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Statement der Deutschen Post zu anstehenden Tarifverhandlungen und Warnstreiks„Die erneuten Warnstreiks sind aus unserer Sicht überzogen“

REGION (ol). Der Poststreik geht weiter: Auch an diesem Montag und Dienstag sollen Beschäftige bei der Post erneut ihre Arbeit niederlegen, dazu hat die Gewerkschaft ver.di aufgerufen. Die erneuten Warnstreiks sind aus Sicht der Post „überzogen“ und die Einkommenssteigerungen in der von ver.di geforderten Größenordnung nicht vertretbar, wie Pressesprecher Thomas Kutsch mitteilt.

Im Zusammenhang mit der aktuellen Tarifrunde bei der Deutschen Post fanden in der vergangenen Nacht und finden heute erneut in verschiedenen Regionen bundesweit Warnstreiks von Mitgliedern der Gewerkschaft ver.di statt, die heute vor allem die Zustellung von Briefen und Paketen und einzelne Brief- und Paketsortierzentren betreffen, so auch in Osthessen, erklärt die Deutsche Post in einer Pressemitteilung.

„Da das Unternehmen nach konstruktiven Gesprächen in der zweiten Runde bereits angekündigt hat, in der am 8. Februar beginnenden dritten Verhandlungsrunde ein Angebot vorzulegen, sind die erneuten Warnstreiks aus unserer Sicht überzogen, da sie letztlich zu Lasten unserer Kundinnen und Kunden gehen“, heißt es weiter.

Zum Hintergrund: ver.di fordert für die Tarifbeschäftigten bei der Deutschen Post AG eine Entgelterhöhung von 15 Prozent bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen sollen für jedes Ausbildungsjahr um 200 Euro pro Monat angehoben werden.

 

Großteil der Post-Beschäftigten mit niedrigem Einkommen

Der überwiegende Teil der ver.di-Mitglieder bei der Deutschen Post AG habe ein niedriges Einkommen und könne Reallohnverluste schlichtweg nicht verkraften, sagt die stellvertretende ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. „Dass die Arbeitgeber den Ausgleich von Reallohnverlusten verweigern, ist angesichts der Milliardengewinne des Konzerns eine Provokation. Darauf werden die Beschäftigten in den Betrieben nun eine klare Antwort geben und ihren Forderungen mit Streiks Nachdruck verleihen“, erklärt sie.

Insbesondere Menschen mit niedrigen Einkommen, zu denen der Großteil der Beschäftigten bei der Deutschen Post AG gehöre, sind laut ver.di „überdurchschnittlich von der anhaltend hohen Inflation betroffen, da sie einen großen Anteil ihres Nettoeinkommens für Nahrungsmittel und Energie aufbringen müssen.“

Von Donnerstag, 26. Januar, bis Samstag, 28. Januar, beteiligten sich laut ver.di bundesweit rund 42.000 Beschäftigte in ausgewählten Betrieben in den Paket- und Briefzentren sowie in der Paket-, Brief- und Verbundzustellung an den ganztägigen Streiks. Am Wochenende davor hätten sich bereits bundesweit insgesamt rund 30.000 Beschäftigte an ganztägigen Streiks beteiligt.

Unterschiedliche Auswirkungen bezüglich der Auslieferung von Post

Die Beteiligung an den heutigen Streiks in den einzelnen Regionen und Standorten falle unterschiedlich hoch aus, so dass sich diese auch entsprechend unterschiedlich auswirken würden, heißt es in der Pressemitteilung der Post weiter. So könne es in den nächsten Tagen zu Verzögerungen bei der Abholung und Auslieferung von Brief- und Paketsendungen kommen. Diese können dazu führen, dass Briefe und Pakete erst einige Tage später, das heißt je nach Ende der Streikaktivitäten vor Ort erst im Laufe der aktuellen Woche, ausgeliefert werden können. Dies gelte auch für Sendungen, die durc Partner im Ausland zugestellt werden.

Nach aktuellem Stand seien aufgrund der am Wochenanfang typischerweise eher niedrigen Sendungsmengen von den Warnstreiks an diesem Montag bundesweit lediglich rund sechs Prozent der durchschnittlichen Tagesmenge bei Paketsendungen und nur rund zwei Prozent der durchschnittlichen Tagesmenge bei den Briefsendungen betroffen.

Insgesamt sind laut Pressemitteilung der Post bisher rund 5.300 Beschäftigte dem Streikaufruf gefolgt, das heißt rund die Hälfte der aktuell an diesem Montag anwesenden Beschäftigten an den betroffenen Standorten. Traditionell sei aufgrund der niedrigeren Sendungsmengen am Montag weniger Personal im Einsatz als an anderen Wochentagen.

Im Verlauf der bisherigen Verhandlungen habe die Deutsche Post der Gewerkschaft ver.di im Übrigen bereits eine Reihe von konkreten Vorschlägen gemacht. Dabei sei es eine Tatsache, dass schon heute das deutlich rückläufige Ergebnis im Post- und Paketgeschäft nicht mehr für die notwendigen Investitionen ausreiche. Der häufig angeführte Konzerngewinn werde zum übergroßen Teil mittlerweile im internationalen Geschäft erwirtschaftet.

„Trotzdem wollen wir auch weiterhin in unser deutsches Post- und Paketgeschäft investieren, das jedoch die dafür notwendigen Investitionen nicht mehr selbst erwirtschaften kann. Dabei wollen wir natürlich unsere Beschäftigten auch im Post- und Paketbereich am Unternehmenserfolg beteiligen.“

Um aber sowohl attraktive Löhne zahlen zu können als auch die Arbeitsplätze in diesem Bereich auf Dauer zu sichern, seien Einkommenssteigerungen in der von ver.di geforderten Größenordnung nicht vertretbar. „Trotz dieser unterschiedlichen Positionen gehen wir davon aus, dass wir in fairen und zügigen Gesprächen in der nächsten Verhandlungsrunde am 8./9. Februar vorankommen werden“, sagt die Post.

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