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Musik weckt ErinnerungenHaus Stephanus Alsfeld besucht Konzert der Regensburger Domspatzen in Nieder Moos

ALSFELD (ol). Bewohnerinnen des Hauses Stephanus aus Alsfeld besuchten ein Konzert der Regensburger Domspatzen beim Nieder-Mooser Konzertsommer. Der Ausflug wurde vom Betreuungsdienst begleitet und mit einem gemeinsamen Picknick verbunden. Musik, Natur und Gespräche sorgten für einen besonderen Nachmittag. Die Veranstaltung war Teil des Generationen-Gesundheitsnetzwerks des Hauses Stephanus.

Mal leise und zerbrechlich, mal kraftvoll und eindringlich: 52 junge Sänger der Regensburger Domspatzen haben beim Nieder-Mooser Konzertsommer die evangelische Kirche mit ihrem Chorklang erfüllt. Unter den Zuhörern waren auch Bewohnerinnen des Hauses Stephanus aus Alsfeld. Für sie verband der Konzertbesuch Musik, biografische Erinnerungen und gemeinschaftliches Erleben, heißt es in der Pressemitteilung des Hauses Stephanus.

Das Team des Betreuungsdienstes begleitete die interessierten Seniorinnen zu dem kulturellen Ausflug. Bereits bei der Abfahrt war die Vorfreude deutlich zu spüren. Im Bus begrüßte Minh Luis, Leiter des Betreuungsdienstes, die Teilnehmenden und informierte sie über den geplanten Ablauf. Neben dem Konzertbesuch waren ein gemeinsames Kaffeetrinken sowie ein Picknick mit Abendessen an der frischen Luft vorgesehen.

„Wir machen ein schönes Picknick“, kündigte Minh Luis an. Auch für die Pause sei Verpflegung durch das Küchenteam vorbereitet worden. Die organisatorischen Abläufe, die Medikamenteneinnahme und die spätere Rückkehr in das Haus Stephanus waren zuvor sorgfältig abgestimmt worden. „Ich freue mich auf einen schönen gemeinsamen Ausflug. Jetzt kann unsere Reise beginnen“, sagte Minh Luis und gab damit das Zeichen zur Abfahrt.

Schon während der Busfahrt entwickelte sich unter den Seniorinnen eine lebhafte und humorvolle Stimmung. Es wurde über frühere Ausflüge, Zirkusbesuche, Urlaubsreisen und die vorbeiziehende Landschaft gesprochen. Mit dem scherzhaften Zuruf „Jung wie niemals alt“ spielte eine Teilnehmerin auf die heitere, beinahe jugendliche Stimmung während des Ausflugs an.

Ziel des Ausflugs war die evangelische Kirche in Nieder-Moos, in der die Regensburger Domspatzen im Rahmen ihrer Jubiläumssaison gastierten. Der traditionsreiche Chor wurde im Jahr 975 als Regensburger Domschule gegründet und blickt damit auf eine 1050-jährige Geschichte zurück. Unter der Leitung von Christian Heiß präsentierten die 52 jungen Sänger Werke aus mehreren Jahrhunderten Musikgeschichte.

Das Programm reichte von Alessandro Scarlatti und Giovanni Pierluigi da Palestrina über Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy und Anton Bruckner bis zu zeitgenössischen Kompositionen. Mit geistlichen und weltlichen Liedern nahmen die Domspatzen ihr Publikum mit auf eine musikalische Reise durch Renaissance, Barock, Klassik und Romantik. Die jungen Sänger beeindruckten mit Präzision, Ausdruckskraft und der besonderen Klangfülle des Ensembles. Die Bewohnerinnen des Hauses Stephanus verfolgten das Konzert aufmerksam und sichtlich bewegt. Am Ende bedankten sie sich gemeinsam mit dem übrigen Publikum mit lang anhaltendem Applaus.

Für eine Seniorin weckte das Konzert persönliche Erinnerungen. Bereits 1995 hatte sie die Regensburger Domspatzen gemeinsam mit ihrer Familie im Kölner Dom erlebt. Sie erinnerte sich, wie gespannt sie damals dem Auftritt entgegengesehen hatte. Besonders die Akustik des Kölner Doms ist ihr in Erinnerung geblieben. „Ich war damals begeistert. Die Akustik im Kölner Dom war einfach herrlich“, erinnerte sich die Seniorin.

Nach dem Konzert setzte die Gruppe den Ausflug mit einem gemeinsamen Picknick fort. An der frischen Luft wurden Brote, Gurken, Melone und Kuchen angeboten. Das gemeinsame Abendessen wurde von den Seniorinnen als wichtiger Bestandteil des Nachmittags erlebt. Eine Bewohnerin schätzte besonders das Essen im Freien. „Das ist optimal, an der frischen Luft zu essen.“ Auch die ruhige Umgebung beeindruckte die Teilnehmerinnen. „Wo findet man heute noch so viel Ruhe und Frieden?“, fragte eine Bewohnerin. „Man muss nur vor die Tür gehen.“

Die Musik wirkte noch lange nach. Eine Bewohnerin beschrieb sie als „Musik, bei der man alles um sich herum vergessen kann“. Beim anschließenden Picknick sprach die Gruppe weiter über das Konzert, lachte und erinnerte sich an frühere Aufführungen.

Der Ausflug war Bestandteil des Generationen-Gesundheitsnetzwerks des Hauses Stephanus. Das Konzept verfolgt unter anderem das Ziel, Einsamkeit im Alter entgegenzuwirken sowie soziale und kulturelle Teilhabe zu fördern. Gemeinsame Ausflüge schaffen Anlässe für Gespräche, wecken biografische Erinnerungen und ermöglichen Erlebnisse außerhalb des gewohnten Alltags.

Die Bewohnerinnen genossen den Ausflug sichtbar. Musik, Natur, Gespräche und das gemeinsame Essen verbanden sich zu einem besonderen Sonntagnachmittag. Eine Teilnehmerin brachte ihre Zufriedenheit schließlich auf den Punkt: „Ich bin glücklich und satt.“ Für die Gruppe des Hauses Stephanus endete damit nicht nur ein Konzertbesuch, sondern ein gemeinschaftliches Erlebnis, das noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

Fotos: MinhLuis/GFDE-Haus-Stephanus

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