Apfelfest in Homberg Ohm: Trotz schlechter Ernte gab es viele verschiedene Sorten auf der Apfelausstellung in Homberg Ohm zu sehen. Alle Fotos: Traudi Schlitt

Kind und Kegel0

Zum Stadtfest gab es viele Hoheiten, viele Äpfel, viel Kunst und Kram und viele Besucher mit RegenschirmPrinzessin Eva I. ist neue Hoheit in Homberg Ohm

HOMBERG OHM (ol). Vom Himmel regnete es zwar fast unaufhörlich – doch was macht das schon, wenn so viel gute Laune und Herzblut im Spiel sind wie auf dem Stadtfest in Homberg Ohm und wenn die Sonne in den Herzen der Akteure und Besucher scheint. So jedenfalls auf dem Apfelfest n Homberg Ohm, das sich am Wochenende einer großen Resonanz freute.


Am Sonntagvormittag jedenfalls, als alle gespannt auf die Krönung der Homberger Apfelprinzessin warteten, war der Platz vor der Bühne gutgefüllt, nicht zuletzt, weil die Zeremonie von zwei ganz wunderbaren Tanzauftritten der Mädchentanzgruppen „Bella Ragazza“ und „Fantasy“ des Tanz- und Aerobic-Studios „Topfit“ flankiert wurden, die dem Regenwetter mit ganz viel Freude trotzten. Glanzvoll wurde es laut Pressemitteilung danach auf der Kamax-Kultur-Bühne, denn neben der amtierenden Homberger Apfelkönigin Lea I. waren noch vier weitere Hoheiten aus der Region auf das Fest der Homberger gekommen: Svenja, Bierkönigin aus Lauterbach, Stefanie, Korn-Königin aus Schlitz, Saskia, Mittelpunkt-Königin aus Mücke-Flensungen und Jasmin, die Quellenkönigin aus Bad Vilbel, waren der Einladung von Lea gefolgt, die diese gerne bei der Krönungszeremonie ihrer Prinzessin Eva I. dabei haben wollte.

Das neue hoheitliche Dreamteam: Königin Lea I. und Prinzessin Eva I. Alle Fotos: Traudi Schlitt

Mit viel Freude und auch Stolz trat Eva dieses neue Amt an, nachdem die Königin in einem launigen Rückblick auf das erste Jahr ihrer eigenen Amtszeit der Prinzessin und natürlich auch dem Publikum geschildert hatte, was eine Apfelkönigin so zu tun hat. Sie dankte allen Unterstützern und Sponsoren, die es ermöglichen, die Ohmstadt über die Grenzen hinaus zu repräsentieren – eine Tätigkeit, in die man zwar hineinwachsen müsse, die aber sehr viel Freude mache, wie Lea I. betonte. Als erste gemeinsame Amtshandlung verkündeten beide Homberger Hoheiten die Teilnahmebedingungen an der großen Tombola der Gewerbetreibenden und nahmen zusammen mit den anderen Königinnen den Apfelfassanstich mit Heinrich Prediger vom Gewerbeverein und Bürgermeisterin Claudia Blum vor.

Kulinarisch blieb kein Wunsch unerfüllt

Diese hatte zuvor erklärt, welch große Gemeinschaftsleistung das Homberger Stadtfest unter Federführung des Gewerbevereins darstelle und lobte das Engagement der Organisatoren. Ganz besonders wies sie auf die vielen regionalen Schwerpunkte hin, die auch mit Hilfe des Landesprojekts „Ab in die Mitte“ realisiert wurden, neben anderen der Kunsthandwerkermarkt, der Auftritt der Mundart-Band „Halb 6“ und die zahlreichen kulinarischen Angebote aus heimischer und regionaler Fertigung. Michael Metz vom Gewerbeverein wies in einem passenden Vergleich mit dem berühmten Dorf der unbeugsamen Gallier auf die Rolle des unbeugsamen Einzelhandels in der Ohmstadt hin und auf die Bedeutung einer florierenden lokalen Wirtschaft für die lokale Infrastruktur.

