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Romröder Stadtparlament tagte – Geplant: ein GemeindeverwaltungsverbandGedenken und mehrere Bauprojekte

ROMROD (ol). Eine Reihe von Baumaßnahmen, darunter das Millionenprojekt „Leben und Wohnen im Alter“ sowie der angedachte Gemeindeverwaltungsverband waren die Hauptthemen am Donnerstagabend bei der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments in Romrod. Aber zuerst versammelten sich die Stadtverordneten zu einer symbolischen Geste: Gemeinsam gedachte man der Toten der Pariser Anschläge und demonstrierte Verbundenheit mit der Partnergemeinde La Coquille. „Die Attentate waren auch Attentate auf uns“, so der Stadtverordnetenvorsteher Jörg Gaudl.

„Ein Projekt, dass wir schon lange erwartet haben“, leitete Dr. Richtberg die Diskussion zur Sanierung der Ortsdurchfahrt von Strebendorf ein. Das ist eines von drei Projekten, für die das Ingenieurbüro Zick-Hessler aus Wettenberg zuständig ist, das auf der Versammlung von Bernt Sapauschke vertreten wurde.

Im Sommer nächsten Jahres soll das Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Land starten, derzeit laufen noch die Planungen. Dabei sollen das Wasserleitungsnetz erneuert, die Breitbandanbindung berücksichtigt, das Stromleitungsnetz unter die Erde gebracht und neue Straßenlaternen aufgestellt werden. Ob die Kanäle für Abwasser erneuert werden müssen, werde derzeit geprüft. Zentraler Punkt der Planung ist nach den Angaben von Planer Sapauschke die Bushalltestelle, sie soll zum Dorfplatz werden. Dort sollen dann auch drei neue Bäume gepflanzt werden. Die eigentliche Bushaltestelle soll vom Fahrverkehr abgetrennt und behindertengerecht ausgestattet werden.

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Bernt Sapauschke stellte die drei Bauprojekte in Romrod vor

Sanierung auf einer Länge von 395 Metern

Die Sanierung beginnt auf der Ortsdurchfahrt in Höhe der Hausnummer 7 und erstreckt sich dann auf einer Länge von 395 Metern. Unvermeidbar ist nach den Schilderungen des Planers eine Engstelle zwischen den Hausnummern 4 und 6, dort müsse die Fahrbahn auf 3,75 Meter begrenzt werden. „Ein Lkw und ein Pkw kommen dort nicht aneinander vorbei“, so Sapauschke. Zwei in die Ortsdurchfahrt mündende Straßen sollen nach derzeitigen Planungen mit Bordsteinen versehen werden, sodass dann die „Vorfahrt achten“-Schilder entfallen. Betroffen davon sind die Mühlgasse und der Wiesenhof. Die uneinsichtige Kurve in Richtung Vadenrod, im Bereich der Mühlgasse, kann nach den Angaben des Planers durch die angrenzende Bebauung nicht entschärft werden. Wie er informierte, soll die neue Straße dreißig Jahre lang halten.

Der Dreh- und Angelpunkt für das Projekt zur Errichtung eines Dorfplatzes in Nieder-Breidenbach ist eine Brücke. Nach derzeitigen Planungen ist ein Neubau der Querung über den Seebach nicht ausgeschlossen, im Fokus steht auch dessen Renaturierung. Für den Bau des Dorfplatzes sollen nach derzeitigen Planungen das Backhaus und ein Viehhaus weichen.

Die bisherigen Planungen zur Errichtung einer Park-and-Ride-Anlage im Ortsteil Zell waren laut Bürgermeisterin Dr. Richtberg von einer kurzfristigen Fördermöglichkeit geprägt. Da diese Möglichkeit verlängert wurde, bestehe nun mehr Zeit für Planungen. „Die Kritikpunkte der Anwohner sind jetzt auch bekannt“, kommentierte die Bürgermeisterin zu den Planungswünschen. Der derzeitige Plan findet im Zeller Ortsbeirat keine Zustimmung. Er sah 18 Parkplätze für Autos, 5 Stellplätze für Motorräder und 12 Unterbringungsmöglichkeiten für Fahrräder vor. Zudem waren zwei Kiss-and-Ride-Parkplätze vorgesehen, eine Umschreibung in Form von „Küsschen und Tschüsschen“ für Kurzhalteplätze. Laut einer Zählung des Rhein-Main Verkehrsbundes nutzen rund 75 Pendler die Bahnanbindung täglich. Der Stadtverordnete Rainer Weitzel schlug eine Befestigung des derzeitigen Bahnhofplatzes aus städtischen Eigenmitteln vor, die eine leichte Pflege besonders beim Winterdienst ermögliche. „Ohne großen Schnickschnack“, so sein Vorschlag. Dazu erwähnte Bürgermeisterin Dr. Richtberg die Bedeutung der touristischen Anbindung.

Gründung des Gemeindeverwaltungsverbandes beschlossen

Ohne Gegenstimme beschloss das Stadtparlament eine Satzung zur Gründung des Gemeindeverwaltungsverbandes der Kommunen Feldatal, Grebenau, Romrod und Schwalmtal. „Romrod hat bereits in der gemeinsamen Sitzung der Hauptausschüsse das Startsignal gegeben“, so Bürgermeisterin Dr. Richtberg. Wie sie sagte, könne es möglicherweise noch einmal zu einer Satzungsänderung kommen, die dann neu beschlossen werden müsste. Dabei gehe es um die Frage des Verbandssitzes, die am kommenden Mittwoch bei einer Ministeriumssitzung geklärt werden soll. Der Hauptausschussvorsitzende Arndt Planz kritisierte dazu: „Ich verstehe immer noch nicht, warum noch keine Einigkeit um den Vorsitz herrscht“.

Einstimmig benannten die Stadtverordneten Roman Eisenbach zum stellvertretenden Schiedsmann für Rudolf Hansel. Eisenbach bekleidete das Amt im Schiedsamtbezirk der Stadt Romrod bereits zuvor, seine Amtszeit war ausgelaufen.

Der Jahresabschluss zur Wasserversorgung der Stadt Romrod weist für das Jahr 2014 einen Verlust von 29.959 Euro aus. Wie Bürgermeisterin Dr. Richtberg informierte, habe sich der Verlust im Vergleich zum Vorjahr um 25.000 Euro verringert. Seitens der Stadtkasse wurde vorgeschlagen, den Verlust in das Jahr 2017 zu übernehmen und dann bei der anstehenden Neukalkulation der Wassergebühren zu berücksichtigen.

Zu der Diskussion um das Projekt „Leben und Wohnen im Alter“ führte Bürgermeisterin Dr. Richtberg an, dass die genannten Kosten in Höhe von 5,2 Millionen Euro eine Worst-Case-Kostenschätzung seien. Insbesondere wenn das denkmalgeschützte Forsthaus erhalten werden müsse. Wie sie informierte, findet am heutigen Freitag ein nicht-öffentliches Treffen mit dem Architekten Herbod Gans zwecks einer Aussprache statt.

Mit neun Ja-Stimmen und fünf Nein-Stimmen beschlossen die Stadtverordneten eine Ergänzung im Flächennutzungsplan und deren Offenlegung. Die Ergänzung bezieht sich auf eine Flächenausweisung für Windräder östlich von Zell, die auch städtisches Land beinhaltet. Zu den Nein-Stimmen kommentierte der CDU/FWG-Vorsitzende Thilo Naujock, dass es in seinen Reihen zu persönlichen Abwegungen kam.