Gesellschaft0

Dialekt trifft HeimatgeschichteMuseum im Vorwerk Ulrichstein lädt zu Mundartabend mit Jürgen Piwowar ein

ULRICHSTEIN (ol). Am 4. Juli ist Mundartforscher und Autor Jürgen Piwowar zu Gast im Museum im Vorwerk in Ulrichstein. Ab 18 Uhr nimmt er die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise durch Mythen, Märchen und Sagen des Vogelsbergs. Dabei verbindet er oberhessische Mundart mit Heimatgeschichte und sprachwissenschaftlichen Einblicken.

Der ehemalige Lehrer Jürgen Piwowar nimmt am 4. Juli ab 18 Uhr Gäste des Ulrichsteiner Museums im Vorwerk mit auf eine faszinierende Reise in die Welt der Mythen, Grimm’schen Märchen und Sagen. In einem humorvollen Wechsel zwischen seinen beiden Sprachen, Hochdeutsch und oberhessischer Mundart, legt er dar, wie eng regionale Erzählungen mit historischen Geschichten vom alten Vulkan Vogelsberg verwoben sind, heißt es in der Pressemitteilung des Museum im Vorwerk e. V.

Durch seine selbst verlegten Bücher hat Piwowar ein eigenes Mundartarchiv geschaffen und gilt heute als einer der engagiertesten Bewahrer der oberhessischen Sprache. Der Abend ist ideal für alle, die Freude an lebendigem Dialekt, Heimatgeschichte und überraschenden Einsichten haben. Auch Besucherinnen und Besucher ohne Mundartkenntnisse sind herzlich willkommen. Mitmachen, Fragen und eigene Beiträge sind ausdrücklich erwünscht – und Humor gehört selbstverständlich dazu. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.

Kontakt und Anfahrt

Das Museum befindet sich in der Hauptstraße 33 in 35327 Ulrichstein und verfügt über zehn Parkplätze direkt vor der Tür. Weitere Informationen gibt es telefonisch unter 06645/7267, per E-Mail an info@museum-im-vorwerk.de oder im Internet unter www.museum-im-vorwerk.de.

Piwowar versteht Mundart als lebendiges Kulturgut

Mit der pädagogischen Erfahrung des gelernten Lehrers erklärt der Pensionär humorvoll die Wurzeln vieler Dialektwörter und verbindet sprachliche Feinheiten mit Geschichten aus der Region. Seine Auftritte sind eine Mischung aus Sprachunterricht mit wissenschaftlichem Einschlag, historischer Rückblende und kabarettistischem Vergnügen.

Geboren am westlichen Rand des Vogelsbergs, erlebte Piwowar noch eine Zeit, in der Dialekt im Alltag, in der Schule und im Berufsleben ganz selbstverständlich gesprochen wurde. Für seine Feldforschung interviewte er ältere Einheimische und dokumentierte ihre Sprachformen. Nach seiner Pensionierung entstanden daraus Wörterbücher, Grammatikleitfäden und zahlreiche Veröffentlichungen – darunter bereits 1995 der „Oberhässische Schdruwwealpehder“, eines seiner ersten Projekte.

Gut zu wissen

Das Museum im Vorwerk in Ulrichstein befindet sich in einer ehemaligen Zehntscheune aus dem Jahr 1464. Das Haus zeigt auf drei Etagen zentrale Themen der Region: die Geologie des Vogelsbergs, bäuerliches Leben und Handwerk, Jagd- und Forstgeschichte sowie die ehemalige Alltagskultur. Ein Klassenzimmer der 1950er-Jahre und eine umfangreiche Vogelsberg-Bibliothek ergänzen die Ausstellung. Märkte und Veranstaltungen begleiten das Jahresprogramm. Ein kleines Bistro bietet Kaffee und hausgebackenen Kuchen auf Spendenbasis.

Getragen wird das Museum vom Förderverein Museum im Vorwerk e. V., der mit seinem ehrenamtlichen Engagement die Weiterentwicklung des Hauses voranbringt. Er organisiert Veranstaltungen, unterstützt die inhaltliche Arbeit und sorgt dafür, dass das Museum als lebendiger Ort der Begegnung und Bildung wahrgenommen wird.

Die regulären Öffnungszeiten reichen von Ostern bis Ende Oktober: freitags und samstags von 13 bis 16 Uhr, sonntags von 13 bis 17 Uhr. Erwachsene zahlen regulär 3 Euro, Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren 1,50 Euro. Gruppenführungen kosten 25 Euro (auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich).

Schreibe einen Kommentar

Bitte logge Dich ein, um als registrierter Leser zu kommentieren.

Einloggen Anonym kommentieren