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Doppelter Festgottesdienst gefeiertMichael Koch als neuer Pfarrer in Homberg Ohm eingeführt

HOMBERG OHM (ol). Einen doppelten Festgottesdienst feierten kürzlich die Kirchengemeinden Homberg Ohm sowie Deckenbach, Schadenbach und Büßfeld in der Stadtkirche in Homberg. Zum einen gab es den Reformationstag zu begehen, zum anderen wurde Pfarrer Michael Koch in sein Amt eingeführt.

In der Pressemitteilung des Evangelischen Dekanats heißt es, Michael Koch ist seit dem 1. September Inhaber der Pfarrstelle Homberg II (Deckenbach, Schadenbach, Büßfeld) und auch gleichzeitig Vakanzvertreter auf der Stelle Homberg I – kein kleines Aufgabengebiet also, in das sich der Theologe gemeinsam mit den Kirchenvorständen offenbar schon tief eingearbeitet hat.

Klaus Beutel, Vorsitzender des Kirchenvorstandes in Homberg, begrüßte die Menschen in der vollbesetzten Kirche, zu der – natürlich unter Einhaltung der Corona-Bedingungen – nicht nur interessierte Gemeindeglieder, Freunde und Familie des Pfarrers gekommen waren, sondern auch eine Abordnung aus der Johanneskirchengemeinde in Niederseelbach, wo der Pfarrer bisher wirkte. Den Gottesdienst gestalteten mit Michael Koch gemeinsam Dekanin Dr. Dorette Seibert, Pfarrer Alexander Starck, Kantorin Christine Geitl und Organist Christoph Paulus.

Seibert gratulierte den Kirchengemeinden zu ihrem neuen Pfarrer. Liebe, Glaube und Freiheit befähigten den Menschen, Leben und Gesellschaft mitzugestalten, sagte die Dekanin mit Blick auf Martin Luthers Sicht auf das Christsein. Die Interpretation, dass das Evangelium stark mache gegenüber den Pharisäern jedweder Zeit, lag für die Theologin auf der Hand. Heute bedeute dies beispielsweise sich gegen Botschaften des Hasses und gegen die Einsamkeit in dieser Welt zu positionieren.

Diese Aussage möge auch Michael Koch Kraft für sein neues Amt geben, ihm Geduld, Humor und einen langen Atem schenken. Er sei bekannt dafür, dass er Neues anpacke und dass er Zukunftsbilder für die Kirche entwickeln könne. Seibert dankte Koch dafür, dass er in den Vogelsberg zurückgekehrt sei und dass seine Familie ihn in seinem Tun unterstütze. „Das Dekanat möchte gemeinsam mit den Kirchengemeinden Kirche gestalten – ich freue mich auf den regen Dialog mit Ihnen“, rief die Dekanin dem Pfarrer zu, bevor sie ihn ganz offiziell in sein Amt einführte und ihm wie den Gemeinden das Versprechen abnahm, sich gegenseitig loyal und respektvoll zu unterstützen und zusammenzuarbeiten.

Die Bedeutung des Reformationstages

In seiner Predigt ging Koch auf die Bedeutung des Reformationstages ein. Er bedauerte, dass dieser Tag in der Gesellschaft, ja, selbst in der Kirche, an Bedeutung verliere und begab sich auf die Suche danach, was eigentlich an diesem Tag gefeiert werde. Ist der Reformationstag nur ein Erinnerungstag an historische Ereignisse, die große Veränderungen in die Welt gebracht haben? Die Frage stelle sich, was Menschen zur Veränderung motiviere, was ihnen Kraft du Mut gebe.

Er erzählte das Beispiel einer Schülerin, die – mit einer Fünf in Mathe im Gepäck – voller Unmut auf die Heimkehr des Vaters wartete, dem sie dies würde beichten müssen. Bevor es dann jedoch zum unangenehmen Teil der Begegnung kam, sagte dieser zu seiner Tochter: „Erstmal drücken.“ Damit war gesetzt, was wichtig ist: Solange es Menschen gibt, die zu einem stehen, könne man im Leben allem begegnen. Dies gelte auch für das Leben mit Gott und dies sei die eigentliche Botschaft der Reformation: Gott habe den Menschen unter den Schutz von Glaube, Liebe und Freiheit gestellt und deshalb könne man auch Schwieriges angehen und überstehen.

Koch führte aus, dass es nicht hilfreich sei, immer nur um sich selbst zu kreisen und das, was einen allein betrifft. Auch für Kirchengemeinden sei es nicht gut, sich als eine wichtige Einheit zu sehen. Vielmehr müsse man den Horizont weiten, das Wohl aller im Blick haben. „Alles, was wir haben, ist nur Werkzeug, um Gottes Botschaft in die Welt zu tragen“, so Koch, und ganz konkret: „Wenn Strukturen wichtiger sind als Inhalte, dann sollte der Reformationstag dazu dienen, zu fragen, ob wir als Kirche noch dort sind, wo wir gebraucht werden.“

Es kommt also Bewegung an die Ohm – dessen konnte man sich nach der Einführungspredigt sicher sein. Zunächst jedoch gab es noch kleine Geschenke, warme Grußworte und eine kleine Zusammenkunft im Gemeindehaus.

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