
Fraktionsgemeinschaft fordert Bericht und BestandsaufnahmeAbfallwirtschaft im Vogelsberg: Grüne und Linke wollen Zukunft gestalten und Grünabfallgebühren überprüfen
VOGELSBERGKREIS (ol). Die Fraktionsgemeinschaft Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke im Zweckverband Abfallwirtschaft Vogelsbergkreis (ZAV) möchte die künftige Entwicklung der Abfallwirtschaft und die Gebühren für Grünabfälle überprüfen lassen. Mit einem Berichtsantrag fordert sie eine Übersicht über die Herausforderungen der nächsten fünf bis zehn Jahre, darunter Recycling, Digitalisierung, Investitionen und Gebührenentwicklung.
Wie kann der Zweckverband Abfallwirtschaft Vogelsbergkreis (ZAV) die Entsorgung zuverlässig sichern, mehr Wertstoffe im Kreislauf halten und die Gebührenentwicklung vorausschauend gestalten? Mit einem Berichtsantrag und einer Anfrage zur Grünabfallsammlung will die Fraktionsgemeinschaft Bündnis 90/Die Grünen // Die Linke diese Fragen auf die Tagesordnung der Verbandsversammlung bringen, heißt es in einer Pressemitteilung der Fraktionsgemeinschaft.
„Wir wollen frühzeitig darüber sprechen, welche Aufgaben und Entscheidungen in den kommenden Jahren auf den ZAV zukommen. Eine verlässliche Abfallentsorgung, ein verantwortungsvoller Umgang mit Rohstoffen und wirtschaftliche Tragfähigkeit müssen gemeinsam betrachtet werden“, erklärt Fraktionsvorsitzender Dietmar Schnell.
Der beantragte Zukunftsbericht soll einen Überblick über die Herausforderungen der nächsten fünf bis zehn Jahre geben. Im Mittelpunkt stehen die Weiterentwicklung der Sammel- und Entsorgungsstrukturen, Wiederverwendung und Recycling sowie die Möglichkeiten der Digitalisierung. Besonderes Augenmerk richtet die Fraktionsgemeinschaft auf Elektroaltgeräte und die darin enthaltenen wertvollen Rohstoffe.
Auch absehbare Investitionen, die Kosten der Deponienachsorge und mögliche Auswirkungen auf die Gebühren sollen dargestellt werden. Darüber hinaus soll der Bericht beleuchten, welche organisatorische und personelle Ausstattung der ZAV benötigt, um seine Aufgaben dauerhaft gut zu erfüllen. Vorstand und Geschäftsführung sind ausdrücklich eingeladen, eigene Schwerpunkte und weitere Handlungsfelder einzubringen.
„Abfallwirtschaft bedeutet heute weit mehr als die Abfuhr der Mülltonnen. Wir möchten wissen, wie wir Wertstoffe besser nutzen und welche Entscheidungen wir dafür rechtzeitig vorbereiten müssen“, betont Daniel Schmidt für Bündnis 90/Die Grünen.
Mit einer gesonderten Anfrage nimmt die Fraktionsgemeinschaft die Grünabfallsammlung in den Blick. Seit 2024 werden für die Anlieferung an den Sammelstellen und Kompostierungsanlagen des ZAV Gebühren erhoben. Nun soll ausgewertet werden, wie sich seitdem die angelieferten Mengen und das Nutzungsverhalten entwickelt haben. Gefragt wird außerdem nach dem Verhältnis von Gebühreneinnahmen und Kosten, der Erreichbarkeit und Kapazität der Sammelstellen sowie den Verwertungswegen für das gesammelte Material.
Die Fraktionsgemeinschaft möchte auch erfahren, ob dem ZAV oder den Kommunen Veränderungen bei illegalen Ablagerungen bekannt sind. Einen Zusammenhang mit den Gebühren setzt sie dabei ausdrücklich nicht voraus.
„Grünabfälle können als Kompost oder Biomasse sinnvoll genutzt werden. Deshalb brauchen wir eine Sammlung, die für die Menschen praktikabel ist und zugleich wirtschaftlich und ökologisch überzeugt. Die bisherigen Erfahrungen sollen zeigen, wo sich das System bewährt und wo Verbesserungen sinnvoll sind“, so Schnell und Schmidt.
Mit beiden Initiativen will die Fraktionsgemeinschaft zu Beginn der Wahlperiode eine gemeinsame fachliche Grundlage für die weitere Arbeit schaffen. Ziel ist es, notwendige Entscheidungen rechtzeitig vorzubereiten und die Abfallwirtschaft im Vogelsberg im Interesse der Bürgerinnen und Bürger weiterzuentwickeln.
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