
Erfolgreiches Treffen der Romröder Seniorinnen und SeniorenSpannender Vortrag wirft Licht auf bewegende Lebensgeschichte
ROMROD (ol). Das Seniorentreffen in Romrod kürzlich war ein voller Erfolg, besonders durch den Vortrag von Horst Blaschko über das Schicksal einer früheren Bewohnerin. Anhand dieser bewegenden Geschichte wurde die damalige Behandlung von Problemkindern in den Fokus gerückt und sorgte für eine anregende Diskussion unter den Teilnehmern.
Gut besucht war das Seniorentreffen laut einer Pressemitteilung des Heimat- und Kulturvereins Romrod, welches am Montag, den 4. September um 14.30 Uhr im Bürgerhaus in der Zeller Straße in Romrod stattfand.
Diesmal hatte der Seniorenbeirat auch den Vorsitzenden des Heimat- und Kulturvereins Romrod, Horst Blaschko eingeladen. Dieser berichtete in seinem Vortrag über die Nachforschungen zur Lebensgeschichte einer früheren Romröder Bewohnerin, auf die er vor einigen Jahren durch überlassene Dokumente gestoßen ist. Es handelte sich dabei um eine Frau, die im Jahre 1885 in Romrod geboren wurde und deren Schicksal ein Schlaglicht auf den früheren Umgang mit sogenannten Problemkindern wirft. Als neunjährige Halbwaise wegen Verwahrlosung in eine Besserungsanstalt abgeschoben, kehrte die Frau ohne Kontakt zu Familie oder Verwandten 1926 auf Betreiben des Gemeinderates nach Romrod zurück, um als landwirtschaftliche Hilfskraft auf einem Bauernhof zu arbeiten, so hieß es. Nach 26 Jahren in Romrod erlitt sie als 66jährige einen schweren Arbeitsunfall. Da am Ende wiederum die Gemeinde hätte für sie sorgen müssen, wurde sie ein zweites Mal aus Romrod abgeschoben, diesmal in ein Altenheim nach Kirchheim-Bolanden in der Pfalz, 200 Kilometer von Romrod entfernt. Dort starb sie ohne einen Kontakt zu Menschen in Romrod im Jahre 1962, so der Bericht des Vorsitzenden.
Im Anschluss an den Bericht von Horst Blaschko entfachte sich bei Kaffee und Kuchen eine rege Diskussion. Immerhin gab es auch unter den Anwesenden noch Personen, die in ihrer Jugendzeit die Frau gekannt hatten, so hieß es weiter.
Insgesamt ein gelungener Nachmittag, der vom Seniorenbeirat und den Helferinnen und Helfern gut organisiert war und für alle recht kurzweilig verlief. Der Vorsitzende des Seniorenbeirats, Franz Preuß bedankte sich bei Horst Blaschko und allen Anwesenden für ihren Besuch und gab den Termin für das nächste Treffen am 2. Oktober bekannt, zu dem er alle einlud.
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