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Dr. Tillmann Rusch informiert in Alsfeld über moderne Behandlungsansätze wie Immun- und CAR-T-ZelltherapieInnovative Krebstherapien im Fokus eines Vortragsabends am KKA

ALSFELD (ol). Im Kreiskrankenhaus Alsfeld wurden bei einem Vortragsabend aktuelle Entwicklungen in der Krebstherapie vorgestellt. Dr. Tillmann Rusch erläuterte moderne Ansätze wie Immuntherapie und CAR-T-Zelltherapie und deren Vorteile gegenüber klassischen Methoden. Dabei wurde deutlich, wie individuell Krebs behandelt werden muss und welche Rolle das Immunsystem spielt. Dank der Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Marburg können diese Therapien auch vor Ort angeboten werden.

„Krebs ist nicht gleich Krebs“ – mit dieser Feststellung leitet Dr. Tillmann Rusch vom argo med MVZ am Kreiskrankenhaus des Vogelsbergkreises in Alsfeld (KKA) seinen Vortragsabend ein. „So vielfältig die Krebsarten sind, so unterschiedlich sind die Behandlungsansätze, die wir auch in den Räumlichkeiten des KKA-MVZ anwenden“, führt der Internist der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Immunologie des Universitätsklinikums Marburg aus. Denn dort werden unter anderem stationär aufgenommene Patienten aus dem KKA im Rahmen von Konsilen kompetent und lückenlos mitbetreut, um beispielsweise mit Immuntherapie oder der sogenannten Car-T-Zelltherapie behandelt zu werden. Diese beiden Therapieansätze will er an diesem Abend vorstellen, berichtet die KKA in einer Pressemitteilung.

„Zu den traditionellen Behandlungsmethoden zählen etwa Chemotherapie, Bestrahlung und die operative Entfernung von Tumoren“, sagt Dr. Rusch. Neuartige Therapien mit Immuntherapeutika stärken hingegen das Immunsystem gezielt und ermöglichen es ihm, Krebszellen schnell zu erkennen und direkt zu bekämpfen. „Während man etwa bei der Chemotherapie gewissermaßen mit der großen Keule auf alles draufhaut, geht man bei der Immuntherapie oder der Car-T-Zelltherapie sehr viel schonender und gezielter vor“, sagt er, und verweist auf Behandlungserfolge bei Knochenmarks-, Nierenzell- oder Lungenkrebserkrankungen.

Dass diese überhaupt entstehen, liegt an Fehlern im Erbgut, die bei der Zellteilung und durch negative Einflüsse wie Alkohol, Tabakkonsum, ungesunde Ernährung oder erblicheVorbelastungen entstehen können. „In der Regel erkennt das Immunsystem solche Zellen und bekämpft sie. Allerdings sind Krebszellen anpassungsfähig und verstehen es, sich gezielt zu schützen“, sagt der Internist und ergänzt: „Das Immunsystem ist unglaublich kraftvoll. Hätten wir es nicht, hätten wir mit Anfang 20 vermutlich zahlreiche Krebsarten, die man sich vorstellen kann.“

Über das Lymphsystem und den Blutkreislauf sind die Abwehrzellen permanent auf dem Weg durch den Körper, spüren Krankheitserreger und fehlerhaft entwickelte Zellen auf, beseitigen sie, und entsorgen Abfallstoffe. Diese Fähigkeit des Körpers nutzt die Immuntherapie gezielt, sagt Dr. Rusch. Denn Krebszellen bremsen das Immunsystem gezielt aus, um ihm vorzugaukeln, ungefährliche Zellen zu sein. „Mit der Immuntherapie manipuliert man die Abwehrzellen gezielt so, dass es die Krebszellen wieder besser erkennen und anschließend bekämpfen kann“, erklärt der Internist. „Der Vorteil: Die Therapie setzt gezielt nur bei Krebszellen an, und wirkt weniger global auf den Körper ein.“

Bei der CAR-T-Zell-Therapie geht man ähnlich vor, allerdings werden dem Patienten Abwehrzellen entnommen, die anschließend im Labor manipuliert werden. Während man bei der Immuntherapie das Immunsystem in Gänze aufrüstet, stattet man bei der CAR-T-Zell-Therapie die einzelnen Abwehrzellen mit einem passenden Erkennungswerkzeug gegen eine bestimmte Krebsart aus, erklärt Dr. Rusch. Der Patient erhält im Anschluss also eine hohe Dosis seiner eigenen besser ausgerüsteten Abwehrzellen zurück, die gezielt die jeweilige Krebsart attackieren.„Und die beste Nachricht daran ist, dass wir in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum in Marburg diese Therapieformen auch am MVZ hier in Alsfeld anbieten können“, betont Dr. Rusch. „So können zahlreiche Krebserkrankungen ohne weite Wege direkt in Alsfeld behandelt, geheilt oder chronifiziert werden“, sagt der Onkologie-Experte.

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