
Herausforderungen der Pflege im FokusDiakoniestation Hoher Vogelsberg informiert Ziegler und Krug über ambulante Pflege
VOGELSBERGKREIS (ol). Maximilian Ziegler und Patrick Krug haben die Diakoniestation Hoher Vogelsberg besucht und sich über die ambulante Pflege in der Region informiert. Im Mittelpunkt standen die zunehmende Einsamkeit älterer Menschen, die Gewinnung von Fachkräften und die Digitalisierung. Die Diakoniestation beschäftigt 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist in sechs Kommunen tätig. Zudem bildet sie derzeit zwei Nachwuchskräfte aus.
Ambulante Pflege ist mehr als medizinische Versorgung. Sie bedeutet Behandlung, Begleitung und oft auch ein offenes Ohr für Menschen, die im Alltag auf Unterstützung angewiesen sind. Wie wichtig diese Arbeit ist, darüber informierten sich der Vogelsberger Landtagsabgeordnete Maximilian Ziegler und der Vize-Landrat sowie SPD-Kreisvorsitzende Patrick Krug bei einem Besuch der Diakoniestation Hoher Vogelsberg, wie die beiden Politiker in einer Pressemtitteilung berichten.
Die 1979 gegründete Diakoniestation ist als selbstständiger kirchlicher Zweckverband in Schotten, Ulrichstein, Lautertal, Herbstein, Grebenhain und Freiensteinau tätig. Mit ihren 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern versorgt sie Menschen in der gesamten Region. Geschäftsführender Pflegedienstleiter Christian Schick berichtete, dass die Anforderungen an die ambulante Pflege stetig wachsen. Neben der medizinischen Versorgung nehme vor allem die Einsamkeit vieler älterer Menschen zu. Häufig seien die Pflegekräfte der einzige regelmäßige Kontakt im Alltag. Für Gespräche und persönliche Zuwendung werde deshalb bewusst Zeit eingeplant. Gleichzeitig würden schwindende Mobilität und kleinere soziale Netzwerke die Situation vieler Pflegebedürftiger zusätzlich erschweren. „Gerade im ländlichen Raum ist die ambulante Pflege mehr als eine Dienstleistung“, betonte Patrick Krug. „Sie gibt vielen Menschen die Möglichkeit, trotz Pflegebedürftigkeit in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben. Gleichzeitig schenkt sie Nähe und menschliche Zuwendung.“
Ein weiteres Thema des Austauschs war die Gewinnung von Fachkräften. Zwar verfügt die Diakoniestation über einen hohen Anteil qualifizierter Beschäftigter, doch das wird zukünftig schwer zu halten sein. Momentan kann die Diakonie sich über zwei Auszubildende freuen. Auch Fachkräfte aus dem Ausland können in Zukunft einen wichtigen Beitrag leisten. Entscheidend seien dabei eine gelingende Integration, gute Sprachkenntnisse und praktische Voraussetzungen wie der Führerschein für den Einsatz im ambulanten Dienst. Mit Ausbildungsmessen und Praktika wirbt die Diakoniestation gezielt für den Pflegeberuf. Auch die Digitalisierung erleichtert den Arbeitsalltag spürbar. Patientendaten, individuelle Pflegeleistungen und Übergaben können heute digital dokumentiert werden. Das verschaffe den Pflegekräften mehr Zeit für die Menschen.
„Mich beeindruckt, mit wie viel Engagement und Professionalität hier gearbeitet wird“, sagte Maximilian Ziegler. „Pflege lebt von engagierten Fachkräften. Deshalb müssen wir alles daransetzen, Menschen für diesen Beruf zu gewinnen und diejenigen zu unterstützen, die jeden Tag Verantwortung für andere übernehmen.“ Für Christian Schick steht dabei ein Gedanke im Mittelpunkt: „Pflege gelingt nur gemeinsam. Es braucht Menschen, die bereit sind zu helfen und Menschen, die den Mut haben, Hilfe anzunehmen. Beides ist für ein gutes Miteinander unverzichtbar.“
Auch interessant:



Schreibe einen Kommentar
Bitte logge Dich ein, um als registrierter Leser zu kommentieren.
Einloggen Anonym kommentieren