Gesellschaft0

Brief-Kontakt 1940-1943Feldpost erzählt vom Kriegsalltag

GREBENHAIN (ol). Eine Lesung im Muna-Museum Grebenhain gibt am 2. Oktober Einblicke in das alltägliche Leben einer Landwirtsfamilie im hohen Vogelsberg während des Zweiten Weltkrieges. Dr. Friedhelm Röder liest aus den Feldpostbriefen des aus Grebenhain stammenden Wilhelm S. und stellt eine historisch-soziologische Auswertung der Korrespondenz vor.

Authentische Einblicke in das alltägliche Leben einer Landwirtsfamilie im hohen Vogelsberg während des Zweiten Weltkrieges bietet am Freitag, den 2. Oktober, um 17 Uhr eine Lesung im Muna-Museum Grebenhain in der „Alten Schule“ im Ortsteil Bermuthshain.

Unter dem Titel „Brief-Kontakt 1940-1943“ liest Dr. Friedhelm Röder aus den Feldpostbriefen von Wilhelm S., heißt es in einer Pressemitteilung der Veranstalter. Der 1921 geborene junge Mann aus Grebenhain kam 1940 zum Reichsarbeitsdienst und wurde 1941 zur Wehrmacht eingezogen. Zu Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion wurde Wilhelm S. verwundet. Nach unvollständiger Genesung kam er zu einem Armee-Pferde-Park, einem Depot für Militärpferde, ins deutsch besetzte Frankreich.

Während der Kriegsjahre stand Wilhelm S. per Brief in engem Kontakt mit seiner Familie in Grebenhain. Seine Feldpost spiegelt die Spannung zwischen der Bedrohung an der Front und – durch den Luftkrieg – in der Heimat einerseits sowie der Fortsetzung eines vermeintlich banalen Alltags auf dem elterlichen Hof und in der Etappe andererseits wider. Zugleich geben die Briefe Einblicke darin, wie die Familie und der Sohn mit diesen Herausforderungen umgingen.

Die persönlichen Aufzeichnungen vermitteln dabei ein anderes Bild vom Erleben des Zweiten Weltkrieges als die damalige Propaganda-Kriegsberichterstattung der Wehrmacht mit ihren auch nach 1945 nachwirkenden Erzählungen von Helden und Ritterkreuzträgern.

Dr. Friedhelm Röder wird zudem eine historisch-soziologische Auswertung des umfangreichen Briefkonvoluts vorstellen.

Die vom Kulturstammtisch „Karuszel-Gebirgskulturen“ initiierte Veranstaltung wird vom Kulturzentrum „Holla Haus“ Groß-Eichen in Kooperation mit dem Förderverein Muna-Museum Grebenhain ausgerichtet. Der Eintritt ist frei, das Muna-Museum freut sich über Spenden.

Schreibe einen Kommentar

Bitte logge Dich ein, um als registrierter Leser zu kommentieren.

Einloggen Anonym kommentieren