Eine Lanze für den Homberger Einzelhandel bracht Michael Metz vom Gewerbeverein.

Noch während der Krönungs- und Eröffnungszeremonie lockten viele köstliche Düfte die Gäste an – kulinarisch blieb an diesem Tag kein Wunsch unerfüllt: Kartoffelpuffer, Crêpes, Bratwurst, Lamm-Burger, Nudelgerichte und vieles mehr suchten hungrige Abnehmer, und auch der verheißungsvolle Duft des ersten Glühweins lud zum Verweilen unter den Pavillons in der Frankfurter Straße ein. Selbstverständlich gab es auch viele verschiedene kalte und warme Apfelangebote auf dem Markt zu finden, dessen Motto – wie könnte es in der Stadt der Apfelkönigin anders sein – „Apfel-Fest und flüssig“ ist.

Verkaufsoffener Sonntag für Geschäfte und allerhand Marktstände

Die Ladengeschäfte in der Innenstadt hatten zu diesem Anlass auch ihre Pforten geöffnet und zogen bei dem eher kühlen Herbstwetter viele Kunden an, die sich die neuesten Herbsttrends in vielen Bereichen von Kleidung über Literatur bis hin zu Dekoration und Inneneinrichtung nicht entgehen lassen wollten. Draußen sorgte ein vielfältiges Marktangebot für ein schönes Einkaufserlebnis, nicht zuletzt, weil in diesem Jahr erstmals Anbieter hochwertiger und sehr exklusiver und individueller Handwerkskunst in Homberg ausstellten. Von vielen leckeren, selbstgemachten Lebensmitteln wie Marmeladen, Chutneys, Likören oder Nudeln, über Leder- und Fellwaren, Schmuck und Dekorationsartikel bis hin zu Geschnitztem, Gefilztem oder Gestricktem wurde man fündig und freute sich über das eine oder andere Schnäppchen oder gar das erste Weihnachtsgeschenk.

Lecker, selbstgemacht und regional: das kulinarische Angebot des Stadtfestes.

Ganz besondere Anziehungspunkte waren die Ausstellungen: Oldtimer-Landmaschen, eine Alte Apfelmühle und natürlich die Apfelausstellung des Arbeitskreises Dörfliche Kultur e.V., der sich auch der Pomologe Alfred Oehler angeschlossen hatte, dessen Dienste viele aus Nah und Fern angereiste Gäste nutzten, um ihre Apfelsorten bestimmen zu lassen.

Rummel, Karussell, Kletterwald und ganz viel Musik

Für die Kinder boten sich Rummel, Karussell und Kletterwald an – wer es also auf sich nahm, hier und da ein wenig nass zu werden, der konnte an diesem Tag in Homberg wirklich viel erleben, denn auch Vereine und einige Industrieunternehmen stellten sich vor, genauso wie die Schlosspatrioten, die zum einen das Café im Schloss geöffnet hatten, zum anderen auch schon auf den bevorstehenden Weihnachtsmarkt aufmerksam machten. Und was war noch? Ganz viel Musik: Auf der Kamax-Kultur-Bühne spielte die Mundart-Band „Halb 6“ ihren ganz besonderen Sound in großer Besetzung, und unters Volk mischte sich die Jazz-Polizei, die bekannt ist für eigenwillige Interpretationen und ganz viel Humor.

Die Tanzgruppe „Bella Ragazza“ bzw. „Fantasy“ eröffnete das Stadtfest mit sehr viel Schwung. Foto: Traudi Schlitt

„Sicherlich hat uns das Wetter den einen oder anderen Besucher gekostet“, war von Seiten der Veranstalter und Aussteller zu hören. Deren Spaß am Stadtfest war jedoch ungebrochen, denn diejenigen, die da waren, waren mindestens so gut aufgelegt wie die Organisatoren und Anbieter und erlebten in der Tat einen abwechslungsreichen Tag in der Ohmstadt.

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