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Schüler aus der Partnerstadt Thouaré zu Besuch in HombergVive la France

HOMBERG (ol). Anfang Februar waren 27 Schüler aus Thouaré, der französischen Partnerstadt von Homberg, zu Besuch für eine einwöchige Erkundungsfahrt in heimischen Familien untergebracht. Dieser traditionelle Schüleraustausch ging damit nun schon ins 41. Jahr – eine sehr beeindruckende Kontinuität.

Hombergs Bürgermeisterin Simke Ried begrüßte am späten Samstagabend die von der 1.100 Kilometer langen Anreise sichtlich erschöpften, aber umso neugierigeren Gastschüler. Ebenfalls wurden die zwölf Begleitpersonen aus Thouaré begrüßt. So aus der Pressemitteilung der Stadt.

Der nächste Tag stand dann ganz im Zeichen des Kennenlernens in den Gastfamilien. Ein Großteil der französischen Kinder besuchte mit ihren Gastschülern und Eltern die Eislaufhalle in Lauterbach, weitere Kinder gingen zum Trampolinspringen nach Gießen oder besuchten das mittelalterliche Marburg.

Am Montag stand dann der gemeinsame Schulbesuch an der Ohmtalschule in Homberg auf dem Programm. Dabei bereiteten die französischen Schüler bereits inhaltlich den Abschlussabend des kommenden Freitags vor, bevor dann am Nachmittag eine Exkursion in den „Kamax-Werken-Homberg“ auf dem Programm stand.

Zum Abschluss gab es eine Fülle von technischen Präsentationen beim Besuch der Homberger Feuerwehr. Dabei beeindruckte der Fuhrpark genauso wie die 27 Meter hohe Drehleiter im Einsatz oder eine künstlich herbeigeführte Explosion auf dem Vorplatz. Zur Stärkung gab es gegrillte Vogelsberger Bratwürste im Brötchen und jede Menge Getränke.

Deutsch-deutsche Geschichte

Am Folgetag standen zwei Besuche an der hessisch-thüringischen Landesgrenze auf dem Programm. Der Besuch des Grenzlandmuseums am Point Alpha in Rasdorf entführte die neugierigen Franzosen in die deutsch-deutsche Geschichte. Dabei war es sehr erstaunlich zu sehen, dass die jungen Besucher sehr gut über die deutsche Nachkriegszeit und die Zeiten des Kalten Krieges Bescheid wussten.

Alle Fotos: Stadt Homberg

Die Führungen entlang der ehemaligen Grenzen mit den noch bestehenden Absperrungen und Wachtürmen gingen genauso unter die Haut wie die Besichtigung des ehemaligen Militärcamps „Point Alpha“ der US Streitkräfte, wo rund um die Uhr rund 60 Soldaten für drei Wochen im Schichtdienst einem potentiellen Angriff des Ostblocks stand halten wollten. Dabei erfuhren die Gäste aus Thouaré, dass es im Wachturm eine direkte Telefonverbindung zum amerikanischen Präsidenten gab.

Der ehemalige „Observation Post Alpha“ (kurz: Point Alpha) war einer der wichtigsten Beobachtungsstützpunkte der US-Streitkräfte in Europa und einer der heißesten Punkte im Kalten Krieg. Man vermutete, dass die Wahrscheinlichkeit eines Einfalls der Truppen des Warschauer Pakts an dieser Stelle am höchsten ist.

Anschließend ging es für die Reisegruppe im Erlebnisbergwerk Merkers bis zu 800 Meter in die Tiefe. Im ehemaligen Kali- und Salzbergwerk der K&S Gruppe konnte man einen sehr guten Eindruck gewinnen, wie der Bergbau gestern und heute aussieht und unter welchen Strapazen und Schwierigkeiten Bergmänner ihrer Arbeit nachgehen. Die großen Maschinen, die in einem beeindruckenden Museum tief unter Tage den Besuchern zugänglich waren, wurden begeistert bestiegen und spielerisch erkundet.

Besuch im Mathematikum und Senckenberg Museum

Am Folgetag stand Gießen mit dem Besuch des Mathematikums auf dem Programm. Die vielen Mitmach-Attraktivitäten des Mathe-Museums begeisterten dabei sichtlich die jungen Gäste aus Frankreich. Der Nachmittag in Gießen stand anschließend zur freien Verfügung, bevor es am frühen Nachmittag wieder in die Ohmstadt zurückging.

Am Donnerstag ging es traditionell zur Mainmetropole nach Frankfurt zum Besuch des beeindruckenden Senckenberg Museums und der Einkaufsmeile „Zeil“. Dabei wurde Ausschau nach Mitbringseln und kleinen Aufmerksamkeiten für die Gastfamilien gehalten. Am letzten Tag, dem Faschingsfreitag, ging es verkleidet in Karnevalskostümen erneut in die Schule, um dort am Tischfußballturnier teilzunehmen. Dabei belegte das französische Team einen sehr guten dritten Platz von zehn Mannschaften.

Am Abend gestalteten die französischen Gäste einfallsreich und musikalisch den Abschiedsabend, wobei eine PowerPoint-Präsentation der deutschen Gastbesuche der letzten vier Jahrzehnte einen schönen stimmungsvollen Rahmen bildete. Die Gastfamilien gestalteten ein eindrucksvolles Büffet und ließen bei den hungrigen Gästen keine Wünsche offen.

Im Rahmen des Abschiedsabends wurden Friederike Feyh und Klaus Christ aus der Thouaré Kommission verabschiedet. Friederike Feyh war in der Kommission 20 Jahre lang mit sehr großem Engagement tätig. Klaus Christ ist ein Mann der ersten Stunde. Er war von der Gründung der Städtepartnerschaft bis zum heutigen Tag stets aktiv dabei und ist selbst einer der Homberger, der am häufigsten Thouaré besucht hat.

Am frühen Samstagmorgen wurde wehmütig auf dem Reweparkplatz in Homberg Abschied genommen, wobei so manche Träne floss. Gleichzeitig wurde aber schon wieder frohgemut nach vorne geschaut. Im Oktober kommt es bereits zum Gegenbesuch und die Schüler und Betreuer freuen sich bereits heute auf die Stadt an der Loire. Ab sofort können sich Schüler (auch von anderen Schulen) für den Austausch im Oktober nach Thouaré anmelden.

Ein wichtiges Ziel der neuformierten Thouaré-Kommission auf Homberger Seite ist es, den traditionellen Austausch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen und an der Stelle regelmäßig auch über die bi-nationalen Aktivitäten zu informieren und in Oberhessen die französische Kultur und Lebensweise noch bekannter zu machen. Haben Sie Interesse an der Arbeit der Kommission? Dann sprechen Sie einfach ein Mitglied der Kommission an. Die Kommission freuet sich über jeden Interessierten.

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