
Kreatives Schreiben zum VolkstrauertagVom Wortsalat zur großen Botschaft
LAUTERBACH (ol). Acht Schüler des Deutsch-Leistungskurses der Alexander-von-Humboldt-Schule haben gemeinsam mit Autorin und Künstlerin Lea Weber Texte für den Volkstrauertag erarbeitet. Mit verschiedenen Übungen zum kreativen Schreiben näherten sie sich Themen wie Tod, Trauer, Gedenken, Frieden und Versöhnung. Die entstandenen Beiträge sollen am 15. November um 11.30 Uhr in der Gedenkkapelle auf dem Lauterbacher Friedhof vorgetragen werden.
Zum einen ist es die Freude am Umgang mit Sprache und Wörtern, an kreativen Wortschöpfungen und am Feilen am schönsten Ausdruck, die Menschen dazu bringt, einen Workshop in der Kunst des kreativen Schreibens zu besuchen. Zum anderen ist es die Lust, sich inhaltlich mit Themen auseinanderzusetzen, die nicht auf den ersten Blick reizvoll erscheinen. All das kam zusammen, als acht Schülerinnen und Schüler des Deutsch-Leistungskurses der Alexander-von-Humboldt-Schule unter der Leitung von Matthias Berg Botschek der Einladung folgten, an einem solchen Workshop mit Lea Weber teilzunehmen, heißt es in einer Pressemitteilung der Alexander-von-Humboldt-Schule.
Lea Weber ist Autorin und Künstlerin aus dem Ruhrgebiet. Dem Vogelsberg und insbesondere der Stadt Lauterbach ist sie verbunden, seit sie 2024 zwei Monate lang als Stipendiatin des Programms „Land in Sicht“ des Hessischen Literaturrats in Lauterbach wohnte und arbeitete.
Ziel des Workshops war es – neben dem kreativen Umgang mit Sprache –, Texte für den Volkstrauertag am 15. November zu entwickeln. Die Themen Tod und Trauer standen dabei im Vordergrund, aber auch Gedenken sowie der Wert von Frieden und Versöhnung. Die Texte sollen in der Gedenkkapelle des Lauterbacher Friedhofs vorgetragen werden. Dazu kooperiert die Schule gemeinsam mit dem stellvertretenden Schulleiter Karsten Krämer mit dem Betriebshof der Stadt, dessen Leiter Albrecht Harres die Aktion unterstützt.
Lea Weber stieg mit einer besonderen Übung in den Workshop-Tag ein: Nach einer Kennenlernrunde lud sie zum „Sprachsalat“ ein. Dazu liefen die Schülerinnen und Schüler zwei Minuten durcheinander und erzählten sich selbst alles, was ihnen gerade einfiel. Im Kreis reagierten sie anschließend auf ein zuvor gehörtes Wort aus der Runde und ließen ihren Assoziationen freien Lauf. Schließlich entstanden aus den einzelnen aufgeschnappten Begriffen kleine Geschichten. Diese und weitere Übungen des kreativen Schreibens und Erzählens bereiteten den Jugendlichen viel Freude.
Doch „Wortsalat“ funktioniert auch schreibend: Einfach zwei Minuten draufloszuschreiben, war eine weitere Übung aus dem Repertoire der Autorin und Poetin. Die Schülerinnen und Schüler tauschten ihre Geschichten zum Weiterschreiben aus und waren begeistert von den Ideen, die dabei zum Vorschein kamen.
Schließlich ging es an das eigentliche Thema: Was ist der Volkstrauertag? Welche Bedeutung hat er heute noch? Und mit welchen Methoden kann man sich ihm inhaltlich und poetisch annähern? Auch dazu gab es einen Schreibsalat und ein kreatives „Stadt-Land-Volkstrauertag“-Spiel.
Damit war den Assoziationen zu diesem Tag Tür und Tor geöffnet: Hinterhof als Ort zum Trauern, Hände halten zum Trösten, Hinterhalt als Symbol für Trauer oder Hass als etwas, das hundert Jahre überdauern kann, fanden die jungen Menschen beispielsweise zum Buchstaben H. Mit verschiedenen Übergängen konnten sie daraus eigene Textideen entwickeln und emotionale, berührende und nachdenkliche Beiträge verfassen.
Für die Schülerinnen und Schüler war der Workshop mit Lea Weber eine außergewöhnliche und intensive Erfahrung. Von den Schreibimpulsen können sie auch bei anderen Gelegenheiten profitieren. Gelegenheit, die entstandenen Texte zu hören, gibt es am Volkstrauertag, 15. November, um 11.30 Uhr in der Gedenkkapelle des Lauterbacher Friedhofs.
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