsneuerung auf. „Wir haben eine spritzige und gelungene Kirmes hinter uns“, blickte sie auf das Fest der Häinze für Romrod zurück. Sie dankte den Organisatoren für ihr Engagement, aus ihrer Sicht ist es schön solch ein Fest im Ort zu haben. „Feste halten uns lebendig“, sagte die Bürgermeisterin. Für den Parkplatz an der Schlossapotheke kündigte sie eine Ladesäule für Elektrofahrzeuge an, die von den Oberhessischen Versorgungsbetrieben (OVAG) gesponsert werde. Für das Jugendzentrum in Zell (JUZ) kündigte sie eine Fassadendämmung an, hier sollen die Jugendlichen die Arbeit und die Stadt das Material übernehmen.

In der Verwaltung sollen künftig vereinfachte Baugenehmigungsverfahren kostenfrei werden, beispielsweise für Gartenhütten oder Carports. „Die Anträge werden nur noch geprüft, gibt es binnen 14 Tagen keinen Einwand, kann es losgehen“, so Richtberg. Eine Bescheinigung gebe es nur noch auf ausdrücklichen Wunsch, diese sei dann allerdings kostenpflichtig. Erneute Werbung machte Richtberg für das Förderprogramm „Starkes Dorf – Wir machen mit!“, hier können Zuschüsse bis zu 5.000 Euro für Kleinprojekte des gesellschaftlichen Zusammenhalts erzielt werden. Beispiele seien die Aufstellung einer Sitzbank oder die Errichtung eines Grillplatzes.

Gestaltung der Kindergartenbeiträge an Finanzausschuss verwiesen

Die Beratung um die künftige Gestaltung der Kindergartenbeiträge wurde einstimmig in den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen. Bisher wurde der Kindergarten zu 15 Prozent von der evangelischen Kirchengemeinde, zu 20 Prozent durch Elternbeiträge und zu 65 Prozent durch die Stadt Romrod finanziert. Für die Elternbeiträge gebe es derzeit ein System mit drei Modulen, so muss pro Monat für die 5-stündige Betreuung 170 Euro, für die 6,5-stündige Betreuung 175 Euro und für die 9-stündige Betreuung 185 Euro bezahlt werden.

Künftig zahlt das Land Hessen für alle Kinder vom 3. Lebensjahr bis zum Schuleintritt einen monatlichen Förderbetrag von 135,60 Euro an die Stadt Romrod, damit sollen Kinder täglich für sechs Stunden beitragsfrei den Kindergarten besuchen können. Eine erste Magistratsvorlage sieht eine Umsetzung der 6-stündigen beitragsfreien Betreuung vor, für die 6,5-stündige Betreuung ist nach der Vorlage ein Betrag von 50 Euro pro Monat und für die 9-stündige Betreuung von 80 Euro pro Monat vorgesehen.

Ein Antrag der SPD-Fraktion zum LuWiA-Projekt wurde im Rahmen der Versammlung schriftlich von Bürgermeisterin Dr. Richtberg an den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Arndt Planz beantwortet. Eine Erörterung gab es gemäß der Geschäftsordnung der Stadtverordnetenversammlung nicht. Für die Wahl von zwei Schöffen wolle die Stadt Romrod demnächst noch einmal Werbung machen. Bisher wurden die Ämter von Petra Kornmann und Wolfgang Reichelt bekleidet. Weitere Infos: www.schoeffenwahl.de.



2 Gedanken zu “Neue Planungen für LuWiA vorgestellt

  1. Ich bin erschrocken, wie nahe Gebäude und Hof an der Straße liegen. Da kommt es auf eine durchdachte Grundstücksanlage ganz wesentlich an. Da nur mit einer Rüttelplatte den Bauschutt zu verfestigen und ein paar Büsche zu pflanzen… Was ist das für ein unsensibler Vorschlag, gerade den alten Leuten gegenüber, die dort wohnen sollen!

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  2. Hallo liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

    die Kosten für die Außenanlage sind nun von über 320000 auf 280000€ neu gerechnet. Erst mal vielen Dank für die Kosteneinsparung. Aber, es wird nun immer noch eine Außenanlage in der finanziellen Größenordnung eines Einfamilienhauses entstehen. Es reicht schon eine 500 kg schwere Rüttelplatte zu höheren Verdichtung des Bodens, um einen Hof mit LKW’s befahren zu können. Das kostet so gut wie nix mehr! Das kann der Grund für hohe Kosten nicht sein.
    Wir pflanzen dort nicht einfach ein paar Büsche, erklärte Richtberg!
    Ganz ehrlich, ich denke da geht sehr viel, vielleicht zu viel Geld in Planung und Theorie.
    Vorschlag: Das Gartenhaus könnte der Sportverein und Jugenclub aufbauen und die Bepflanzung ebenfalls. Die Vereine könnten ein schönes Sümmchen einnehmen und das Geld für den Nachwuchs und Vereinsförderung gebrauchen.
    Liebe Politiker, hängt das ganze nicht so hoch, einfach ein paar Büsche zu pflanzen ist möglicherweise die bessere Lösung als viel zu hohe Ausgaben zu produzieren!

    Liebe Grüße und frohes Schaffen

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