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Ab der Klasse 9: Juniorwahlen an der Alexander-von-Humboldt-SchuleWählen als Staatsbürgerpflicht vermitteln

LAUTERBACH (ol). Die Alexander-von-Humboldt-Schule hat die diesjährige Bundestagswahl zum Anlass genommen, ihren älteren Schülern ab der 9. Klasse wieder die Teilnahme an den Juniorwahlen zu ermöglichen. Wie das ging und wozu es dient, lesen Sie hier.

Wer sich am politischen Prozess beteiligen möchte, muss wählen gehen. Die Stimmabgabe aller Wahlberechtigten – ein Grundprinzip der parlamentarischen Demokratie – erfordert den Willen zur Information über das, was die Parteien möchten, und die Fähigkeit, sich selbst und seine Positionen in den Programmen wiederzufinden. Wählen will also gelernt sein – und welcher Ort böte sich zum Vermitteln dieses Staatsbürgerwissens besser an als die Schule?

Als bundesweites Schulprojekt finden daher seit 1999 zu jeder großen Wahl an deutschen Schulen die Juniorwahlen statt: Schülerinnen und Schüler aller Schulformen der Sekundarstufe I und II und der Berufsschulen sind aufgerufen, in einer Wahlsimulation ihre Stimme abzugeben. In Hessen wird dieses Projekt gefördert von der Hessischen Landeszentrale für Politische Bildung. So aus der Pressemitteilung der Schule.

Großes Gedränge herrschte vor den Wahlkabinen der Alexander-von-Humboldt-Schule. Alle Fotos: Traudi Schlitt

Besonderes Augenmerk lag auf Wahlsystem

Eine von vielen hessischen Schulen, die regelmäßig an den Juniorwahlen teilnehmen, ist die Alexander-von-Humboldt-Schule: Mehr als 500 Jugendliche und junge Erwachsene ab der 9. Klasse waren in der Woche vor der Bundestagswahl dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Vorbereitet wurde der Urnengang im PoWi-Unterricht: Die Schülerinnen und Schüler haben Steckbriefe der Direktkandidaten erstellt, die Wahlprogramme angeschaut und auch mit Hilfe des Wahl-O-Mats ihre möglichen Entscheidungen betrachtet; Netzdiagramme und Parteiprofile wurden erstellt.

Besonderes Augenmerk lag auch auf dem deutschen Wahlsystem und der Bedeutung des Wählens für die Demokratie: „Es ist uns als Schule ein großes Anliegen, die Demokratie zu stärken und die Wahlbeteiligung insbesondere bei den jungen Menschen zu fördern“, so der federführende Fachlehrer Nicolas Hahn.

Fertig! Stimmabgabe an der Alexander-von-Humboldt-Schule.

Schulleiterin Gitta Holloch begrüßte den jeweils klassenweisen Ansturm im Foyer der Schule sehr: „Ich sehe hier durchaus einen Auftrag an Schule, die jungen Menschen mit ihren Rechten und Pflichten als Staatsbürger vertraut zu machen. Dazu gehört auch, sie zu ertüchtigen, der politischen Diskussion in den Medien zu folgen, was nicht immer einfach ist.“

Forderung nach einer besseren politischen Bildung

Der Fachbereich Politik und Wirtschaft an dem Lauterbacher Gymnasium sei dafür sehr gut aufgestellt, wie man auch an der engagierten gemeinsamen Durchführung der Juniorwahl sehe. Neben den Lehrkräften waren daran auch die Schülerinnen und Schüler der PoWi-Leistungskurse beteiligt. Sie leiteten das schulinterne Wahlbüro, verglichen die Wahlberechtigtenliste und gaben die Wahlscheine aus.

Bis Ende der Woche musste die Schule die Ergebnisse an den Träger des Projekts, den Verein Kumulus, übermitteln, nach der Wahl werden auch sie bekanntgegeben. Dann wird man sehen, wie die jungen Wählerinnen und Wähler gewählt hätten, wenn sie es denn schon gedurft hätten.

Die PoWi-Lehrer Oliver Stoy und Niclas Hahn mit zwei Oberstufenteams, Francesca Rockel, Frauke Renker, Joaquin Zinn und Marvin Becht.

