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Zugübung des Löschzuges Mitte trainiert komplexes Szenario mit Personenrettung und vermissten PersonenFeuerwehr übt Ernstfall bei Photovoltaikbrand in Lauterbach

LAUTERBACH (ol). Die Feuerwehr Lauterbach hat bei einer realitätsnahen Zugübung den Brand einer Photovoltaikanlage bei einem Firmengebäude simuliert. Dabei mussten unter anderem Personen vom Dach gerettet und Vermisste im verrauchten Gebäude gesucht werden. Auch ein Folgebrand eines Elektrofahrzeugs wurde in das Szenario integriert. Die Übung diente der Optimierung von Abläufen im Ernstfall.

Um für einen Ernstfall bestens vorbereitet zu sein, müssen Einsatzkräfte der Feuerwehr ständig unterschiedliche Szenarien trainieren und die Abläufe üben. So kam es kürzlich zur ersten Zugübung des Löschzuges Lauterbach Mitte, wie die Vogelsberger Zeitung in einer Pressemitteilung berichtet.

Das Szenario: Brand einer Photovoltaikanlage auf dem Dach

Bei der Firma Sachs, Baudekoration in Lauterbach, ist bei Reparaturarbeiten auf dem Dach durch einen technischen Defekt die Photovoltaikanlage in Brand geraten. Zwei Techniker konnten sich nicht mehr über die mitgebrachte Leiter, also über ihren Zugangsweg, retten. Daraufhin sind sie über das Dach gelaufen und haben sich an der weitesten entfernten Stelle des Brandes der Photovoltaikanlage in Sicherheit gebracht. Sofort wurde für die Feuerwehr Lauterbach, Löschzug Mitte, der Alarm ausgelöst.

Nach der Erkundung durch den Einsatzleitwagen wurde festgestellt, dass das Gelände rundherum abgeschlossen ist. „Wir haben auch keinen Zugang zu dem Gelände, weil dort keine Brandmeldeanlage (BMA) vorhanden ist“, so Jörg Blankenburg in der Funktion als Übungsleiter. Zum Glück, so wurde in der Übung angenommen, waren im Ausstellungsraum in der Baudekoration Sachs noch Personen mit einem Generalschlüssel. Mit dem Hubrettungsfahrzeug konnten die Personen vom Dach gerettet werden.

Nun wäre es keine Übung, wenn der Übungsleiter nicht noch ein paar Szenarien eingebaut hätte. Durch einen Kurzschluss in der Photovoltaikanlage ist auch die interne Stromversorgung zusammengebrochen. Daraufhin geriet ein Elektrofahrzeug in Brand, weil dies unmittelbar mit der Stromversorgung der Photovoltaikanlage zusammenhing.

Zweites Szenario: Vermisste Personen im Gebäude

Dramatisch wurde es, als es hieß, dass noch zwei Personen im Gebäude vermisst wurden. Unter Atemschutz mussten die Personen von zwei Trupps gesucht werden. Nicht ganz einfach, denn das Gebäude war bei der Übung vernebelt, im Ernstfall dicht verraucht. „Man sah wirklich nicht die Hand vor den Augen“, so Blankenburg. Hier ist eine Wärmebildkamera optimal. Diese wurde dann eingesetzt. „Man sieht wärmere Gegenstände oder auch Personen, die dort sitzen oder liegen, das ist dann eine einfache Art, die Personen zu finden“, erklärt Jörg Blankenburg. Die Personen wurden gerettet und die eigentliche Brandbekämpfung konnte beginnen, indem man zuerst eine Riegelstellung vom oberen Gebäude, wo die Photovoltaikanlage platziert ist, aufgebaut hatte. Damit soll verhindert werden, dass sich der Brand nicht auf das Hauptgebäude ausbreitet, denn die Windrichtung war aus Richtung Osten. Somit wurde das Hauptgebäude geschützt und die Personen gerettet. „Personenrettung ist immer unser Hauptziel“, sagt Blankenburg. Es wurden danach noch Nachlöscharbeiten und Belüftungsmaßnahmen durchgeführt. „Somit ging diese Übung erfolgreich zu Ende“, zeigte sich Übungsleiter Jörg Blankenburg zufrieden.

„Was man sich vorgestellt hatte, nämlich dass die Verantwortlichen hier herkommen und das erste Szenario abarbeiten, und dann wurde ein zweites Szenario eingespielt. So wurde quasi der Löschzug geteilt, damit man zwei unterschiedliche Einsatzabschnitte hat, um dann agieren zu können. Dieses Lernziel wurde erfolgreich gemeistert“, erklärt Blankenburg.

Bei dieser Übung war nur der Löschzug Mitte der Lauterbacher Feuerwehr mit rund 35 Einsatzkräften vor Ort. In der Realität würde man einen „F3Y“, weil es ein Sondergebäude ist, auslösen. So würden bei der Erstalarmierung mehrere Löschzüge alarmiert. Wie bei dieser Übung würde man dann mehrere Einsatzabschnitte in größeren Verbänden bilden. „Das ist jetzt hier im Kleinen passiert, was in der Realität im Großen passieren würde“, so Blankenburg. Die Wasserversorgung sei bei diesem Objekt sehr gut durch das Hydrantennetz gesichert. Sollte das nicht ausreichen, müsste man in der Tat eine lange Wegestrecke zum nächsten offenen Gewässer aufbauen.

Die Jugendfeuerwehr war mit dabei

Was bei einem realen Einsatz völlig ausgeschlossen ist, durfte bei der Übung dabei sein: die Jugendfeuerwehr. „Die Jugendfeuerwehr haben wir als Statisten eingesetzt. Die dürfen bei solchen Sachen noch nicht so richtig mitmachen. Natürlich geht man dann in irgendwelchen Bereichen, wo es ungefährlich ist, wo sie einem erfahrenen Feuermann unterstehen, da mal mit reinzuschauen. Sie dürfen also nichts aktiv machen, aber mal mit den Augen lernen, was passiert. Es macht ja auch Sinn, wenn sie dabei sind. Die Unfallverhütungsvorschriften müssen wir immer einhalten. Es kann immer was passieren, aber das haben wir natürlich minimiert, dass da auch nichts passiert, und somit die jungen Menschen Spaß und Freude daran haben, dass sie ihre zukünftige Tätigkeit auch hautnah erleben dürfen. Und als Statisten fühlen sie sich wohl“, erklärt der Übungsleiter.

Geschäftsführer Christoph Sachs und Steffen Jöckel freuten sich, dass die Feuerwehr Lauterbach bei der Firma Sachs diese Übung abgehalten hat und bedankten sich bei allen Übungsteilnehmern recht herzlich für ihr ehrenamtliches Engagement und die Bereitschaft, die Übung hier durchzuführen.

Fotos: Vogelsberger Zeitung

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