
Gemeinsamer Antrag für mehr Erste HilfeSPD und CDU wollen Netz öffentlich zugänglicher Defibrillatoren im Vogelsbergkreis ausbauen
VOGELSBERGKREIS (ol). Die Kreistagsfraktionen von SPD und CDU wollen das Netz öffentlich zugänglicher Defibrillatoren im Vogelsbergkreis erweitern. Ein gemeinsamer Antrag für die kommende Kreistagssitzung sieht vor, zusätzliche Standorte an kreiseigenen Liegenschaften zu prüfen, insbesondere an stark frequentierten Sportstätten. Derzeit verfügt der Landkreis über sieben Geräte an sechs Schulstandorten. Neue Defibrillatoren sollen möglichst rund um die Uhr zugänglich und vor Vandalismus geschützt sein.
Die Kreistagsfraktionen von SPD und CDU wollen die Möglichkeiten zur schnellen Hilfe bei medizinischen Notfällen im Vogelsbergkreis weiter verbessern. Mit einem gemeinsamen Antrag für die kommende Kreistagssitzung schlagen beide Fraktionen vor, zusätzliche öffentlich zugängliche automatisierte externe Defibrillatoren (AED) an geeigneten kreiseigenen Liegenschaften zu installieren. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf stark frequentierten Sportstätten liegen, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Fraktionen.
Der Kreisausschuss soll zunächst prüfen, an welchen Liegenschaften des Vogelsbergkreises weitere Defibrillatoren technisch möglich und sinnvoll sind. Dabei sollen auch Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden sowie Organisationen wie z.B. dem Deutschen Roten Kreuz einbezogen werden. Auf Grundlage dieser Prüfung sollen anschließend im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten geeignete Standorte mit öffentlich zugänglichen AEDs ausgestattet werden.
„Bei einem Herz-Kreislauf-Notfall zählt jede Minute. Deshalb ist es wichtig, dass Defibrillatoren nicht nur vorhanden, sondern im Ernstfall auch schnell erreichbar sind. Mit unserem Antrag wollen wir das bestehende Netz im Vogelsbergkreis sinnvoll ergänzen und dort zusätzliche Möglichkeiten schaffen, wo viele Menschen zusammenkommen. So können wir die Erste Hilfe vor Ort weiter stärken“, erklärt Matthias Weitzel, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion.
Automatisierte externe Defibrillatoren können in medizinischen Notfällen den Herzrhythmus analysieren und bei Bedarf einen elektrischen Schock abgeben. Durch ihre einfache Bedienbarkeit können auch medizinische Laien die Geräte einsetzen und damit bereits vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes einen wichtigen Beitrag zur Ersten Hilfe leisten.
Es gibt im Vogelsbergkreis bereits eine Reihe öffentlich zugänglicher Defibrillatoren, beispielsweise an Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrgerätehäusern. Auch der Landkreis verfügt schon über entsprechende Geräte: Derzeit befinden sich sieben AEDs an sechs Schulstandorten in Alsfeld, Lauterbach, Schotten und Homberg (Ohm). Dieses vorhandene Netz wollen SPD und CDU gezielt weiterentwickeln und mögliche Lücken schließen.
Für die beiden Fraktionen ist dabei nicht allein die Zahl der Geräte entscheidend. Neue Standorte sollen möglichst so gewählt werden, dass die Defibrillatoren unabhängig von den jeweiligen Öffnungszeiten rund um die Uhr zugänglich sind. Gleichzeitig müsse ein ausreichender Schutz vor Vandalismus gewährleistet werden, damit die Geräte dauerhaft funktions- und einsatzfähig bleiben.
Stephan Paule, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, betont: „Wir wollen gezielt dort zusätzliche Defibrillatoren ermöglichen, wo sie im Ernstfall den größten Nutzen haben. Es geht nicht darum, Geräte nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen, sondern geeignete Standorte zu identifizieren. Dabei sollten wir vorhandene Strukturen nutzen und gemeinsam mit Kommunen und Hilfsorganisationen praktikable Lösungen entwickeln.“
Eine besondere Bedeutung messen SPD und CDU den stark frequentierten Sportstätten bei. Dort kommen regelmäßig zahlreiche Menschen unterschiedlicher Altersgruppen zusammen – als aktive Sportlerinnen und Sportler, Zuschauer oder Begleitpersonen. Damit ist statistisch auch die Wahrscheinlichkeit eines medizinischen Notfalls höher als an weniger stark frequentierten Orten. Deshalb sollen solche Einrichtungen bei der Suche nach geeigneten Standorten besonders berücksichtigt werden.
Mit ihrem gemeinsamen Antrag setzen SPD und CDU auf ein bedarfsgerechtes Vorgehen. Zunächst sollen mögliche Standorte geprüft, bestehende Angebote berücksichtigt und Kooperationen ausgelotet werden. Anschließend soll der Kreis dort tätig werden, wo zusätzliche öffentlich zugängliche AEDs sinnvoll sind und im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten realisiert werden können.
Ziel sei es, das bestehende Netz im Vogelsbergkreis Schritt für Schritt zu verdichten und damit die Voraussetzungen dafür zu verbessern, dass im medizinischen Notfall möglichst schnell wirksame Erste Hilfe geleistet werden kann.
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