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Aktionsbündnis stößt auf breite ResonanzGroße Unterstützung in Vockenrod für den Erhalt der Marienkirche

VOCKENROD (ol). In Vockenrod haben sich mehr als 60 Bürgerinnen und Bürger für den Erhalt der Marienkirche versammelt. Das Aktionsbündnis informierte über die drohende Streichung finanzieller Mittel durch das Bistum Mainz und diskutierte mögliche Lösungen.

Kirchengebäude haben für die Menschen in den Dörfern eine besondere Bedeutung: Sie sind ortsprägend, identitätsstiftend, Heimat. Nun werden die großen Kirchen sich mit der Zeit auch von einigen ihrer Gotteshäuser verabschieden müssen. Sinkende Mitgliederzahlen und sinkende Einnahmen fordern Konsequenzen. Auch in der katholischen Pfarrei Heilige Drei Könige am Vogelsberg setzt das Bistum Mainz den Rotstift an: Wie in der Presse berichtet, werden hier die finanziellen Mittel für den Erhalt von sechs Kirchen zum Jahresende gestrichen. Die Marienkirche in Vockenrod ist eine davon. Ein Aktionsbündnis versucht nun, sich für den Erhalt dieses sakralen Gebäudes einzusetzen.

Das Aktionsbündnis Marienkirche, initiiert von Susanne Botthof-Schlitt, Rita Fey, Martina Mest und Cäcilie Bordihn, hatte vor kurzem alle Vockenröderinnen und Vockenröder sowie Interessierte, Freunde und Verantwortliche in Politik und Kirche zu einem Treffen zum Erhalt des Kulturdenkmals Marienkirche eingeladen – und viele Menschen waren ihrem Aufruf gefolgt: Die Vockenröder Kirche war gut gefüllt, berichtet das Bündnis in einer Pressemitteilung. „Diese Resonanz zeigt, dass unsere Kirche den Menschen vor Ort nicht egal ist“, sagt Susanne Botthof-Schlitt vom Team der Initiatorinnen, „besonders freut uns das generations- und. konfessionsübergreifende Interesse.“

Schon auf dem Einladungsflyer, der an alle Haushalte im Ort verteilt wurde, wurde deutlich, dass die Kirche nicht nur als Gotteshaus, sondern auch aufgrund ihrer besonderen Geschichte und des Baustils erhaltenswert ist. „Das erste Treffen sollte dazu dienen, festzustellen, ob eine ausreichend großer Gruppe bereit ist, sich für den Erhalt der Kirche in Vockenrod einzusetzen. Dazu wollten wir den Sachstand gemeinsam erläutern und Lösungsschritte angehen“, erläutert Martina Mest. Zur Information über den Sachstand lagen verschiedene Angaben des Kirchenverwaltungsrats der Pfarrei Heilige Drei Könige am Vogelsberg vor, die gemeinsam mit dem Wirtschaftsplan 2025 an dem Abend ausgehängt waren. „Leider konnten noch nicht alle offenen Fragen geklärt werden“, gibt Cäcilie Bordihn zu bedenken, doch eine erste Sondierung sei durchaus möglich gewesen. „Wir haben außerdem bei der Pfarrei beantragt, einen Bistumsbeauftragten für die Entwicklung von Nachnutzungskonzepten für Kirchengebäude für unser Anliegen einzusetzen“, ergänzt Rita Fey.

Diesen Informationen der Organisatorinnen schloss sich eine sachliche Diskussion mit verschiedenen Wortmeldungen an, die das Anliegen durchaus unterstrichen. Der ehemalige Pfarrer der Gemeinde Christoph Werner äußerte die Ansicht, dass mit diesem sakralen Bau eine andere Nutzung als eine kirchliche kaum möglich sei. Walter Bernbeck, evangelischer Pfarrer im Ruhestand, machte auf die, „wie kaum eine im Altkreis Alsfeld ortsbildprägende Wirkung und Einzigartigkeit“ der Marienkirche aufmerksam und bestärkte die Vockenröderinnen und Vockenröder in ihrem Anliegen. Auch Bürgermeister Dietmar Krist und der gesamte Ortsbeirat um Claus Peter Stork setzten sich für den Erhalt der Kirche als geweihte Kirche ein.

Foto: Martina Mest

Am Ende des Abends waren sich die Versammelten einig, eine Interessengemeinschaft oder einen Verein zu gründen, der die finanzielle Verantwortung für die Kirche übernehmen könnte, und mit dem Beauftragten des Bistums eine Lösung für die weitere Nutzung der Kirche in Vockenrod zu erarbeiten. Die Einladung zur Gründung eines Vereins soll wieder an alle Haushalte, Ehemalige und Interessierte gehen. Geleitet von dem berühmten Satz des Philosophen, Karl Popper, „Zum Optimismus gibt es keine vernünftige Alternative – eine positive, gestaltende Haltung in Krisen ist zielführender als Pessimismus oder Untätigkeit“ würden die nächsten Schritte unternommen, gaben die Initiatorinnen bekannt. Der Abend endete mit einem Gebet und einem gemeinsamen Segen der anwesenden Pfarrer. Fragen und Anregungen zur Marienkirche können an marienkirche.vockenrod@web.de gerichtet werden.

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