Gesellschaft0

Kinderkirchenzeit im Homberger Land macht Mut zur Versöhnung„Frieden ist cooler als Streit!“

OBER-OFLEIDEN (ol). 34 Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren haben sich bei der Kinderkirchenzeit im Gemeindehaus Ober-Ofleiden mit Streit, Verzeihen und Versöhnung beschäftigt. Mit Rollenspielen, Gesprächen, Liedern und kreativen Angeboten gingen sie der Frage nach, wie Konflikte entstehen und wie ein neuer Anfang gelingen kann.

Wie fühlt es sich an, wenn jemand einem etwas wegnimmt, ohne zu fragen? Und was verändert sich, wenn sich jemand nach einem Streit ehrlich entschuldigt? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich 34 Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren bei der Kinderkirchenzeit im Gemeindehaus Ober-Ofleiden. Sechs Mitarbeiterinnen des Kinderkirchenteams der Evangelischen Kirchengemeinden im Homberger Land gestalteten den Vormittag rund um das Thema „Streit und Versöhnung“, so heißt es in einer Pressemitteilung des Evangelischen Dekanats Vogelsberg.

Zum Einstieg machten die Kinder ihre aktuelle Stimmung auf einem großen Gefühlsbarometer sichtbar. Dabei zeigte sich, dass Streit ganz unterschiedliche Gefühle wie Wut, Traurigkeit oder Enttäuschung auslösen kann, während eine Entschuldigung Erleichterung bringen kann. Passend dazu sang die Gruppe das Lied „Aufstehen – aufeinander zugehen“ und sprach darüber, was es bedeutet, nach einem Konflikt den ersten Schritt zu machen.

„Manchmal ist Aufeinander Zugehen ganz schön schwer – besonders, wenn man gerade noch sauer ist. Aber genau da kann Versöhnung anfangen: Einer macht den ersten Schritt“, erklärte Gemeindepädagogin Antje Borgerding.

In einem Rollenspiel setzten sich die Kinder anschließend mit der biblischen Geschichte vom verlorenen Sohn aus dem Lukasevangelium auseinander. Im Mittelpunkt stand die Frage, was Verzeihen möglich macht. Dabei wurde deutlich, dass Versöhnung Mut erfordern kann und ein neuer Anfang auch nach einem Streit möglich ist.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit selbst gemachter Kartoffelsuppe und Würstchen ging es in Kleingruppen weiter. Die Kartoffeln waren von einem Landwirt aus der Region gespendet worden. Die Kinder spielten verschiedene Streitsituationen nach und sammelten Möglichkeiten, sich wieder zu vertragen: miteinander reden, zuhören, nachgeben, verzeihen, sich entschuldigen und versuchen, den anderen zu verstehen.

Foto: Antje Borgerding

Zum Abschluss gestaltete jedes Kind eine Friedenstaube. Gemeinsam entstand daraus ein großer „Friedensvogelschwarm“. „Ich finde es schön zu erleben, wie die Kinder merken: Streit gehört zum Leben dazu – aber wir müssen nicht im Streit bleiben. Es gibt immer die Möglichkeit, wieder aufeinander zuzugehen“, fasste Nora Weitzel, Koordinatorin der Kinderkirchenzeit im Homberger Land, den Tag zusammen.

In der Abschlussrunde waren sich die Kinder einig: „Frieden ist cooler als Streit!“ Mit dem Vaterunser, dem Lied „Lasst uns miteinander“ und einem Segen endete die Kinderkirchenzeit.

Schreibe einen Kommentar

Bitte logge Dich ein, um als registrierter Leser zu kommentieren.

Einloggen Anonym kommentieren