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Wirtschaftsdezernent Jens Mischak besucht Hydrokomp in AtzenhainWeltmarkt ‚made in Vogelsberg‘

ATZENHAIN (ol). Karl-Heinz Freund, Diplom-Ingenieur und Geschäftsführer von Hydrokomp – Hydraulische Komponenten, aus Mücke-Atzenhain, ist in einer ausgezeichneten Situation: Ein gut funktionierendes Unternehmen, das am Weltmarkt agiert, und zwei Söhne, die die nun fast ein Vierteljahrhundert andauernde Geschichte des Unternehmens fortschreiben wollen. Grund genug für den Wirtschaftsdezernenten einen Blick in das Unternehmen zu werfen.

Felix und Friedrich Freund arbeiten seit einiger Zeit im Unternehmen mit. Bei einem Besuch erläutern Karl-Heinz und Felix Freund dem Ersten Kreisbeigeordneten Jens Mischak die Besonderheiten Hydraulischer Kupplungssysteme, Spanntechnik, Drehdurchführungen und weiteren Bauteilen, die das Mücker Unternehmen produziert und international vertreibt. „Ein beachtliches Vertriebsnetzwerk, hochkarätige Kunden und das alles ‚Made in Vogelsberg‘ – beachtlich, was Hydrokomp hier in Mücke auf die Beine stellt“, kommentiert Mischak laut Pressemitteilung auf dem Unternehmensbesuch.

Was verbirgt sich hinter den für den Laien nur schwer zu fassenden Begriffen „Spanntechnik, Drehdurchführungen und Kupplungssystemen“? „Unsere Kernkompetenz sind Bauteile für Hersteller von Werkzeugmaschinen – Maschinen, die beispielsweise computerprogrammiert Bauteile für die Autoindustrie herstellen“, erklärt Geschäftsführer Freund.

Seit gut 23 Jahren bildet Hydrokomp nun von einzelnen Komponenten bis hin zu kompletten Systemen die gesamte Bandbreite ab. „In den Werkzeugmaschinen, die wir im Betrieb nutzen, um beispielsweise Kupplungsteile zu zerspanen, sprich zu drehen, zu fräsen oder zu bohren, sind unsere eigenen hydraulischen Kupplungsteile verbaut“, berichtet Karl-Heinz Freund. Dort brauche es Kupplungssysteme, die beispielsweise mit Öldruck von bis zu 500 Bar arbeiten, um so Werkstücke zu bearbeiten, die in Vorrichtungen – ebenfalls bestückt mit Hydrokomp-Bauteilen – fixiert werden.

Rostfreie Bauteile als Besonderheit

„Eine Besonderheit von Hydrokomp ist, dass wir auch rostfreie Bauteile herstellen“, unterstreicht der Geschäftsführer. Namhafte Firmen auf dem Weltmarkt – beispielsweise aus der Automobil- und Werkzeugmaschinenindustrie – gehörten seit gut einem Vierteljahrhundert zu den Kunden des Mücker Unternehmens.

Erster Kreisbeigeordneter Jens Mischak (rechts) und Andrea Ortstadt von der Wirtschaftsförderung des Vogelsbergkreises, bekommen von Felix und Karl-Heinz Freund die Funktionsweise eines Spannelements erläutert. Foto: Vogelsbergkreis/C.Lips

Begonnen hat Karl-Heinz Freund in Laubach, von wo aus er nach dem Maschinenbaustudium und Stationen in weiteren Betrieben sein eigenes Unternehmen gründete. Bekanntheit und ein solider Kundenstamm trugen dazu bei, dass die Firma expandierte und nun knapp 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen arbeiten. Diese sind an zwei Standorten im Atzenhainer Industriegebiet verteilt: die Betriebszweige Buchhaltung, Planung, Konstruktion, Prüflabor und Lagerhaltung sowie Produktion und Qualitätsmanagement haben so jeweils gute Bedingungen – und genügend Platz für Komponenten auf höchstem Niveau.

Die Corona-Pandemie habe das Unternehmen bisher gut durchgestanden, „es zeigt sich schon jetzt eine positive Tendenz“, sagt Karl-Heinz-Freund. „Schon ein halbes Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie haben wir dort, wo es geht, Lösungen für die Arbeit im Home-Office ausprobiert und arbeiten auch weiter daran, digitale Prozesse im Unternehmen weiter auszubauen“, skizziert Felix Freund, der für den internationalen Vertrieb verantwortlich zeichnet.

So habe man relativ unkompliziert auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie reagieren können. Das Familienunternehmen ist gut aufgestellt: Jobrad, Firmenkreditkarte, ein junges engagiertes Team sowie berufliche Herausforderungen zwischen Handwerk, IT und Präzisionsfertigung. Weitere Auszubildende seien gesucht. Lust auf die Arbeit am Tablet-PC sei genauso Voraussetzung wie auf die Arbeit an der Werkzeugmaschine, führt Felix Freund aus. „Dafür wünsche ich dem Unternehmen weiterhin viel Erfolg und ein gutes Händchen“, sagt Mischak abschließend.