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Gut angenommen: das Angebot #pilgernzuhause um den Lautertaler Totenköppel„Etwas in Gang bringen“ – meistens sich selbst

VOGELSBERG (ol). Die Natur vor der Haustür entdecken, liegt im Trend. Spiritualität erleben ebenso, und idealerweise kann man beides verbinden, in dem man gewissermaßen „um den Kirchturm herum“ pilgert. „Um den Kirchturm herum“ bezieht sich in diesem Fall auf den Meiches Totenköppel, an dem sich vor wenigen Tagen eine Gruppe mit Menschen aus allen Alterskassen traf, um gemeinsam mit Pfarrer Christian Tröger aus dem Gruppenpfarramt Vogelsberg und Franziska Wallenta von der Erwachsenenarbeit in der heimischen Region zu pilgern.

In der Pressemitteilung des Dekanats heißt es, nach einer Andacht an der Totenkapelle zum Thema „Ausgang und Eingang“ startete die Gruppe in den diesigen Regen auf den Rundweg L1. Die zirka zehn Kilometer waren aufgeteilt in Streckenabschnitte zu Psalm 121, in dem es heißt: „Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit (Ps 121,8).“ „Übergänge, Jahreszeiten oder (Lebens-)Abschnitte werden oft markiert durch ein Datum oder einen Stichtag. Aber ein Übergang ist meist ein Prozess, im Wort steckt bereits der Gang. Man muss etwas in Gang bringen – meistens sich selbst“, sagte Franziska Wallenta während eines Impulses, bevor die Gruppe den Magistersteg zwischen Dirlammen und Meiches überquerte.

Inzwischen war der Himmel klar, durch den Wald ging es nach Meiches und weiter an die Kirche. Dort feierten die Teilnehmenden das Abendmahl – coronabedingt für viele das erste Abendmahl seit Monaten. Für einige war es gewöhnungsbedürftig, denn auch dabei mussten Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Nachdem Pfarrer Tröger den Pilgerinnen und Pilgern nacheinander am Altar den Segen zugesprochen hatte, durfte unter freiem Himmel gesungen werden. Auch dies war eine schöne Gemeinschaftserfahrung, die die Menschen gerne teilten.

Für die letzte Etappe folgte die Gruppe dem Psalmvers „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen“ und kam angeführt vom Pilgerkreuz bei bestem Wetter auf dem Totenköppel an. Mit einem spontan angestimmten Loblied endete diese kleine, aber feine Pilgerreise, die auch der Schönheit der heimischen Umgebung galt und die die Menschen auch nach dem Abschluss noch lange berührte.