
Diana und Felix Schwebel über ihre gemeinsame Blutspende als Familie„Blutspenden gehört für uns einfach dazu“
MÜCKE (ol). Für Diana und Felix Schwebel aus Merlau gehört das Blutspenden zum Familienalltag. Beim Blutspendetermin des DRK Mücke im August kamen sie gemeinsam mit ihrem Kind ins Anna-Weidig-Haus. Im Interview berichten sie über ihre persönlichen Beweggründe, ihre ersten Erfahrungen und darüber, weshalb sie auch ihre Kinder früh für die Bedeutung des Helfens sensibilisieren möchten.
Blutspenden ist für viele Menschen ein regelmäßiger Termin, für Diana und Felix Schwebel aus Merlau wurde daraus ein kleiner Familienausflug. Beim Blutspendetermin des DRK Mücke im August im Anna-Weidig-Haus kamen die beiden gemeinsam mit ihrem Kind. Im Gespräch erzählen sie, warum sie Blut spenden, wie sie die Termine erleben und weshalb sie auch andere Menschen dazu ermutigen möchten.
Der gemeinsame Familienausflug
Ihr seid gemeinsam zur Blutspende gekommen und habt euer Kind mitgebracht. Wie kam es dazu, dass ihr die Blutspende als kleinen Familienausflug gestaltet habt?
Wir wollen unseren Kindern schon früh zeigen, wie wichtig es ist, anderen Menschen zu helfen.
Helfen, ohne den Menschen zu kennen
Was ist für euch persönlich der wichtigste Grund, Blut zu spenden?
Diana: Für mich persönlich ist der wichtigste Grund, dass ich weiß, wie wertvoll Blut sein kann, wenn man es selbst dringend braucht. Ich habe mit 18 Jahren angefangen, Blut zu spenden. Meine Oma war allerdings damals aus religiösen Gründen dagegen. Irgendwann kam aber der Zeitpunkt, da sie selbst Blutspenden benötigte und um es für sich annehmen zu können, hat sie sich vorgestellt, dass es mein Blut sei. Daher ist Blutspenden für mich nicht einfach nur eine kleine Tat und es freut mich, damit Menschen helfen zu können.
Felix: Für mich ist es eine Möglichkeit, der Gesellschaft mit geringem Aufwand etwas zurückzugeben.
Felix, weißt du noch, wann du zum ersten Mal Blut gespendet hast? Und was hat dich damals dazu gebracht?
Das war während meiner Studienzeit, damals noch in der Blutbank der Uniklinik Gießen. Immerhin gab es dafür Geld, was man als Student gut gebrauchen konnte.
Warst du vor deiner ersten Spende vielleicht etwas aufgeregt oder hattest du überhaupt keine Bedenken?
Doch, aufgeregt war ich schon, da mir Blutentnahmen und Spritzen nicht immer so ganz geheuer waren, was sich durch das regelmäßige Spenden mittlerweile aber gebessert hat.
Diana, wie war es bei dir? Erinnerst du dich noch an deine erste Blutspende und daran, wie du dich dabei gefühlt hast?
Ja. Ich wollte schon immer Blut spenden und habe die Möglichkeit kurz nach meinem 18. Geburtstag gleich genutzt. Damals gab es in meiner Heimat eine Aktion, dass man sich parallel zur Blutspende auch als Stammzellspender registrieren lassen konnte.
Was würdest du heute jemandem sagen, der gerne Blut spenden möchte, aber noch etwas unsicher ist?
Vielleicht einfach mal mit jemandem zu einer Blutspende gehen, um sich alles anzuschauen und Fragen zu stellen. Zudem ist man durch das Personal gut betreut und man hat jederzeit die Möglichkeit, abzubrechen. Einfach einmal ausprobieren.
Wie erlebt ihr einen Blutspendetermin heute? Ist es für euch mittlerweile ein ganz normaler Termin im Kalender oder jedes Mal noch etwas Besonderes?
