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Gemündenmobil nimmt Fahrt aufBürgerbusverein Gemündenmobil gegründet

GEMÜNDEN (ol). Der Bürgerbusverein Gemündenmobil wurde kürzlich gegründet, um einen Bürgerbusbetrieb in Gemünden einzurichten und die Mobilität der Bürger, insbesondere älterer Menschen, zu verbessern. Das Projekt soll auch Vereinen und Organisationen Unterstützung bei Transportfragen bieten und den Zusammenhalt der Gemeinschaft stärken.

In einer gut besuchten Versammlung haben die Teilnehmenden laut einer Pressemitteilung kürzlich den Trägerverein für den Betrieb eines Bürgerbusses in Gemünden ins Leben gerufen. Man diskutierte die vom Lenkungskreis des Projekts vorgelegte Vereinssatzung und die Grundzüge des Betriebskonzept. Der gewählte siebenköpfige Vorstand übernimmt jetzt die Regie für die Antragstellung zur Genehmigung durch die Landesstiftung „Miteinander in Hessen“.

Eingeladen hatte der Seniorenbeirat der Gemeinde, der die Initiative für die Schaffung eines Bürgerbusses vor gut einem Jahr ergriffen hatte. Darauf ging Eva Wolf bei ihrer Begrüßung der gut 30 Personen ein, die sich im DGH Nieder-Gemünden versammelt hatten. Anschließend führte Karl Pitzer, routinierter Versammlungsleiter, durch die Zusammenkunft, hieß es.

Was seit dem Startsignal durch den Seniorenbeirat von dem gleich eingerichteten Lenkungskreis, in dem auch Bürgermeister Daniel Müller mitwirkt, unternommen wurde, stellte Gerhard Kaminski in einer kompakten Präsentation vor. Den Ausgangspunkt für die Initiative bildete das Angebot des Hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministeriums, interessierten Gemeinden einen Elektrobus einschließlich der Ladevorrichtung (Wallbox) kostenlos zur Verfügung zu stellen, so heißt es. Das Ziel dabei sei die gezielte Verbesserung der Mobilität dort, wo öffentliche Verkehrsmittel kein ausreichendes Angebot boten. Ähnlich wie in einigen Nachbargemeinden, beispielsweise Feldatal, Ulrichstein oder auch Grebenau, könne der Bürgerbus auch in Gemünden regelmäßige Fahrdienste für ältere Menschen leisten, die aufgrund ihrer körperlichen Verfassung oder weil ihnen die finanziellen Mittel fehlen, nicht mit dem eigenen Pkw mobil sein können. Es soll ihnen ermöglicht werden, die verschiedenen Alltagerledigungen, beispielsweise Einkäufe und Arztbesuche, möglichst selbständig abzuwickeln, erläuterte Kaminski.

Darüber hinaus würden Veranstaltungen für Senioren (Seniorentreffen des Seniorenbeirats und der evangelischen Kirchengemeinde) besser erreichbar sein. Doch der Bürgerbus sei keineswegs ein reiner Seniorenbus. Er biete vielmehr auch den örtlichen Vereinen Unterstützung bei der Lösung von Transportfragen, insbesondere im Bereich der Jugendarbeit (Fahrten zum Training, zu Wettkämpfen, Spielen). Zu den Übungszeiten und besonderen Veranstaltungen soll der Bürgerbus zudem die freiwillige Feuerwehr, insbesondere die Jugendabteilungen, unterstützen, zu diesen Treffen zu kommen, heißt es.

Der regelmäßige Betrieb sei im Rahmen eines festen Fahrplans gedacht und werde kostenlos zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus könne der Bürgerbus auch von Vereinen, Firmen oder Privatpersonen außerhalb dieses Fahrplans gegen Erstattung der entstehenden Kosten gebucht werden, beispielsweise für einen Betriebsausflug. In diesem Fall müsse die NutzerIn auch die FahrerIn selbst stellen. Im Regelbetrieb werde der E-Bus von ehrenamtlichen Fahrerinnen oder Fahrern gesteuert. „Wir haben bereits eine Liste von dreizehn Personen, die den Bus fahren wollen. Bei dem geplanten Linienverkehr an zwei Wochentagen, jeweils vormittags und nachmittags, geht die Landesstiftung von einem Bedarf von 8-12 Fahrerinnen/Fahrern aus. Den haben wir damit gleich im ersten Anlauf gedeckt und ich bin zuversichtlich, dass sich noch mehr Busfahrerinnen und -fahrer melden werden,“ so Kaminski.

Wie dieser betonte Bürgermeister Daniel Müller die Bedeutung des Bürgerbusses für die Lebensqualität in einer kleinen Gemeinde wie Gemünden. Mobilität sei von grundlegender Bedeutung für die Funktionsfähigkeit der örtlichen Gemeinschaft, insbesondere auch für den Zusammenhalt der einzelnen Ortsteile. Dazu könne der Bürgerbus einen wichtigen Beitrag leisten. „Die Gemeinde unterstützt das Projekt mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln,“ bekräftigte Müller die Fortsetzung des kommunalen Engagements.

Die Organisation des Busbetriebs, die Ausgestaltung des Fahrplans, die Finanzplanung, Öffentlichkeitsarbeit und weitere Aufgaben übernehme der extra zu diesem Zweck gegründete Bürgerbus-Verein. Er trägt den Namen GemündenMobil und werde von dem jetzt gewählten Vorstand vertreten. Ihm gehören an: Herbert Diegel, Gerhard Kaminski, Daniel Müller, Viktoria Reeh, Arno Schneucker, Simon Stroh und Eva Wolf.

Neben der Vereinssatzung beschloss die Gründungsversammlung auch den Mitgliedsbeitrag. Er beträgt 24 Euro im Jahr für Privatpersonen und das Doppelte für juristische Personen, wie Firmen oder Vereine. Das sei als Mindestbeitrag gedacht, wer den Bürgerbus darüber hinaus fördern möchte, könne gern einen höheren Jahresbeitrag beisteuern.

GemündenMobil werde jetzt beim Amtsgericht als Verein angemeldet. Sobald die Bestätigung vom Gericht komme, werde der Vorstand den formalen Antrag für das Bürgerbusprojekt bei der Landesstiftung einreichen – in der Hoffnung spätestens Anfang nächsten Jahres bei der Buszuweisung berücksichtigt zu werden, heißt es abschließend.

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