
Exkursion zeigt beispielhafte Umnutzung historischer Gebäude für Gemeinschaft und DaseinsvorsorgeNeues Leben in alten Gebäuden
VOGELSBERGKREIS (ol). Rund 35 Fachleute aus ganz Hessen haben sich im Vogelsbergkreis über erfolgreiche Projekte der Dorf- und Regionalentwicklung informiert. Im Mittelpunkt standen sanierte und umgenutzte Gebäude, die heute als Treffpunkte, Multifunktionshäuser oder Einrichtungen der Daseinsvorsorge dienen. Ziel war der fachliche Austausch zu Fördermöglichkeiten, Projektentwicklung und ehrenamtlichem Engagement.
Was Herausragendes entstehen kann, wenn regionaltypische Gebäude umgenutzt und saniert werden, konnte ein Fachpublikum im Vogelsbergkreis erleben. Jana Brittner und ihr Team vom Sachgebiet Dorf- und Regionalentwicklung des Vogelsbergkreises gaben den rund 35 hessenweit angereisten Expertinnen und Experten eindrucksvolle Beispiele dafür, wie sanierungsbedürftige Gebäude zu neuen Zentren für Begegnung, Daseinsvorsorge und Gemeinschaft werden, berichtet die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung.
Die Exkursion – organisiert von der Akademie für den ländlichen Raum Hessen – war Teil eines fachlichen Austauschs zur Dorf- und Regionalentwicklung in Hessen und diente dem Wissenstransfer zwischen den Mitarbeitern der beteiligten Landkreise. So standen etwa Fragen nach der Entstehung, den individuellen Förderabläufen und der aktuellen Nutzung der Projekte im Zentrum.
Los ging es bei der Kulturscheune in Schotten-Michelbach, wo der Förderverein des Ortes aus einem baufälligen Zweiseithof im Ortskern in tausenden Stunden Eigenleistung einen neuenDorfplatz mit Versammlungshaus, Herbergsmöglichkeiten und einem Backhaus erschuf. Die Mitglieder des Fördervereins und die Bauamtsleiterin Elke Högy berichteten mit großer Leidenschaft über den Weg von der Idee bis zur erfolgreichen Eröffnung des Ensembles, das einen ganz besonderen Charme versprüht.
Weiter ging es zur „Alten Schule“ in Grebenhain-Crainfeld, die durch jahrelangen ehrenamtlichen Einsatz grundlegend saniert und zu einem lebendigen Multifunktionshaus umgebaut wurde. Die Mitglieder der Dorfgemeinschaft konnten dem Fachpublikum eindrücklich vermitteln, wie ehrenamtliches Engagement sozialen Zusammenhalt schafft und die Gemeinschaft stärkt. Landrat Dr. Jens Mischak und Bürgermeister Simon Seibert bekräftigten, wie es durch den herausragenden Einsatz der Dorfgemeinschaft und dem Sachgebiet gelang, das bedeutende Denkmal nicht nur zu bewahren, sondern als modernes, lebendiges Multifunktionshaus erfolgreich in die heutige Zeit zu überführen.
Nur wenige Meter weiter besuchte die Gruppe den Dorfladen Crainfeld, wo durch starkes ehrenamtliches Engagement das Nahversorgungsangebot erhalten bleibt. Auch hier renovierten und modernisierten die ehrenamtlichen Mitglieder der gegründeten Genossenschaft die Ladenflächen vollständig und kümmern sich um den laufenden Betrieb mit Lieferservice. Diese freiwillige Arbeit trägt maßgeblich dazu bei, den Dorfladen als Treffpunkt und sozialen Anker für die Gemeinschaft zu erhalten.
Als letzte Station für den Tag besichtigten die Teilnehmer die im „Alten Postamt“ neueröffnete Hausarztpraxis in Schlitz. Dort hat der Facharzt für Allgemeinmedizin und Schlitzer Dr. Julian Dern einen zentralen Ort der Daseinsvorsorge geschaffen. Die Gruppe nahm wertvolle Einblicke in eine moderne medizinische Versorgung für ihre Regionen mit und konnte sich durch die persönliche Projektvorstellung einen direkten Eindruck von der geleisteten Arbeit verschaffen.
Auch interessant:





Schreibe einen Kommentar
Bitte logge Dich ein, um als registrierter Leser zu kommentieren.
Einloggen Anonym kommentieren