Schon noch etwas Besonderes, da wir uns etwas darauf vorbereiten (ausreichend trinken und essen im Vorfeld).
Gemeinsam geht es leichter
Macht es für euch einen Unterschied, dass ihr gemeinsam zur Blutspende geht? Motiviert ihr euch gegenseitig?
Ja, nach Möglichkeit versuchen wir, gemeinsam dorthin zu gehen, da es gemeinsam mehr Spaß macht.
Blut wird unter anderem nach schweren Unfällen, bei Operationen oder bei bestimmten Erkrankungen benötigt. Denkt ihr bei eurer Spende manchmal darüber nach, wem euer Blut später helfen könnte?
Ja, gerade weil ich (Diana) damit ein persönliches Erlebnis verbinde.
Vorbild für andere
Beim aktuellen Blutspendetermin des DRK Mücke haben 62 Menschen gespendet, darunter drei Erstspender. Was würdet ihr Menschen sagen, die bisher noch nie Blut gespendet haben?
Einfach hingehen und es sich anschauen. Man kommt mit anderen Personen, Spendern und Personal ins Gespräch und zur Belohnung gibt es Süßigkeiten und Leckeres vom Fuchs.
Was würdet ihr jemandem mitgeben, der zwar helfen möchte, aber vielleicht Angst vor der Blutabnahme hat?
Am besten jemanden begleiten, der Erfahrungen mit dem Blutspenden hat. So kann man die einzelnen Schritte des Prozesses kennenlernen, Fragen stellen und sich einen Eindruck bilden.
Warum regelmäßiges Spenden wichtig ist
Blut kann nicht künstlich hergestellt werden und ist deshalb auf freiwillige Spender angewiesen. Ist dieser Gedanke für euch ein zusätzlicher Ansporn, regelmäßig zu spenden?
Ja, definitiv, da die Menge an Patienten, die es benötigen, auch eher mehr wird. Bis wir von künstlichen Ersatzstoffen profitieren können, wird es noch ein langer Weg sein.
Was müsste eurer Meinung nach passieren, damit noch mehr Menschen regelmäßig zur Blutspende gehen?
Man kann Menschen nicht dazu zwingen, es ist eine freiwillige Entscheidung. Leichter fällt diese, wenn du in deinem Leben damit konfrontiert/sozialisiert wirst, daher zeigen wir solche Dinge bereits unseren Kindern.
Gemeinschaft beim DRK
Bei einer Blutspende geht es nicht nur um die eigentliche Blutabnahme, sondern auch um das Miteinander. Wie nehmt ihr die Atmosphäre bei den Blutspendeterminen des DRK Mücke wahr?
Familiär und entspannt.
Fühlt es sich für euch eher wie ein medizinischer Termin oder auch ein Stück weit wie ein Treffen mit anderen Menschen aus der Region an?
Eher wie ein Dorftreff, weniger wie ein Arzttermin.
Wenn ihr eure Erfahrung mit der Blutspende in einem Satz beschreiben müsstet – was würdet ihr sagen?
Eine entspannte halbe Stunde unter netten Menschen, mit Süßigkeiten und leckerem Essen – und einem kurzen Stich.
Diana und Felix Schwebel engagieren sich auch über die Blutspende hinaus in ihrem Heimatort. Felix gehört der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Merlau an und ist Mitglied im Vorstand der TSG. Diana gehört dem Ortsbeirat Mücke an.
Der nächste Blutspendetermin des DRK Mücke findet am Freitag, den 23. Oktober, im Anna-Weidig-Haus in Merlau statt. Auch Diana und Felix Schwebel wollen wieder dabei sein. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es unter www.blutspende.de. Fragen beantwortet der Blutspendedienst zudem über seine kostenlose Service-Hotline unter 0800 11 949 11. Auch eine telefonische Anmeldung ist dort möglich.
Das Interview reichte die freie Mitarbeiterin Jutta Schütt Frank ein. Auch sie möchte am 23. Oktober beim DRK Mücke Blut spenden – für sie wird es bereits die 77. Blutspende sein.
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