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Neues Veranstaltungskonzept verbindet GemeinschaftHaus Stephanus feiert Sommerfest mit Musik und Begegnungen

ALSFELD (ol). Beim Sommerfest im Haus Stephanus standen Musik, Gottesdienst und gemeinsames Beisammensein im Mittelpunkt. Ein neues Veranstaltungskonzept führte die Bewohnerinnen und Bewohner über mehrere Stationen durch das Haus. Vorgestellt wurde zudem das Biografieprojekt „Zeitreise durchs Leben“, bei dem persönliche Lebensgeschichten der Bewohnerinnen und Bewohner sichtbar gemacht werden sollen. Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Grillabend.

Ein Sommerfest dauert nur wenige Stunden. Manche Begegnungen wirken jedoch weit darüber hinaus. Im Haus Stephanus standen beim diesjährigen Sommerfest nicht allein Musik, gutes Essen und ein abwechslungsreiches Programm im Mittelpunkt, sondern vor allem das Miteinander von Bewohnerinnen und Bewohnern, Angehörigen, Ehrenamtlichen und Gästen, so heißt es in der Pressemitteilung der Einrichtung.

Bereits zur Begrüßung machte Projektkoordinatorin Minh Luis deutlich, dass das Sommerfest bewusst neugestaltet worden war. Statt eines zentralen Veranstaltungsortes führte der Nachmittag über mehrere Stationen durch das Haus. Konzert, Kaffeerunde, Gottesdienst und Grillabend wechselten sich ab und ermöglichten kurze Wege sowie ausreichend Ruhephasen für die Bewohnerinnen und Bewohner.

„Nicht jedes Angebot passt zu jedem Menschen. Aber jeder Mensch soll ein Angebot finden, das zu ihm passt“, sagte Luis. Gleichzeitig stellte sie das neue Biografieprojekt „Zeitreise durchs Leben“ vor, das im Projektverbund „Wertvolle Wege – Denkstöße mit Herz und Verstand“ entsteht. Im Mittelpunkt hierbei stehen der Projektkoordinatorin zufolge freiwillige Gespräche, in denen Bewohnerinnen und Bewohner von ihrem Lebensweg, ihren Werten und prägenden Erfahrungen erzählen. Ergänzt werden die Geschichten durch professionelle Porträtaufnahmen. „Hinter jeder Zimmertür lebt ein Mensch mit einem einzigartigen Lebensweg. Genau diese Geschichten möchten wir sichtbar machen“, betonte Luis.

Das Vorhaben ist Teil des hessischen Förderprogramms „Pflegeheim – Mitten im Leben“. Mit dem Programm unterstützt das Hessische Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege stationäre Pflegeeinrichtungen dabei, ihre Häuser stärker für das Gemeinwesen zu öffnen, Kooperationen mit Vereinen, Kommunen und weiteren Partnern auszubauen sowie soziale Teilhabe im Alter zu fördern. Im ersten Förderaufruf wurden zwölf Einrichtungen mit insgesamt mehr als 1,4 Millionen Euro gefördert. Das Haus Stephanus zählt mit seinem Konzept zu den ausgewählten Projekten.

Den musikalischen Auftakt gestalteten die Sonntagssänger Holzburg unter der Leitung von Manfred Gonder. Getreu ihrem Motto „Anderen eine Freude bereiten“ und ihrem Leitspruch „Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag“ begeisterten sie mit bekannten Volksliedern wie „Tief im Böhmerwald“, „Steig in den Berg hinauf“, „Die Fischerin vom Bodensee“ oder „Auf der Elbe“ sind wir gefahren. Schnell wurde aus dem Publikum ein großer Chor. Viele Bewohnerinnen und Bewohner sangen die vertrauten Melodien mit.

Ein besonders bewegender Moment entstand beim Lied „Warum bist du gekommen“. Chordirigent Manfred Gonder erinnerte einen 100-jährigen Bewohner daran, dass beide dieses Lied bereits in ihrer gemeinsamen Schulzeit gesungen hatten. „Ernst, erinnerst du dich noch? Dieses Lied haben wir früher gemeinsam in der Schule geübt. Heute singen wir es nach so vielen Jahren wieder zusammen.“ Für einen Moment schienen Jahrzehnte zu verschwinden. Vergangenheit und Gegenwart trafen sich in einem gemeinsamen Lied.

Ein weiteres Markenzeichen des Chores ist das eigens umgedichtete Sonntagssänger-Lied nach der Melodie von In einem Polenstädtchen. Den Text schrieb Margot Naumann; gemeinsam mit den Chormitgliedern wurde daraus eine musikalische Visitenkarte der Gemeinschaft. Chorkoordinator Walter Tenschert bezeichnete das Lied als Ausdruck des besonderen Zusammenhalts der Gruppe.

Auch nach dem Konzert schrieb der Nachmittag noch eine kleine Geschichte. Bernd Jung, der die schriftliche Organisation der Sonntagssänger betreut, erkannte unter den Bewohnern einen früheren Sangeskameraden aus dem Männergesangverein Holzburg e.V. wieder, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. Die Freude über das unerwartete Wiedersehen war beiden deutlich anzusehen.

Als Dankeschön lud das Haus Stephanus die Sonntagssänger anschließend zu Kaffee und selbst gebackenem Kuchen ins Café Goethe ein.

Am Nachmittag versammelten sich Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Gäste dann im Multifunktionsraum zum Gottesdienst. Pfarrerin Anke Göltenboth wurde dabei musikalisch von Akkordeonspieler Matthias Langer begleitet, dessen Livemusik den bekannten Kirchenliedern eine besondere Atmosphäre verlieh und viele Besucher zum Mitsingen einlud.

Ausgehend von der biblischen Erzählung der Hochzeit zu Kana sprach Göltenboth über Gottes überfließende Güte. Sie ermutigte dazu, den Blick nicht nur auf Sorgen und Verluste zu richten, sondern auch auf die vielen guten Erfahrungen, Begegnungen und Segensmomente des eigenen Lebens. Gemeinsam sang die Gemeinde unter anderem „Großer Gott, wir loben dich“, „Nun danket alle Gott“ und „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“.

Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Grillabend. Das Küchenteam verwöhnte Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige sowie Gäste mit selbst zubereiteten Kartoffel- und Nudelsalaten, Rostbratwürsten, Kartoffelwürsten, Hähnchen- und Nackensteaks sowie einer sommerlichen Pfirsichbowle.

Die Resonanz fiel durchweg positiv aus. Angehörige lobten die herzliche Atmosphäre, die gelungene Organisation und das große Engagement des gesamten Teams. „Vielen herzlichen Dank für den schönen Nachmittag, das tolle Programm und das leckere Grillessen. Wir kommen immer wieder gern hierher“, sagte eine Angehörige.

Auch die Mitglieder der Sonntagssänger zeigten sich begeistert. „Wir haben uns hier nicht nur sehr wohlgefühlt, sondern waren von der Herzlichkeit im Haus beeindruckt“, lautete ihr Fazit.
So klang ein Sommerfest aus, das weit mehr war als eine Reihe von Programmpunkten. Musik, persönliche Begegnungen, gelebter Glaube und das neue Biografieprojekt verbanden sich zu einem Nachmittag, der vielen Gästen noch lange in Erinnerung bleiben dürfte und zugleich zeigte, wie lebendig Gemeinschaft im Haus Stephanus gelebt wird.

Fotos: Minh Luis/GFDE HausStephanus

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