
205 Menschen werden aktuell in Kirtorf und Antrifttal betreutFörderverein unterstützt Soziale Dienste seit Jahrzehnten
KIRTORF (ol). Der Zweckverband Soziale Dienste Antrifttal–Kirtorf betreut derzeit 205 Menschen in den Bereichen Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Fördervereins wurde zudem auf jahrzehntelange finanzielle Unterstützung zurückgeblickt. Vorstandswahlen bestätigten mehrere Amtsinhaber. Auch aktuelle Herausforderungen in der Pflege sowie Notfallversorgung wurden thematisiert.
Insgesamt 205 Menschen betreut der Zweckverband Soziale Dienste Antrifttal–Kirtorf derzeit in den Bereichen Pflege, Betreuung und Unterstützung in der Hauswirtschaft, berichtet der Förderverein Soziale Dienste Kirtorf in einer Pressemitteilung. Diesen Überblick gab die Leiterin der kommunalen Sozialstation, Sabrina Jordan, während der Jahreshauptversammlung des Fördervereins, der den Zweckverband seit mehreren Jahrzehnten unterstützt.
In den letzten 25 Jahren seien über den Förderverein Kirtorf 480.000 Euro und durch den Förderverein Antrifttal 320.000 Euro geflossen, berichtete der Vorsitzende des Fördervereins Kirtorf, Ulrich Künz, der zuvor von den Mitgliedern erneut für eine Amtszeit von drei Jahren gewählt wurde.
Als 2. Vorsitzende wurde Marlies Rechmann (Lehrbach) bestätigt, ebenso Rechnerin Beate Sprankel (Lehrbach) und Schriftführerin Kerstin Hill (Kirtorf). Zu Kassenprüfern wurden Gerhard Immel und Brigitte Lang gewählt.
Dem Vorstand gehören weiterhin an: Kathrin Maus (Kirtorf), Helmut Lenz (Lehrbach), Melanie Ruppert (Ober-Gleen), die auf Petra Ominus folgt, die aus persönlichen Gründen ausgeschieden ist, Karl-Heinz Semmler (Heimertshausen), Werner Roth (Wahlen) sowie Erwin Heinbächer (Gleimenhain).
In seinem Bericht aus der Arbeit des Vorstands ging Künz auch auf Probleme in der Altenpflege und der Pflegeversicherung ein. „Deutschland braucht jetzt den Einstieg in eine nachhaltige und generationengerechte Finanz- und Strukturreform der Pflegeversicherung, um eine angemessene Pflege sicherzustellen“, so Künz. Die Pflegeversicherung müsse verlässlich und solidarisch weiterentwickelt werden, gerade vor dem Hintergrund, dass Menschen, die in einem Pflegeheim leben müssen, tief in die Tasche greifen müssten. Rund 3.000 Euro koste derzeit ein Pflegeplatz im bundesweiten Durchschnitt. „Wer kann sich das leisten? Für die meisten Menschen ist dies nicht mehr stemmbar.“ Die Reform der Pflegeversicherung müsse deshalb zeitnah durch die Bundesregierung auf den Weg gebracht werden. Eine stabile Pflegeversicherung bleibe ein wesentlicher Bestandteil des Sozialstaats und damit wichtig für Vertrauen und Zusammenhalt im Land, so Künz abschließend.
Der Vortrag „Der interne Notfall – richtig einschätzen und korrekt alarmieren“ durch Dr. med. Robert Ruckelshausen befasste sich mit der richtigen Einschätzung von internen, neurologischen und psychiatrischen Notfällen und der daraus resultierenden korrekten Alarmierung über die Telefonnummern 112 oder 116 117. Da es immer wieder zu unnötigen Anrufen über die Nummer 112 komme, würden die Rettungsdienste überlastet. Es komme zu sogenannten Leerfahrten und im Einzelfall auch zu Verzögerungen bei echten Notfällen.
Auch die Bedeutung der in Hessen besonders kurzen Hilfsfrist von zehn Minuten wurde erörtert. So sei zum Beispiel die Rettungswache in Kirtorf auf dieser gesetzlichen Grundlage entstanden, so Dr. Ruckelshausen.
Der Erste Stadtrat Dieter Wössner dankte den Mitgliedern für die jahrelange Unterstützung der Sozialstation. Den „Leuchtturm Soziale Dienste in Kirtorf“ weiterzuentwickeln, sei in seiner langjährigen kommunalpolitischen Arbeit für ihn eine wichtige Aufgabe gewesen.
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