Gesellschaft0

Asklepios Bildungszentrum startet Schulbetrieb in SchwalmstadtEin weiterer Meilenstein für die Nachwuchsarbeit

SCHWALMSTADT (ol). Seit fast 90 Jahren wird in Bad Wildungen der Nachwuchs für Pflegeberufe ausgebildet, 2007 nahm dort das Asklepios Bildungszentrum für Gesundheitsfachberufe Nordhessen seine Arbeit auf. Es etablierte sich als eine der größten privaten beruflichen Ausbildungsstätten in der Region, das weit über 300 Ausbildungsplätze für angehende Fachkräfte im Gesundheitswesen bietet. Seit Oktober findet der theoretische Teil der neuen generalistischen Pflegeausbildung nun zusätzlich in Schwalmstadt statt.

In derPressemitteilung heißt es, bislang mussten die Pflegeschüler des Asklepios Klinikums Schwalmstadt zur theoretischen Ausbildung ins 40 Kilometer entfernte Bad Wildungen fahren, das war vor allem mit öffentlichen Verkehrsmitteln recht schwierig. Zu Beginn des aktuellen Kurses ging am 1. Oktober der neu eingerichtete zweite Standort in Schwalmstadt an den Start. Auf dem Gelände von Rohde Shoes im Stadtteil Ziegenhain fanden sich Räumlichkeiten, die für die Notwendigkeiten eines modernen Schulbetriebs geeignet waren und entsprechend umgebaut wurden.

So entstanden zwei Klassenräume, ein Demonstrationsraum für praktische Übungen sowie mehrere Büro- und Gruppenarbeitsräume mit insgesamt 350 Quadratmetern – obendrein bietet das Areal ausreichend Parkmöglichkeiten für Schüler und Lehrkräfte. „Die staatliche Anerkennung durch das Regierungspräsidium Kassel war kein Problem, da man auch hier längst das Problem des Fachkräftemangels erkannt hat“, beschreibt Asklepios Geschäftsführerin Katrin Kern (Bad Wildungen) eine der notwendigen Formalitäten.

Generalisierte Ausbildung

„Mit Kursbeginn starten wir auch die neu strukturierte generalisierte Ausbildung zum Pflegefachmann beziehungsweise zur Pflegefachfrau“, erklärt Michaela Grebe, „diese fasst die drei bisherigen Berufsfelder, Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie Altenpflege, zusammen“, so die Leiterin des Bildungszentrums weiter. Die dreijährige Ausbildung umfasst mehrere Theorie- und Praxisblöcke, 2.100 Stunden sind für Unterricht und praktische Übungen vorgesehen, weitere 2.500 Stunden verbringen die Auszubildenden in der Klinik oder anderen Einrichtungen, wo sie das Gelernte unter Aufsicht von erfahrenen Fachkräften in die Praxis umsetzen.

„Die komplette Infrastruktur ist neu“, freut sich Andrea Großmann, die die Bereichsleitung der neuen Außenstelle übernommen hat. Ansprechendes Mobiliar, hochwertige Ausbildungsausstattung, digitale Tafeln und einiges mehr fügen sich in das moderne Ambiente. „Der neue Standort bietet vor allem kürzere Wege“, betont Mizrab Akgöz, „das schafft mehr Transparenz und besseren Informationsfluss, zudem fördert er die Bindung an die Klinik“, ergänzt der Regionalleiter der Bildungszentren in Hessen. Außerdem seien mit den neuen Räumen zusätzliche Ressourcen für Aus- und Weiterbildungen entstanden, die künftig ortsnah genutzt werden könnten, nennt er einen weiteren Vorteil.

„Die Öffentlichkeit nimmt unser Engagement sehr positiv auf, denn gerade in Zeiten der Corona-Pandemie stehen die Medizin- und Pflegeberufe im Fokus“, so sein bisheriger Eindruck. „Pflege ist ein überragendes Thema, daher muss man sie der Alltagsstruktur ständig anpassen und zugleich für guten Nachwuchs sorgen“, stellt Dr. Dagmar Federwisch, Geschäftsführerin der Asklepios Schwalm-Eder-Kliniken, klar. „Mit dem neuen Standort wird auch die berufliche Attraktivität im südlichen Schwalm-Eder-Kreis gesteigert“, ist sie sich sicher. Im Herbst kommenden Jahres startet der nächste Kurs und ab 2022 werden schließlich drei Ausbildungsjahrgänge, mit insgesamt rund 75 angehenden Pflegefachleuten, die neue Ausbildungseinrichtung nutzen.