Das Wahlalter herunterzusetzen, dafür sprachen sich zwar einige der Juniorwähler aus, forderten dann aber eine noch bessere politische Bildung an den Schulen und eine gezieltere Vorbereitung. Andere wiederum finden es gut, dass sie erst mit 18 Jahren richtig wählen dürfen. Da diese Frage auch im Parteiprogramm einiger Parteien auftaucht, wäre also auch darüber eine demokratische Abstimmung an der Wahlurne möglich.

7 Gedanken zu “Wählen als Staatsbürgerpflicht vermitteln

  1. Die Herabsetzung des Wahlalters fordern nur die Parteien, die sich von den jungen Wählern zusätzliche Stimmen versprechen. Letztlich ist das nichts anderes als Manipulation.
    Vernünftig ist es offensichtlich, Volljährigkeit und Wahlrecht miteinander zu verbinden. Wenn junge Menschen heute früher erwachsen werden, dann müsste auch das Volljährigkeitsalter herabgesetzt werden.

    Das Gleiche gilt für die Staatsbürgerschaft. Wer die deutsche Staatsbürgerschaft annimmt und sich damit zu unserem Staat bekennt, der soll wählen dürfen.

    Im Zusammenhang mit Zuwanderung wurde uns immer auch die Integration der Menschen versprochen. Wenn sich aber Ausländer nicht integrieren wollen dann ist es dumm und gefährlich ausgerechnet diesen Leuten die doppelte Staatsbürgerschaft und damit das Wahlrecht zu geben.

    Weil es hier aber um bis zu 10 Mio. Wählerstimmen geht, die SPD und Grüne unter sich aufteilen wollen, wird dies das wichtigste Thema für diese beiden Parteien in den nächsten 4 Jahren sein. Nehmen Sie mich gerne beim Wort, falls ich nach 4 Jahren Unrecht haben sollte.

    Den Politikern geht es um Macht und Posten. Wir als Bevölkerung müssen die Probleme ausbaden.

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  2. -Kalbfleisch gibt wieder seinen Senf zu allem und jedem. Kommentieren kann auch jeder. Kalbfleisch mit Senf. Auf die Dauer so öde wie der wöchentliche Füllwort-Podcast der wirren Redaktion.

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  3. Blödsinn.
    Wählen ist etwas für Leute die noch so naiv sind um zu glauben mit Wahlen etwas verändern können.

    Wer in der Politik Karriere macht, der ist kein guter Politiker. Kein Staatsmann. Und schon gar kein Volksvertreter. Er ist ein guter Lobbyist. Oder ein Aktivist. Oder eine schlechte Mischung von beidem.
    Schaut man sich den Werdegang dieser Laienschauspieler an, dann offenbart sich meist, dass man bewusst den Weg des Lobbyisten / Funktionär eingeschlagen hat.

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  4. Wählen muß nicht gelernt werden das kann jeder ,was man Wählt, und warum das Wählen so wichtig ist.Dabei ist nicht so wichtig was in Ihren Partei Programmen steht sondern was sie tun.

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    1. Schon wieder -Kalbfleisch-Festwochen bei „Neueste Kommentare“! Mein Rat: Werner panieren (Teeren und Federn ginge auch!) und in die Pfanne hauen. Gut durchbraten! Schmeckt eh niemandem!

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    2. Yeah! Wieder mal zwei Zeilen ohne jede Aussage, dafür wieder mit reichlich Rechtschreibfehlern.

      Ich hoffe doch sehr, bei Werner handelt es sich um einen Satiriker und er löst das irgendwann auf.

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      1. „Ich hoffe doch sehr, bei Werner handelt es sich um einen Satiriker und er löst das irgendwann auf.“
        Wünschen Sie sich das nicht! Denn mit Kalbfleischs Comingout wäre dann alles Satire und jeder Satiriker – wie nach Meinung des traumatisierten Kunst-Zerstörers Josef Beuys – jeder Fettfleck und Filzhaufen Kunst und jeder Schmutzfink ein Künstler sein soll.
        Viel wichtiger: Qualitativ zwischen unfreiwilliger Satire einer Kramp-Karnevalistenbauer und den urkomischen Fehleinschätzungen von naiven Witzfiguren wie Zonen-Angie, Sozen-Heiko oder CSU-Horst-Wurst einerseits und satirischen Lehrveranstaltungen Marke „Die Anstalt“ unterscheiden lernen. Jüngstes Beispiel: https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-clip-6-196.html

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